9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 08.11.2025 - Medien

Neulich stellte sich heraus, dass das ZDF mit einem Offizier der Hamas zusammenarbeitete - er war bei einem Angriff der Israelis ums Leben gekommen und wurde vom ZDF zunächst intensiv betrauert. Der Fall reiht sich ein in eine ganze Serie von Kooperationen internationaler Medien, die nicht nach Gaza dürfen, mit "Journalisten", die oft zur Hamas gehören. Vanessa Fatho fasst für die FAZ zusammen: "Einen Fauxpas erster Klasse hatte sich Anfang des Jahres die BBC geleistet. Im Februar veröffentlichte der Sender die Dokumentation 'Gaza - How To Survive A War Zone'. Im Nachgang stellte sich heraus, dass einer der Protagonisten, ein 13 Jahre alter Junge, der Sohn des stellvertretenden Hamas-Landwirtschaftsministers Ayman al-Yazouri war. Inzwischen wurde die Doku aus der BBC-Mediathek entfernt und nach eigenen Angaben eine interne Untersuchung durchgeführt... Die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom verpflichtete die BBC dazu, sich zur besten Sendezeit im Programm für die Sache zu entschuldigen."

Die Bundesländer suchen nach einem neuen "Digitale-Medien-Staatsvertrag (DMStV)", berichtet Ann-Kathrin Lecler in der taz, die mit Heike Raab, Koordinatorin der Rundfunkkommission der Länder und Medienstaatssekretärin von Rheinland-Pfalz gesprochen hat. Unter anderem geht es darum, wie man für die notleidenden "Qualitätsmedien" ein wenig Gelder der übermächtigen Plattformen abzweigen kann (na, Hauptsache, der Perlentaucher kriegt was ab). "In Österreich gibt es eine ähnliche Plattformabgabe bereits, große Onlineplattformen müssen fünf Prozent ihrer Einkünfte aus der Werbevermarktung abführen. Wie die Abgabe in Deutschland ausgestaltet werden würde und wer von ihr profitieren könnte, wurde noch nicht ausgehandelt, so Raab. Die Länder suchten aber nach einer Lösung, die die flächendeckende Versorgung von verlässlichen Medien garantiere. Das Ziel: 'Ein Regelwerk, das den US-Tech-Giganten etwas entgegensetzt, neue Regeln für den Jugendschutz schafft und journalistische Inhalte auf Plattformen stärkt', sagt Raab."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 06.11.2025 - Medien

Oliver Jungen folgte für die FAZ einem "Kölner Mediengespräch" mit einem Vortrag der Antisemitismusforscherin Monika Schwarz-Friesel, die die Berichterstattung der Öffentlich-Rechtlichen über den Gaza-Krieg scharf kritisierte. Als Beispiel nannte sie etwa einen Online-Beitrag von "Monitor", wo der Journalist Thilo Jung unwidersprochen Verschwörungsthorien habe ausbreiten dürfen. "Der Moderator Georg Restle habe nicht nur nicht eingegriffen, sondern diese Reaktivierung eines antisemitischen Ressentiments noch bestärkt. 'Wir haben hier', schloss Schwarz-Friesel, 'eigentlich einen riesigen Medienskandal..., Georg Restle hätte sofort zurücktreten müssen. Es ist nichts passiert.'"

