In der
Berliner Zeitung ist Nikolaus Bernau
gar nicht so unfroh über den Abgang von
Manfred Rettig als verantwortlichem Bauherrn des
Berliner Schlosses. Jetzt könne man endlich auch mal umplanen! "Bisher regierte Rettig als Alleinherrscher über das Projekt, agierte mit dem
Termin- und Kostenargument. Jetzt aber ist durch die Berufung des unabhängigen Neil MacGregor und seiner offensichtlichen Unterstützung durch Monika Grütters erstmals
die Nutzerseite so stark im Planungsprozess geworden, wie sie es immer hätte sein sollen. Sicher kann es keinen grundlegenden Neuanfang geben. Dazu ist zu viel Beton gegossen worden. Aber es können
Korrekturen im Detail stattfinden: der Herausriss der inzwischen unsinnigen Bibliothekseinbauten, die Neuverteilung von Ausstellungsräumen etwa." Und was die Einhaltung des
Kostenplans von 590 Millionen angeht: "Fachleute haben schon um 2009 angekündigt, dass ein so großer Bau mit diesen Funktionen realistisch etwa
750 Millionen Euro kosten wird."
Die Münchner
Konzertsaal-Entscheidung ist noch nicht verwunden. Patrick Bahners
greift in der
FAZ einen Leserbrief des ehemaligen bayerischen Finanzministers
Kurt Faltlhauser an die
SZ auf, der behauptet, dass die bayerische Regierung die Öffentlichkeit über Gutachten bei der Standortentscheidung getäuscht habe. Vor allem geht es um ein Gutachten des Akustikexperten Yasuhisa Toyota, der von einem Konzertsaal im zentral gelegenen Marstall-Gelände abgeraten habe: "Faltlhauser behauptet in seinem Leserbrief, Toyota habe in seinem Gutachten
keinesfalls festgestellt, dass ein Konzertsaal im Marstall unmöglich sei. Der von ihm 'von Anfang an favorisierte Standort' sei 'durch eine verfälschende Überinterpretation des Wissenschaftsministeriums erledigt' worden."
Ebenfalls für die
FAZ besucht Paul Ingedaay die europäische Kulturhauptstadt
San Sebastian.
Laura Weissmüller erzählt in der
SZ, wie die
Deutsche Bahn große Grundstücke in zentralen Vierteln Frankfurts, Münchens oder Berlins an private Investoren verkauft hat, ohne dass die Politik eingegriffen hätte: "Dabei hätte jede Großstadt die Macht gehabt, zu entscheiden,
was und vor allen für wen auf diesen wichtigen Flächen gebaut wird. Erstens, weil der Paragraf 24 des Baugesetzbuches ihr ein Vorkaufsrecht einräumt. Zweitens, weil sie bestimmen konnte, was dort gebaut werden durfte. Denn auf
ehemaligem Bahnland darf erst einmal keiner bauen außer der Bahn. Erst wenn die Kommunen einen
Bebauungsplan erstellt haben, ändert sich das. Die frei gewordenen Bahnhöfe und Gleisfelder waren ein weißes Blatt Papier. Jede Stadt konnte sich überlegen: wie viel sozialer Wohnungsbau dort entstehen sollte; ob ein Theater oder ein Museum gut hierhin passen könnte; ob die Gewerbeflächen auch für Kreative und Kleingastronomen bezahlbar sein sollen." Statt dessen gibt es dort jetzt teure,
gesichtslose Eigentumswohnungen, die den Mietspiegel in die Höhe treiben.