Nach dem
Rückgabevertrag der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) mit dem Staat Nigeria geht der Streit um die
Benin-
Bronzen in eine neue Runde,
berichtet Matthias Busse in der
Welt, diesmal in
Nigeria, wo darüber gestritten wird, wer die Bronzen bekommen soll: "Anlass war die öffentliche Vorstellung der Pläne für einen Museumspavillon, der erste Abschnitt des geplanten
Edo Museum of West African Art (EMOWAA). Nach Ankündigung des ehemaligen deutschen Außenministers, Heiko Maas, sollte dieser Bau die deutschen Restitutionen beherbergen. Aber genau gegen ein solches unabhängiges Museum einer nigerianischen Stiftung geht eine
mit dem Königshaus verbündete Gruppe an. Osazee Amas-Edobor, Sprecher einer "Coalition of Benin Socio-Cultural Organizations", verlangt stattdessen ein königliches Museum unter der Ägide des Palastes zu errichten." Und aus den USA melden sich
Afroamerikaner, die daran erinnern, dass Benin einst
mit Sklaven handelte und dafür auch mit den Metallen bezahlt wurde, aus denen die Bronzen gegossen wurden. Die Juristin Deadria Farmer-Paellmann hat darum bereits "das
Miteigentum der Sklavennachfahren daran in einigen amerikanischen Museen angemeldet" und forderte Deutschland auf, die Bronzen nicht zurückzugeben, mit dem bemerkenswerten Satz: "Solange die Bronzen sich
auf westlichem Boden befinden, haben wir immer noch eine Aussicht auf Gerechtigkeit."