In Bautzen fand eine vielbeachtete CSD-Parade statt. Die rechtsextreme Gegendemo war fast genauso groß. Die Polizei trennte die beiden Gruppen und schützte damit den CSD. So sieht Demokratie aus, findet Jan Feddersen in der taz: "Forderungen von liberaler und linker Seite, dass die CSD-Gegendemo nicht hätte stattfinden dürfen, diese sei doch schließlich undemokratisch, gehen an der Realität vorbei: Es gibt Haltungen, die den CSD ablehnen - und auch diese haben das Recht auf Artikulation, also auch auf einen Anti-CSD. So widersprüchlich das klingen mag: Auf das Politische in der Debatte kommt es an, Gegendemo-Verbote machen nur die rechten Undergrounds noch stärker."
Olympische Spiele schaffen immer eine gewisse Euphorie, bilanziert Anno Hecker im Leitartikel der FAZ. "In Paris ließ sich etwas Neues beobachten: die Urbanisierung der Spiele, ihre Einbettung in das Leben einer pulsierenden Weltstadt." Bewerber für künftige Spiele, auch Deutschland stehen nun unter Kreativitätsdruck: "Mit Nachhaltigkeit ist nichts mehr zu gewinnen. Das gehört zum Standard, wenn er auch Spielraum lässt für Verbesserungen. Die Franzosen, Seine-Klärung hin oder her, bauten nur eine neue Sportstätte. Ein Schwimmbad. Sie nutzten ihre vorhandene, polierte Infrastruktur, das, was eine Weltstadt einer Sportnation im Überfluss zu bieten hat: kleinere und große Arenen auf engem Raum."
Gewiss, man kann viel am Weltsport und seinen Verbänden kritisieren, aber taz-Autor Jan Feddersen legt sich fest: "Paris ist das schönste olympische TV-Fest aller Zeiten. ... Man nimmt Anteil an Stars und Sternchen, Simone Biles, Malaika Mihambo oder dem deutschen Schwergewichtsboxer Nelvia Tiafack aus Köln, der erst vor wenigen Jahren mit Mutter und Vater aus der alten Heimat fliehen konnte, der in Köln lebt und offenbar längst diese gewisse rheinischen Neigung zum Frohsinn versprüht. Die Bronzemedaille zu gewinnen war heldisch, und wir hatten Anteil an seiner Geschichte, die mehr über das Deutschland von morgen aussagt als die gestrauchelten Hockeymänner, die, schnöselig sich allen überlegen wähnend, von den Niederländern bezwungen wurden."
Wir hätten auch ein Video eingebettet, aber der olympische Copyright-Inhaber hat alle Videos in den sozialen Netzen gelöscht.
"Schon jetzt steht fest, dass Paris ein Sommermärchen erlebt hat", konstatiert auch FAZ-Korrespondentin Michaela Wiegel. Es sind vor allem die ärmsten Gegenden der Banlieue, die von dem Ereignis profitieren - durch die neuen U-Bahnlinien, die nun weit in die Vorstädte reichen. Wiegel begibt sich auf eine Rundfahrt: "Die Tour beginnt am wohl schönsten Bahnhof der Hauptstadtregion, Saint-Denis-Pleyel. Der Name Pleyel kommt tatsächlich von den berühmten Flügeln und Klavieren, die an diesem Ort einmal gebaut wurden. Der Bahnhof hat auch viel edles Holz vorzuweisen, aber erinnert an ein Origami. Der japanische Architekt Kengo Kuma hat das Tageslicht geschickt in den tiefsten Metroschacht geholt, der im untersten der neun Stockwerke liegt."
Und Holger Gertz schreibt in einer vorläufigen Bilanz auf Seite 3 der SZ: "Die Stadt der circa 130 Theatersäle, der zahllosen Kinos mit raumgreifenden Namen wie 'Le Grand Rex', hat während der Spiele versucht, die Erzählung von Sport in eine andere Richtung zu drehen, ihr einen zusätzlichen Spin zu verpassen, wie das neuerdings heißt. Die Vision, dass olympischer Sport etwas ästhetisch Ausdeutbares, künstlerisch Wertvolles sein kann, wenn man den entsprechenden Rahmen darum spannt."
