Die
Revolution in Tunesien ist das beherrschende Thema dieser Tage in den französischen Medien. In
Le Monde beklagt die tunesische Regisseurin
Myriam Marzouki zwanzig Jahre des Schweigens und der Lügen über das Regime von Ben Ali. Ausführlich zitiert sie aus tunesischen Medien, die das Land zu einem "modernen, glaubwürdigen" Staat hochgejubelt hätten. "Diese
absurde und hohle Sprache aus einem geschlossenen Land wurde unterstützt durch ihr Echo im Ausland, ganz besonders in Frankreich, durch den Diskurs zahlreicher politischer Verantwortlicher, Medien und einflussreicher Leitartikler. ... Die Geschichte der französischen Beziehungen zu Tunesien in den letzten zwanzig Jahren ist die einer
vorsätzlichen Blindheit, einer Akzeptanz all der kitschigen Zeichen einer Ramsch-Demokratie. Das Ende der tunesischen Diktatur spiegelt eine Groteske wider, die man als 'Operetten-Diktatur' bezeichnen könnte, wenn nicht so viele Männer und Frauen ein viertel Jahrhundert lang den Preis einer wahrhaftigen Unterdrückung gezahlt hätten."
Der Schriftsteller
Tahar Ben Jelloun wirft in seinem Beitrag auch einen Blick auf die Länder Ägypten, Algerien und Lybien, in denen ähnliche Zustände herrschen wie bis vor kurzem in Tunesien. "Man könnte sagen, Gott habe diese
Länder verflucht und sie brutalen und grausamen Puppenspielern überlassen, bis zu dem Tag, an dem das
Feuer der Gerechtigkeit auf den Straßen ausbricht, wie ein Frühling im Winter."
Noch ein Hinweis: In Telerama
untersucht Jean-Baptiste Roch, ob in Tunesien ein
Cyber-Krieg ausgebrochen ist, in dem sich Regierungsstellen und aktivistische Hacker mit der Sperrung und Blockierung von Webseiten bekämpfen.