9punkt - Die Debattenrundschau vom 04.11.2025 - Medien

Eigentlich ein ganz normaler Vorgang: Das Zeit-Magazin gibt beim chinesischen Künstler Ai Weiwei einen Text (hier der Text auf seinem Instagram-Account) in Auftrag, er erfüllt nicht die Anforderungen, der Text wird nicht gedruckt - trotzdem Grund genug für die Berliner Zeitung und die Weltbühne, "Cancel Culture" zu wittern. Bernhard Heckler hat den Vorgang für die SZ aufgearbeitet und den Schriftsteller Behzad Karim Kani, Mitherausgeber der Weltbühne, um Stellungnahme gebeten, der direkt einen Artikel aus diesem Mailverlauf fingierte und ab da scheinbar sehnsüchtig auf den "Cancel"-Artikel aus der SZ wartete. "Am Wochenende hat Behzad Karim Kani per Mail nachgefragt: 'Wissen Sie schon, wann der Artikel erscheint? Und wären Sie so freundlich, mir einen freien Link oder den Artikel als PDF zukommen zu lassen?' Nun, der Text erscheint ungefähr: jetzt. Mit einem freien Link oder dem Artikel als PDF können wir leider nicht dienen. Die Meinung soll schließlich nicht nur frei sein in diesem Land, sondern sie soll sich auch rechnen."

Der digitale Erfolg der New York Times erklärt sich nicht durch journalistische Qualität, sondern durch das Spieleangebot des Instituts, erklärt Marc Tawadrous in der taz. "2022 zahlten über eine Million Menschen für Games-Only-Accounts. Bis 2027 will das Medienunternehmen 15 Millionen Spieleabos generieren." Am erfolgreichsten ist das Spiel "Wordle", so Tawadrous. Der Erfolg könnte dann Anlass sein, auch wieder in journalistische Qualität zu investieren.

Auch interessant: Am 13. November jähren sich die Terrorattentate von Paris im Jahr 2015 zum zehnten Mal. Allein beim Attentat auf das Bataclan starben 90 Menschen. Aber deutsche Fernsehanstalten interessieren sich in zwei Dokus, die Christian Kamp in der FAZ bespricht, nur für das Geschehen am Stade de France, wo an diesem Abend ein weiteres Attentat fehlschlug. Weil dort die deutsche Nationalmannschaft spielte! Bei Sky läuft "Die Nacht von Paris - Terror am Stade de France", in der ARD läuft "Terror. Fußball. Paris 2015" (Aus dem Werbetext der ARD: "Mit emotionalen Zeitzeugenberichten, exklusiven Interviews und bislang unbekannten Hintergründen rekonstruiert die Dokumentation einen der dunkelsten Abende Europas und des europäischen Fußballs. 'Du bereitest dich auf ein Top-Spiel vor - und am Ende war es der schwärzeste Tag', sagt ARD-Experte Bastian Schweinsteiger.")

9punkt - Die Debattenrundschau vom 29.10.2025 - Medien

In der FAZ fragt ein perplexer Michael Hanfeld, wie es sein kann, dass das ZDF nicht wusste, dass ein von einer israelischen Bombe getöteter palästinensischer ZDF-Mitarbeiter im Hauptberuf "'Offizier' der Qassam-Brigaden" der Hamas war, "zuständig für Waffenproduktion". Im Ernst, fragt Hanfeld, der die Glaubwürdigkeit des Senders beschädigt sieht: "Davon hatte das ZDF eine Woche zuvor noch nichts wissen wollen. Da hieß es, die israelische Armee bleibe Belege für den Vorwurf, der Getötete sei bei der Hamas gewesen, schuldig. Doch angesichts Abu Mutairs Hamas-Personalakte musste der Sender dann um 180 Grad umschwenken, tat und tut aber immer noch so, als wäre nichts gewesen ... Wieso sollen wir glauben, dass es keinen Einfluss auf die Berichterstattung gibt? Wieso sollen wir dem ZDF, das zuerst im Ton moralischer Überlegenheit auftrumpft und sich dann kleinstlaut davonstiehlt, noch irgendetwas in dieser Angelegenheit abnehmen?"