Die Satirikerin Sophie Aram kann es nicht glauben: Die Pariser Bevölkerung tanzt mit der Polizei:
Pensée pour l'extrême-gauche qui se réveille dans une France qui danse avec la police et pour l'extrême-droite qui avait misé sur le chaos... 💙🤍❤️#JOParis2024 pic.twitter.com/J68HjouDmV
Und noch eine wundersame Szene, die von der friedensstiftenden Wirkung der Musik zeugt:
Ces JO sont totalement géniaux. Embrouille entre le Brésil et le Canada en beach volley. Le DJ décidé de stopper la musique, et balancer Imagine de John Lennon ... Le public reprend en chœur, les esprits s'apaisent et les joueuses retrouvent le sourire. pic.twitter.com/7uTdZrJbQG
Die deutsche Verfassung garantiert die Meinungs- und Versammlungsfreiheit, trotzdem sollte der Staat bei Antisemitismus eingreifen, schreibt der Rechtswissenschaftler Hans Michael Heinig auf Zeit Online. "Wer es ernst damit meint, dass Antisemitismus und Rassismus nicht staatlich subventioniert werden, sollte deshalb eine Klarstellung in den Haushaltsordnungen auf den Weg bringen. So können Vorhaben, die Rassismus und Antisemitismus befördern und sich entsprechender Stereotype und Narrative bedienen, rechtssicher von einer Förderung ausgeschlossen werden. Von verfassungsrechtlich angreifbarem und rein symbolpolitischem Firlefanz sollte die Politik hingegen die Finger lassen. Dazu sind die Herausforderungen des Antisemitismus zu gravierend, die Bedrohung für Juden und Jüdinnen in Deutschland zu ernst."
Wenn im öffentlichen Raum die gesellschaftliche Angst umgeht, werden die Rufe nach mehr Polizeipräsenz laut - das sei aber der falsche Weg, ruft uns Özge Inan auf Zeit Online zu. Sie fordert einen stärkeren, nachbarschaftlichen Zusammenhalt gegen steigende Kriminalität. "Nachbarschaften müssen zum Mitmachen einladen. Wer miteinander Feste feiert, Flohmärkte organisiert und Fahrräder repariert, wird bei Unordnung oder Fehlverhalten das Gespräch suchen, statt in Angst und Schrecken zu verfallen. Unter dem Stichwort Sicherheitspolitik denkt wohl niemand daran, in öffentliche Partyräume oder Reparaturcafés im sogenannten Problemkiez zu investieren. Aber vielleicht ist genau das ein Problem."
Bestellen Sie bei eichendorff21!Die deutsch-iranische Journalistin Gilda Sahebi, die gerade ein Buch über Rassismus in Deutschland geschrieben hat, glaubt in der taz, dass es eine Frau mit nichtdeutschem Hintergrund in Deutschland nicht in die Position von Kamala Harris bringen könnte. Nicht, weil Deutschland rassistischer oder sexistischer als die USA wäre, betont sie, sondern weil die deutsche Frauenbewegung anders als feministische Bewegungen in den USA die Realitäten von Frauen mit nichtdeutschen Wurzeln negiere: "Zwischen den Identitäten 'Frau', 'of Color' oder 'Migrationshintergrund' (oder trans oder bi oder mit Behinderung oder, oder, oder) gibt es keine Hierarchie. Alle Identitäten sind in einem Menschen integriert; es ist unmöglich, einen Menschen auf eine Identität zu reduzieren. Genau das aber passiert in Deutschland. Die deutsche Frauenbewegung denkt größtenteils eindimensional: sie sieht nur die Frau. Der Mainstream-Feminismus schließt die Realitäten von Frauen mit nichtdeutschen Wurzeln systematisch aus."
Er habe auch Morddrohungen bekommen, sagt im Gespräch mit der Jüdischen Allgemeinen Sebastian Leber, der im Tagesspiegel vor einigen Wochen geschrieben hatte, es gebe keine hörbaren moderaten Stimmen im propälästinensischen Protest (unser Resümee): "Diese Reaktionen zeigen auch ein gestörtes Verhältnis zur Presse: Viele halten es für normal, Kritik mit Hass zu beantworten. Unter den Hunderten Nachrichten konnte mir übrigens niemand einen Gegenbeweis liefern: also eine größere Demonstration zeigen, die nicht von Terrorverherrlichern oder sonstigen Israelhassern organisiert wurde." Zugleich schrieben ihm viele Palästinenser: "Wir würden gern auf die Straße gehen, aber mit unseren Positionen werden wir dann gleich beschimpft. Man gilt sofort als Verräter."
