Wie schwierig es ist, sich selbst in
afrikanischen Museen vom Kolonialismus zu lösen, zeigt eine Rede von
Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, die er bei den "Museum Conversations" in Windhoek, Namibia gehalten hat und die die
taz heute veröffentlicht: Einige heutige afrikanische Mueeen, sagt er, seien von den
Kolonialmächten gegründet worden. Andere erzählten nurdie Heldengeschichten der
Unabhängigkeit. Aber es entstehen auch neue Museen: "Einige der Museen werden mit der Unterstützung
ausländischer Staaten gegründet, wie beispielsweise das Zivilisationsmuseum in Dakar. Auch dort, wo der Museumsbau fremdfinanziert wird, arbeiten die Museen
beeindruckend unabhängig. Der intellektuelle Kolonialismus hat hier ein Ende gefunden. Das muss die Herangehensweise in der Gegenwart sein, die zentrale Stellung der afrikanischen Experten bei der Erforschung und Präsentation ihrer eigenen Kultur."
Ebenfalls in der
taz berichtet Susanne Messmer über die Erfolge des Architekturhistorikers
Philipp Oswalt, der mit einem
offenen Brief an Schirmherr und Bundespräsident
Frank-Walter Steinmeier den Frieden um den Wiederaufbau der
Potsdamer Garnisonkirche kräftig störte: "Als Mitinitiator der kulturellen Zwischennutzung des Palasts der Republik 2004 und 2005 sagt Oswalt, dass das Stadtschloss im Vergleich zur Garnisonkirche 'geradezu ein linksliberales Projekt' gewesen sei. In einer Pressemitteilung hat er darauf hingewiesen, dass eine der Glocken des nun abgeschalteten Glockenspiels dem besagten Verband deutscher Soldaten gewidmet sei, eine andere dem
Kyffhäuserbund, eine dritte dem Wehrmacht-Luftwaffenoffizier
Joachim Helbig, der selbst nach Hitlers Tod noch für die Regierung Dönitz flog." Der Potsdamer Oberbürgermeister Mike Schubert hat das
Glockenspiel der Kirche inzwischen abgeschaltet, Demonstrationen sind geplant.