Der sonst eher für die
Berliner Zeitung schreibende Architekturkritiker Nikolaus Bernau wettert heute in der
FAZ gegen das "Museum der Moderne" und den Entwurf von Herzog und De Meuron, die Monika Grütters nach seiner Darstellung mit aller Gewalt verwirklicht sehen will. Neben den Kosten bekümmert ihn die "totale Zerstörung der
großartigen Sichtachsen" im doch mehr zusammengestoppelt wirkenden Berliner Kulturforum. Der Architekt
Stephan Braunfels habe hier Zeichnungen im Umlauf gebracht (die auf seiner Steite von
dlf kultur zu sehen sind: "Erkennt keiner derjenigen, die jetzt, ermattet vom Dauerbombardement derer, die sagen, es sei für Berlin katastrophal, wenn die Scheune nicht komme, ihre Baukosten durchwinken, was wirklich katastrophal ist - nämlich, wie extrem 'die Scheune' in die Wirkung der Philharmonie und vor allem der Neuen Nationalgalerie eingreift? Sie drängt diese und die Neue Staatsbibliothek
regelrecht an den Rand des Kulturforums."
In der
Welt dagegen meint Swantje Karich: Das Museum sollte kommen. "Das Museum von Herzog & de Meuron ist ein
überzeugender Entwurf. In der überarbeiteten Fassung zeichnen sie einen Ort, der ähnlich der Tate Modern in London (mit dem Erweiterungsturm von Herzog & de Meuron) eine beeindruckende Symbiose von Moderne und Gegenwart vollzieht. Ein offenes Haus, das
lange in den Abendstunden geöffnet haben soll, wo sich die Menschen treffen könnten - nicht nur, um Kunst zu gucken, sondern sich zu finden, zu sammeln und auszutauschen. Es ist die Vision eines Hauses, das
dem Rhythmus, dem Puls von Berlin entspricht."