Die Humo ist die führende Wochenzeitschrift in Flandern, dort hat der Schriftsteller, Dichter und Dramaturg Herman Brusselmans eine Kolumne, in der er nun schrieb: "Ich sehe das Bild eines weinenden und schreienden palästinensischen Jungen, der völlig außer sich ist und nach seiner Mutter ruft, die unter den Trümmern liegt, und ich stelle mir vor, dass der Junge mein eigener Sohn Roman ist und die Mutter meine Freundin Lena, und ich werde so wütend, dass ich jedem Juden, dem ich begegne, ein spitzes Messer in die Kehle rammen möchte." Die Humo wollte sich auf Anfrage der Jüdischen Allgemeinen nicht äußern, schreibt Michail Thaidigsmann ebenda, dabei war es nicht das erste Mal, "dass sich der 66-jährige Schriftsteller dergestalt äußerte. Im Dezember unterstellte er Israel, es wende dieselben Methoden an wie einst die Deutschen, um 'eine ganze Rasse zu vernichten'. Jüdische Organisationen zeigten sich in einer ersten Reaktion auf den Artikel entsetzt und forderten strafrechtliche Konsequenzen für Brusselmans und die Chefredaktion von Humo."
Die Turnerin Kaylia Nemour, die einst für Frankreich antrat, aber nach einem Streit für Algerien turnt, hat auf dem Stufenbarren mit einer fulminanten Übung Gold geholt. Dem algerischen SchriftstellerKamel Daoud ist allerdings aufgefallen, dass in algerischen Medien fast immer nur ihr Oberkörper gezeigt wird. Ein in Algerien berühmter Sportreporter ging sogar so weit, ihr in ihrer Siegerinnenpose einen Plisseerock zu verpassen. "Nach Ansicht der islamistischen Tugendschneider darf die Tänzerin der Lüfte nicht in ihrem ganzen Körper erscheinen, auch wenn sie die Freuden der Massen und inbrünstigen Hypernationalismus entfesselt", schreibt Daoud in seiner Kolumne für Le Point. "Der in Frankreich geborene und aufgewachsene Jungstar wurde zu einer algerischen 'Rache' an einem Frankreich, das ausgrenzt, und zum Triumph einer frustrierten Identität. Für die konservative Strömung darf man jedoch das Wesentliche nicht vergessen: die Verhüllung des Frauenkörpers."
Die italienische Mafia wäscht in Deutschland Millionen, biedert sich an die lokale Politik an und die deutschen Behörden scheinen sich nicht dafür zu interessieren, wundert sich Sandro Mattioli von der Organisation "Mafia? Nein danke" im Tagesspiegel-Gespräch mit Helena Piontek. "Mit meinem Verein waren wir bei der Polizeipräsidentin Barbara Slowik zu Gast und wollten ins Gespräch kommen über Hinweise auf italienische Organisierte Kriminalität in Berlin. Mit dabei war auch ein leitender Polizist des LKA, zuständig für schwere und Organisierte Kriminalität. Und er sagte zu uns: Wir sollten uns doch besser um Flüchtlinge kümmern, dort gebe es auch Organisierte Kriminalität. Für einen Verein, der seit mehr als einem Jahrzehnt eine absolut engagierte Arbeit zu italienischer Organisierter Kriminalität macht und für das Thema sensibilisiert, ist so eine Aussage natürlich wie ein verbaler Mittelfinger." Mattioli fordert, dass der Staat diese Organisierte Kriminalität endlich erfasst.
Nachdem der Zentralrat der Juden die geplante Auszeichnung der Publizisten Meron Mendel und Saba-NurCheema mit der Buber-Rosenzweig-Medaille in einem Brief kritisierte (unsere Resümees), äußern sich das Paar jetzt erstmals im SZ-Gespräch mit Nele Pollatschek. Sie seien "irritiert und verletzt", dass sie den Boykott, den sie immer wieder kritisierten, nun ausgerechnet durch den Präsidenten des Zentralrats erleben müssen, erklären sie. "Es ist besonders perfide, weil unsere Arbeit aus einer tiefen Verbundenheit mit Israel kommt. Und mit den Palästinensern", sagt Mendel: "Gleichzeitig geht dieser Angriff gegen mich an der Auszeichnung völlig vorbei. Denn die ist ja nicht für mich und meine Meinungen, sondern für unsere gemeinsame Arbeit." Mendel werde auch häufig kritisiert, weil seine Frau muslimisch sei, so Cheema, wozu Mendel ergänzt: "Die Frage ist ja auch: Wie stellt man sich das vor? Dass Juden nur sprechen dürfen, wenn sie die offizielle Position 'der Gemeinschaft' vertreten? Das wäre der Horror. Und entspricht auch noch dem antisemitischen Stereotyp: Alle Juden denken oder wollen das Gleiche."
