Die
Unesco feierte ihren Fünfzigsten in Delphi, aber im Grunde war es ein "
Krisengeburtstag", schreibt Till Briegleb in der
SZ. Die afrikanischen Länder sind nach wie vor unterrepräsentiert, viele Weltkulturstätten gefährdet, nicht zuletzt durch "
Klimawandel und Umweltzerstörung. Negative Auswirkungen ließen sich bereits bei 34 Prozent aller Monumente dokumentieren, bei den Stätten in Küstennähe sind es 70 Prozent. Und im Jahr 2100, so das diesmal glaubwürdige Unesco-Orakel, werden alle
Korallenriffe, die den Titel Weltnaturerbe trügen, verschwunden sein. Unter den Mitgliedsstaaten der Unesco sind alle, die dafür die Hauptverantwortung tragen. Es gibt eigentlich nichts zu feiern in Delphi."
Die ersten Teile der Replik des altindischen
Sanchi-
Tores sind vor dem
Humboldt-
Forum errichtet worden, anwesend war auch der indische Botschafter
S.
E.
Harish Parvathaneni, der sich freute, dass mit dem Sanchi-Tor im Osten ein "Pendant zum Brandenburger Tor im Westen" und damit ein "schönes Symbol der
Verbindung von Ost und West überhaupt" geschaffen worden sei,
berichtet in der
Berliner Zeitung Maritta Adam-Tkalec, die allerdings deutlich weniger erfreut ist: "Träger einer völkervereinenden Friedensbotschaft, Weltkulturerbe, Maskottchen und Publikumswerbung - das ist recht viel verlangt von den mit Geschichten vom 'unsichtbaren Buddha' versehenen Steinen. Und tatsächlich stellt sich beim Betrachten der ersten Elemente an Ort und Stelle
Mitleid ein: Da duckt sich ein am angestammten Platz sicherlich mächtig erscheinendes, kunst- und würdevolles, respektheischendes Steintor zwischen den beiden von goldenen Christenkreuzen beherrschten Monumenten des
Preußenbarock, Dom und Schlossreplik, und schrumpft zu
unverdienter Zwergenhaftigkeit. Es fremdelt in der kulturfremden Umgebung."