Der Status der Frauen in Kultur und Medien wird überall diskutiert. Das
Interview von
ZDF-Anchorman Claus Kleber mit der Schauspielerin
Maria Furtwängler, die eine neue Studie vorstellte, ist im Internet zum Renner geworden. Und auch
Spiegel-online-Kolumnistin Margarete Stokowski
schreibt heute zum Thema. Bundeskulturministerin
Monika Grütters will ein "Kulturfrauenzimmer" einrichten, wo Frauen qualifiziert und noch mehr Berichte erstellt werden sollen. Christiane Peitz ist im
Tagesspiegel ungehalten und fordert
Quoten: "Nichts gegen Symbolpolitik und das Engagement der CDU-Politikerin, nichts gegen die Steigerung des Frauenanteils in der eigenen Behörde oder den Gremien der FFA. Aber
warum so defensiv? Niemand fordert Gesetze, Richtlinien, Quoten - obwohl
all die freiwilligen Jahre vergeblich waren." In der
Welt berichtet Hannah Lühmann und liefert ein paar Zahlen mit: "Achtzig Prozent aller
Bühnenintendanten und 98 Prozent aller
Chefredakteure in Deutschland sind Männer."
In vielen Medien kursierte die maßgeblich von den
Grünen verbreitete Meldung, dass die
Zahl der Insekten in Deutschland um achtzig Prozent zurückgegangen sein. Der FDP-Politiker Hasso Mansfeld
geht in
Meedia zu den Quellen der Behauptung zurück und findet als Ursprung einen - sehr peniblel dokumentierenden - Verein, um den Hobbyforscher Martin Sorg, den auch die
FAS zitierte: "Beindruckend ist aber auch, was Sorg der
FAS noch erzählt: Die starken Rückgänge 'von bis zu 80 Prozent' sind nicht etwa ein Durchschnitt aller vom Verein betriebenen Messstellen in Nordrhein-Westfalen. Nein, die Zahl, auf die sich seit 2013 alle Experten stützen, stammt von genau
zwei Standorten im Krefelder Naturschutzgebiet 'Orbroicher Bruch'. Auf die Frage der
FAS, ob sich diese beiden Messpunkte denn problemlos
auf ganz Deutschland hochrechnen ließen, antwortet Freizeitentomologe Sorg: 'Natürlich nicht.'"
Struppig, aber nicht uninteressant liest sich ein
Bericht des für
Netzpolitik schreibenden Leonhard Dobusch , der Mitglied im Runkfunkrat des
ZDF-Fernsehrats ist, und über Debatten zwischen den Sendern und Interessengruppen von "Kreativen" und Produzenten über eine
stärkere Präsenz der Sender im Netz diskutiert - die einzige Frage schien dabei aber zu sein, ob die "Kreativen" für die Netzpräsenz
ausreichend vergütet werden. Einziger Lobbystandpunkt gege die Ausdehnung kam von
Zeitungsverlegern und privaten
TV-Sendern, die alle "Presseähnlichkeit" im Netz ablehnen: "Mit
dieser radikalen Ansicht sind die Zeitungsverleger allerdings fast alleine unter den Konsultationsteilnehmern. Die Mehrzahl der Einlassungen zum Thema 'presseähnlicher Angebote' fordern hingegen eine Lockerung oder völlige Abschaffung des Verbotes."
Außerdem: Ludger Fittkau
fragt auf der Website von
Deutschlandfunk Kultur mit vielen Illustrationen, was sich
türkische Karikaturisten noch trauen.