Im großen WamS-Interview teilt Alice Schwarzer aus: Sie wettert einmal mehr gegen das Selbstbestimmungsgesetz oder Feministinnen, die "die wissenschaftliche Tatsache leugnen, dass es nur zwei biologische Geschlechter gibt": Die nennt sie "einfach nur dumm und peinlich", die "Trans-Ideologie" hält sie für "kulturelle Aneignung". Im Gespräch geht es auch um den politischen Islam, der zu "allgemeinen Militarisierung unseres Landes" führe. Zudem hält sie "den Islamismus für den zentralen Antrieb der linken Woke-Bewegung an den Universitäten der westlichen Welt. Der politische Islam agitiert da seit Jahrzehnten, ausgestattet mit Milliarden Petrodollars aus Saudi-Arabien und anderen Öl-Ländern."
Weitere Artikel: In der FAS resümiert Jessica Ramzcik die antisemitischen Ausschreitungen beim diesjährigen Berliner CSD. Ebenfalls in der FAS reisen Elena Witzeck und Daniel Pilar zu Jugendzentren, Kampfsportzentren und Festivals in Ostdeutschland, um den Rechtsruck und die Arbeit dagegen zu dokumentieren.
Bestellen Sie bei eichendorff21!Gestern erschien Jens Balzers neuer Essay "After Woke", in dem er der woken Gemeinschaft nach dem 7. Oktober den "moralischen Bankrott" attestiert. Im Gespräch mit der Berliner Zeitungversucht er unter anderem am Beispiel der amerikanischen Bürgerbewegung zu erläutern, wie der Antisemitismus ins postkoloniale Denken kam: "Da gibt es einen antisemitischen Turn, der bis in die 1960er-Jahre zurückreicht und der zunächst gar nichts mit dem Nahostkonflikt oder Israel zu tun hat. Der geht vielmehr auf die Nation of Islam zurück, die sich gegen moderate Kräfte wie Martin Luther King Jr. an die Spitze der Bewegung setzen wollte - unter anderem dadurch, dass sie die Juden als Hauptgegner auserkoren hat. Anfang der 1990er warnen postkoloniale Theoretiker wie Henry Louis Gates Jr. und Cornel West - ich zitiere das in meinem Buch - dringend davor, dass schwarze Befreiungs-Communitys, die in den Antisemitismus kippen, die moralische Legitimität für den eigenen Befreiungskampf verlieren. Das hat sich fortgepflanzt. (…) Es gibt auch bei Black Lives Matter eine antisemitische Unterströmung, die sehr schnell vom Protest gegen die israelische Militärpolitik und die israelische Regierung zu antisemitischen Attacken auf Juden und Jüdinnen generell geführt hat. Man könnte sagen: Die Bewegung wurde früh von 'antizionistischen' Kräften gehijackt, und beim Import von Black Lives Matter nach Deutschland und Europa wurde das dann einfach mitübernommen." Gleichwohl räumt er ein, es sei falsch, wie es von rechts geschieht, "den gesamten Postkolonialismus unter Antisemitismusverdacht zu stellen".
"Muslimischer Antisemitismus hätte keine Chance, wenn die anderen Teile der Gesellschaft ihm wirklich etwas entgegensetzen würden", sagt die Leipziger Rabbinerin Esther Jonas-Märtin im Tagesspiegel-Gespräch: "Wie kann es sein, dass so viele Jahre der Al-Quds-Tag in Berlin stattfinden durfte und dort Israel-Flaggen verbrannt werden konnten? Muslimischer Antisemitismus würde wenig fruchtbaren Boden finden, wenn alle anderen bei sich selbst aufräumen würden." Sie kommt auch auf innerjüdische Konflikte in Deutschland mit Blick auf die russischen Juden, die in den neunziger Jahren aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland kamen, zu sprechen: "Das Problem ist, viele von ihnen glauben, nur das orthodoxe sei das authentische Judentum. (….) Natürlich haben viele Zugewanderte eine andere Kultur mitgebracht. Zum Beispiel haben sie in Leipzig den 9. Mai gefeiert, den Tag des Sieges über Nazi-Deutschland, und standen dann mit ihren sowjetischen Militäruniformen und -orden in der Gemeinde. Und sie hatten deutlich konservativere Ansichten - zum Beispiel musste schnell eine Trennwand in die Synagoge, weil sie durchgesetzt haben, dass Frauen und Männer getrennt beten sollen. Man muss allerdings sagen: Ohne die neuen Mitglieder gäbe es viele jüdische Gemeinden nicht mehr. Oft wird von einer Renaissance jüdischen Lebens in Deutschland nach 1989 gesprochen. Das stimmt so einfach nicht. Es gibt jetzt ein ganz neues Judentum."
