
Leigh Kamping-Carder erzählt, wie der Künstler
Stan Douglas die
Gastown Riots nachgestellt und fotografiert hat. Die Riots fanden in den frühen Siebzigern statt, als
Hippies ein Viertel in Vancouver besetzt hatten und von der Polizei vertrieben wurden. Douglas hat diese Szene mit achtzig Schauspielern
nachgestellt. Das
Foto wird bald in eben diesem Viertel zu besichtigen sein, in einem
Komplex mit Läden, Büros und Wohnungen, der auf dem Grund des
gesprengten Woodrow Kaufhauses steht. Douglas ist verstört, dass sein Auftraggeber, der Bauträger, von seinem Werk entzückt ist: "'Ich dachte, ich sei sehr subversiv, aber
niemand hat sich beschwert', sagt er. 'Was zum Teufel geht da vor sich?' 'Es ist vielleicht ein bisschen kontrovers', sagt ein Repräsentant des Bauträgers. 'Es ist bestimmt kein Wohlfühl-Foto. Es zeigt eher einen Wendepunkt in der Geschichte, darüber sind wir froh. Wir finden, das Foto ist etwas, über das man reden kann, über das man diskutieren kann, und
darum geht'
s doch in der Kunst, richtig?'"
In einem längeren, nachdenklichen Text bedauert es der BBC-Journalist Nick Fraser, dass
Europa "keine Identität enwickelt hat", die auf seinen von allen EU-Mitgliedern geteilten
demokratischen Prinzipien beruht, aber er gibt die Hoffnung noch nicht auf.