Charlie Kirk kam über das Internet in die Kinderzimmer vieler junger Amerikaner, die während der Covid-Pandemie nach Orientierung gesucht haben. Vielerorts bildeten sich Jugendabteilungen seiner "
Turning Point"-Organisation, lernt Eliza Griswold, die für ihre Reportage u.a. die 16-jährige
Joyce besucht hat, die in der Zoohandlung ihrer Eltern jobbt und "unschooled" ist, das heißt, keine Schule besucht und auch zu Hause nicht unterrichtet wird. Seit Kirks Tod schwächelt die Organisation, aber Joyce bleibt dabei: "'Ich habe gesagt, Gott, wenn das hier nicht für mich gedacht ist,
gib mir ein Zeichen.' Sie hat aber keins erhalten. Joyce bewegt sich von MAGA weg, richtig begeistert war sie nie: 'Ich habe einen Hut und einen Anstecker bei der Wahl bekommen, sie aber nie getragen', erzählt sie. Auch die verschiedenen Stimmen, die in Kirks Abwesenheit um Macht kämpfen, haben sie schnell ermüdet. '
Jeder hasst Nick Fuentes', sagt sie über den weißen Nationalisten. 'Ich halte nichts von Nick Fuentes, aber Taylor Swift stimme ich ebenso wenig zu.' Neuerdings betet Joyce für die Zoohandlung (…), um sicherzustellen, dass 'alle gesund und munter sind'. Sie bittet um Gottes Beistand für den Tag und um seinen Schutz. Das Geschäft hatte in der Vergangenheit schon seltsame Besucher: ein Mann, dem ein Kaninchen verwehrt wurde, zückte eine Feuerwaffe, die sich als Spielzeug herausstellte. Seit Joyce im Geschäft betet, 'habe ich bemerkt, dass es weniger Chaos gibt'. Sie hat mit Turning Point darüber gesprochen, eine explizit glaubensbasierte Ortsgruppe zu gründen. 'Ich will das wirklich, wirklich, wirklich, wirklich machen', sagt sie. 'Aber am Ende des Tages, egal, was mit Turning Point passiert,
ich bin hier, es sei denn, sie werfen mich raus."
Die
Repossession-Industrie in den USA boomt, weil immer mehr Amerikaner sich die Kreditraten für ihr Auto nicht mehr leisten können. Die Repo-Man (eine Art Inkassoeintreiber für die Banken, die bei einem Zahlungsrückstand der Schuldner die Autos einkassieren), bewegen sich dabei häufig auf semilegalem und weitestgehend unreglementiertem Terrain, wie Paige Williams
berichtet. Ihre Reportage ist im wesentlichen ein Porträt des Repo-Man
Matthew Pitmans, der unter dem Namen "RepoNut" Videos seiner Rückholaktionen auf Youtube hochgeladen hat. "Pitman handelte nach der Grundüberzeugung: 'Wenn die Leute dich mögen, tun sie dir nichts an.' Mit freundlichem Geplänkel brachte er die Schuldner aus der Fassung. 'Schöner Jeep!', pflegte er zu sagen. 'Hast du den selbst umgebaut?' Auf RepoNut erklärte er einmal: 'Wenn ein Pfändungsbeamter bei jemandem zu Hause auftaucht, um sein Fahrzeug abzuholen, steckt die Person oft
in der Insolvenz,
in einer Scheidung oder
in ständigen Streitigkeiten mit dem Ehepartner. Manchmal sogar am finanziellen Ruin. Ihr Leben bricht auseinander.' Er filmte und veröffentlichte die Videos trotzdem. RepoNut entstand während der Großen Rezession. Zwischen Dezember 2007 und Anfang 2010 gingen
fast neun Millionen Arbeitsplätze verloren. Da sie gezwungen waren, harte Sparentscheidungen zu treffen, räumten viele Amerikaner ihren Ratenzahlungen für das Auto Vorrang vor der Hypothek ein und wägten den dringenden Bedarf an einem eigenen Fahrzeug - für Arbeit und Einkäufe, den Weg zur Kirche und Arzttermine - gegen den relativ langwierigen Prozess einer Zwangsvollstreckung ab. Dennoch wurden laut Cox Automotive auf dem Höhepunkt der Rezession im Jahr 2009 1,8 Millionen Autos gepfändet - eine beispiellose Zahl. Pitman war das Gesicht, das Tausende von Verbrauchern sahen - oder auch nicht -, als das Finanzsystem sie einholte."