Auf Twitter gibt es im Moment nur ein Thema: den Sieg der intersexuellen Boxerin Imane Khelif (Algerien) gegen die Italienerin Angela Carini. Till Randolf Amelung fasst die Debatte in queernations.de sehr sachlich zusammen. Khelif wuchs zwar als Frau auf, aber hat die Testosteron-Werte eines Mannes, für einen Boxkampf mit einer Frau keine idealen Bedingungen, der Kampf war nach 46 Sekunden beendet: "Der aktuelle Fall von den Olympischen Spielen in Paris zeigt: Inklusion hat Grenzen, und biologische Faktoren können bei Geschlecht weder wegdiskutiert noch kleingeredet werden. Schon gar nicht sollte mit Inklusion die Toleranz anderer strapaziert werden, deren Wettbewerbe mit solchen Belastungen für faire Bedingungen ruiniert werden."
Nachdem Innenministerin Nancy Faeser das Islamische Zentrum (IZH) in Hamburg, das in der "Blauen Moschee" an der Alster residierte, wegen seiner Nähe zum iranischen Mullah-Regime geschlossen hat, stellt sich die Frage, was nun mit dem Gebäude geschehen soll. Stephan Steinlein stellt im Hamburger Abendblatt Ideen des Vereins "Säkularer Islam Hamburg" vor und hat mit der Autorin Necla Kelek gesprochen, die auch diesem Verein angehört. Das Haus sollte zu einer Art Begegnungsstätte werden, resümiert Steinlein: "Freitags könnte das Haus offen sein für Gebete, geführt von liberalen Imamen. An allen anderen Tagen könnte es um die 'großartige persische Kultur gehen oder um interreligiöse Begegnungen'. Den Kurden, Schiiten und Sunniten, die sich für das Projekt gefunden haben, schwebt ein Kulturzentrum 'Blaue Moschee' in öffentlich-kontrollierter Trägerschaft vor - vergleichbar organisiert wie Kampnagel, Theater oder Museen. Ein Förderverein könne die Planung und Koordination der Bildungs- und Kulturveranstaltungen, Lesungen, Ausstellungen oder Diskussionen übernehmen."
Über die Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in Paris gab es einige Aufregung (unser Resümee). Vor allem eine LGBTQ-Abendmahl-Parodie erzürnte einige konservative Gemüter. Pascal Brucknersieht es in der NZZ nicht ganz so eng, die Provokation einer von Dragqueens dargestellten Abendmahlszene fand er dann aber doch zu "kindisch": "Außerdem wäre die parodistische Aufführung noch pikanter und vor allem kühner gewesen, wenn sich die Schauspieler auch über andere Religionen lustig gemacht hätten. Das Christentum ist nun einmal bekanntlich die einzige Konfession, über die man ungestraft lachen kann. Wenn man sich über den Islam lustig macht, wird man zuerst des Rassismus beschuldigt und dann mit einer ordentlichen Schlächterei bedroht. Wer Ohren hat zu hören ... Die Organisatoren haben sich beflissen bei allen Personen oder Gemeinschaften entschuldigt, die sich von bestimmten Sequenzen verletzt gefühlt haben."
Allerdings wird bestritten, dass es sich bei dem Figuren-Arrangement der Dragqueens, das in einem Moment dem "Abendmahl" Da Vincis ähnelte, überhaupt um eine Anspielung auf dieses Abendmahl handelte. Der Historiker Philippe Dagen sieht sich in Le Monde viel mehr an ein dionysisches "Festmahl der Götter" erinnert, ebenfalls ein häufiges Motiv in der Kunstgeschichte: "Im Allgemeinen sind dies die Elemente der klassischen Ikonografie des Festmahls der Götter, eine olympische Versammlung, denn sie vereint Göttinnen und Götter des Olymps umfasst. Dies war auch die Referenz, die der Regisseur der Zeremonie im Sinn hatte."
Manche konzentrieren sich aufs eigentliche:
🤯 Le plongeon parfait ̷n̷'̷e̷x̷i̷s̷t̷e̷ ̷p̷a̷s̷ ̷ a eu lieu à Paris
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