Die
Buchmesse beginnt morgen. Andreas Platthaus wirft im Leitartikel der
FAZ einen Blick auf die wie stets kriselnde Branche. Die ganz große Hoffnung für den eher kulturindustriellen Teil der Branche sei die "
Young Adults"- Literatur, der glatt eine gigantische Hallen-Etage gewidmet ist. Platthaus beschreibt das Genre als "Bücher für die Altersgruppe von fünfzehn bis dreißig, die vor allem
romantische Stoffe erzählen, bei denen es aber durchaus hart zur Sache gehen kann - sowohl erotisch als auch psychologisch. Vorbild dafür waren erfolgreiche Fernsehserien à la 'Game of Thrones', aber die Faszination des
überwiegend weiblichen Zielpublikums erstreckt sich auch auf eine medienspezifische Besonderheit: die
Ausstattung der Bücher. Farbschnitt und andere aufwendige 'Veredelungsverfahren' bei deren Herstellung entsprechen der inhaltlichen Verbrämung ihres meist eher schlichten Ausgangsmaterials, sorgen aber als Sammelobjekte für zusätzliche Kaufanreize."
Im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse wurde dieses Jahr viel über das
Gastland Italien diskutiert, schreibt Felix Stephan in der
SZ. Dort hat die rechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni eine Rede vom Faschismusexperten Antonio Scurati im Fernsehen verhindert, der
Schriftsteller Roberto Saviano fand sich zunächst nicht mal auf der Liste der italienischen Delgation: "Das mögen auf den ersten Blick kleinere Vorfälle sein, aber die Geschichte von Ländern, die in den Autoritarismus gerutscht sind, hat oft genug gezeigt, wozu diese Politik der Nadelstiche dient: Beim ersten Mal hat die Öffentlichkeit vielleicht
noch die Kraft, eine kraftvolle Gegenreaktion zu organisieren, beim zweiten Mal auch noch. Aber schon beim dritten Mal könnte es aussehen wie jetzt auf der Frankfurter Buchmesse: Man kann den Ärger nicht schon wieder gebrauchen, der Protest fällt aus." (Mehr zur Buchmesse in
Efeu)