In der
NY Times generieren Jodi Kantor und David Streitfeld jede Menge zornige Kommentare mit einem
Bericht aus dem
Innern von Amazon, das sich wie ein postmodernes Sklavenschiff ausnimmt: "Mitarbeiter werden angehalten, die Ideen ihrer Kollegen in Meetings auseinanderzunehmen, Tag und Nacht zu schuften (Emails nach Mitternacht werden von SMS begleitet, in denen der Adressat gefragt wird, warum er
nicht antwortet), zu "besten" Konditionen, heißt es. Eigens installierte Programme für geheime Rückmeldungen an den Chef (mit Textbeispielen wie diesem: "Sein Mangel an Flexibilität und seine Nörgelei über kleinste Aufgaben beunruhigen mich") werden gern genutzt, um
andere zu denunzieren. Viele der regelmäßig an Montagen rekrutierten Neulinge, werden bald schon nicht mehr dabei sein. Alle Übrigen ersinnen neue Produkte für eine Viertelmilliarde Kunden und akkumulieren kleine Vermögen mit Firmenaktien. Die Verlierer werden jährlich aussortiert - "zielgerichteter Darwinismus", wie es ein ehemaliger Mitarbeiter nennt. Mitarbeiter, die unter Krebs leiden, Fehlgeburten haben oder andere persönliche Krisen werden unter Druck gesetzt."
Jeff Bezos antwortet in einem Statement an seine Mitarbeiter, das
Geekwire zitiert: "Der Artikel geht über einige isolierte Anekdoten hinaus. Er behauptet, dass wir absichtlich einen seelenlosen Arbeitssplatz wie aus einer
düsteren Zukunftsvision schaffen, wo keine Freude möglich ist und kein Lachen laut wird. Ich erkenne dieses Amazon nicht, und ich hoffe, ihr auch nicht." Auch Jeff Jarvis
antwortet auf den Artikel.
Simon Hurtz ärgert sich in der
SZ über
Facebook , das sich weigert rassistische Hetzparolen zu löschen:"In der Vergangenheit reichte oft schon eine nackte Brustwarze, um einen Beitrag sperren zu lassen. Und nicht nur die berüchtigte amerikanische Prüderie lässt manche an Doppelstandards glauben: So entfernte Facebook
Mohammed-Karikaturen auf Druck der türkischen Regierung, verbannte tibetische Freiheitskämpfer, um es sich nicht mit China zu verscherzen, bevormundete
russische Oppositionelle, löschte (angeblich versehentlich) einen kirchenkritischen Eintrag des Moderators Domian und sperrte den Account des Kunstkritikers Jerry Saltz, weil er spätmittelalterliche Gemälde mit Folterszenarien hochgeladen hatte."
Lalon Sander
schickt für die
taz Eindrücke vom
Sommercamp des
Chaos Computer Clubs im brandenburgischen Zehdenick, wo es wie auf jedem Zeltplatz ein bisschen spießig zugeht, das aber mit Hochgeschwindigkeitsnetz: "Auf der Al-Khwarizmi-Allee rennt ein Mann, ausgezogen bis auf die Unterhose, aus einem Zelt: "Hej Leute, wollt ihr
eine kostenlose Freundin?" Wie bitte? Ja, eine kostenlose Freundin, ist das ein Angebot? "Dann kommt zum
Speeddating jeden Mittag hier bei uns", sagt er freundlich und fängt dann an von seiner Lieblingsserie am späten Abend auf einem Kindersender zu schwärmen."
Weiteres: In der
Welt geht Hannes Stein der Frage nach, wie
Katzen zum "wichtigsten Interrnetinhalt" werden konnten.