
"Die Toten schreiben zur Zeit viel und gut" - schrieb einst
Sándor Márai über die Neuveröffentlichungen aus den Nachlässen von Kosztolányi und Krúdy. Diese Aussage trifft nun auch auf sein eigenes Werk zu,
meint Imre Kőrizs in der Wochenzeitung
Magyar Narancs über eine Erstveröffentlichung des dritten, bisher vermissten Teils von Márais "Bekenntnissen eines Bürgers" (
deutsche Ausgabe), der vor kurzem unter dem Titel "Hallgatni akartam" (Ich wollte schweigen, Helikon Kiadó, Budapest, 2013) erschien. "Der Nachlass von Márai kam 1997 nach Ungarn, doch das Paket wurde vom Zoll aufgehalten. (…) Geld hatte niemand, auch das Literaturmuseum in Budapest nicht. Die Neubewertung des Nachlasses brachte Bewegung in die Situation, und der Nachlass konnte dann ins Land eingeführt werden -
als Altpapier. (...) Aus den Kisten wurden seit dem wahre Schätze veröffentlicht, so auch der dritte Teil der 'Bekenntnisse eines Bürgers'. 1949 schrieb Márai darüber: 'Ich lasse die Veröffentlichung im Ausland nicht zu, ich will nicht dass diese traurige Beichte, diese
Anklage des Ungarntums von Fremden gelesen wird.' In 'Ich wollte schweigen' zieht Márai die Bilanz des Neo-Barock-Faschismus unter
Miklós Horthy, und es scheint fast so, als würde er in die Debatte um die heutige Reinwaschung der Ära posthum eingreifen."
Außerdem
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András Borbély.