Im
Interview mit dem
Tagesspiegel zeigt
Eckart Köhne, Präsident des Deutschen Museumsbundes, wenig Verständnis für die
Proteste des Kunsthandels gegen das neue Kulturgutschutzgesetz: "Der Kunsthandel funktioniert nach einem
Geschäftsmodell der Barockzeit: Connaisseur und Händler tauschen sich über den Eigenwert eines Objektes aus, die Hintergründe - insbesondere die Provenienz - bleiben ausgeblendet. Der Weg der Kulturgüter ist
nicht nachvollziehbar. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Wer heute eine Tütensuppe kauft, kann lesen, was drin ist. Bei Bioprodukten erfährt man sogar, wo die Kuh geweidet hat. Auch Kunstobjekte brauchen
einen Pass, in dem steht, woher sie kommen, welchen Weg sie genommen haben. Dann sind alle auf der sicheren Seite. Die nun geplanten Ein- und Ausfuhrregelungen sind ein Schritt in Richtung Transparenz."
Berlin, vergiss das
Einheitsdenkmal,
ruft Nikolaus Bernau in der
Berliner Zeitung. Keiner will die dusslige
Schale. Sie wird teuer und ihre Aufstellung zerstörerisch, so Bernau: "Und welch
denkmalpflegerische Brutalität: Die weitgehend intakten Mosaiken des Monuments für Kaiser Wilhelm I. und dessen Sockelbau müssen nämlich für die Goldschale
schwer beschädigt werden. Dennoch hat der Berliner Senat das Projekt jetzt
genehmigt, so wie auch die Projekte Staatsoper, Magnus-Haus, Friedrichswerdersche Kirche etc. Wie will man eigentlich ruchlosen Investoren den Schutz von historischen Bauten abverlangen, wenn wir mit unserem Erbe selbst ruchlos umgehen?"
Die
FAZ meldet, dass die Historikerin
Gundula Bavendamm das "wohl schwierigste deutsche Gedenkstättenprojekt", nämlich die Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung leiten wird. Im Interview mit Patrick Bahners macht sie einen tatkräftigen Eindruck: "Hier überlappt sich die
Opfer-Täter-Dichotomie. Die Täternation Deutschland und Nationen, die sich den Opfernationen zurechnen, erinnern an ihr Leid und ihre Verluste. Man braucht
diplomatisches Geschick, um die SFVV aus dem Stellungskrieg geschichtspolitischer Kontroversen herauszuführen. Sie gehört in die Mitte der Gesellschaft."