Jacques Schuster will in der Welt die Israel-Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender insgesamt auf den Prüfstand stellen: "Trotz ihrer Behauptung, ein neutraler Beobachter zu sein, der sämtliche journalistische Qualitätsstandards beachte und deshalb umso glaubwürdiger sei, legen das ZDF und auch die ARD (zu schweigen vom notorischen Deutschlandfunk) eine Einseitigkeit an den Tag, die schwer zu ertragen ist - und das mit oder ohne Hamas-U-Boot in den eigenen Reihen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 28.10.2025 - Medien

Ludger Wess kommt in einem Twitter-Thread auf den "Tatort" "Letzte Ernte" vom Sonntag mit Maria Furtwängler zurück, den er in aller Kürze so resümiert: "Altbauer hat Krebs durch Glyphosat. Jungbauer ist impotent durch Glyphosat. Landhändler spritzt Insektizid bei Biobauer, um dessen Hof zu ruinieren und kaufen zu können." Auch in der Presse war der "Tatort" nicht so gut angekommen, aber Christian Buß im Spiegel etwa kritisierte vor allem die dramaturgische Qualität dieses "Knobelkrimis im Schleichmodus" ("Bewertung: 4 von 10 Punkten"). Wess verlinkt auch auf ein Promo-Interview mit dem Regisseur des "Tatorts", Johannes Naber beim NDR, wo man erfährt: "Maria Furtwängler, die mit ihrer Produktionsfirma und dem NDR das Drehbuch entwickelt hat, kam auf mich zu und fragte mich, ob ich den Film machen will. Für sie waren das Thema Biodiversität in der Landwirtschaft und die kritische Betrachtung von Pflanzenschutzmitteln zentral." Das ist praktisch, denn als Produzentin kann Furtwängler ihre politischen Ansichten mit ihrer Rolle als Kommissarin verknüpfen. Wess macht auch darauf aufmerksam, dass die Schauspielerin und Mäzenin außerdem die "MaLisa Stiftung" ins Leben gerufen hat, in deren Selbstdarstellung es heißt: "Die MaLisa Stiftung arbeitet eng mit Medien, wissenschaftlichen Institutionen und Experten zusammen, um durch fundierte Studien den Status Quo zu beleuchten. Unser Ziel ist es, gesellschaftlich relevante Themen wie Klimagerechtigkeit und Gleichstellung stärker ins Bewusstsein zu rücken."

Weiteres: "Heute", die Nachrichtensendung des ZDF räumt in einem Artikel auf ihrer Website ein, dass ein Mitarbeiter einer Produktionsfirma aus Gaza, mit der das ZDF zusammenarbeitet (die Zusammenarbeit ist jetzt gekündigt), ein Hamas-Offizier war. Der Mitarbeiter war bei einem Angriff der israelischen Armee getötet worden.
Stichwörter: Furtwängler, Maria

9punkt - Die Debattenrundschau vom 24.10.2025 - Medien

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat sich zwar aus der Geschäftsführung seiner Weimer Media Group verabschiedet, berichten Jörg Häntzschel und Meike Schreiber in der SZ. "Aber: Von einer Übertragung seiner Anteile steht im Handelsregister nichts. Weimer hält weiterhin 50 Prozent der Mediengruppe (die anderen 50 gehören seiner Frau). Das bestätigt auch sein Berliner Sprecher auf Anfrage und weist darauf hin, dass Weimer ja kein Stimmrecht in der Firma ausübe." Das ist insofern pikant, so die Autoren, als die Weimer Media Group etwa in diesen Tagen in Frankfurt einen "Finance and Future Summit" mit viel Prominenz organisierte und dafür Förderung des Landes Hessen in Höhe von 30.000 Euro erhielt - zuerst herausgefunden hatte das laut den Autoren die Junge Freiheit.
Stichwörter: Weimer, Wolfram

9punkt - Die Debattenrundschau vom 23.10.2025 - Medien

Die Pressefreiheit in Italien gerät immer mehr unter Druck, konstatiert Elisa Britzelmeier in der SZ. So gab es zuletzt einen Anschlag mit einer Autobombe auf den berühmten Fernsehjournalisten Sigfrido Ranucci. Schlimmer wiegen aber die Klagen, die von offiziellen Stellen kommen: "Die meisten solcher Klagen kommen von Vertretern der Institutionen, Bürgermeistern wie bei Marilù Mastrogiovanni etwa. Von einer Seite also, die sich qua Amt für den Schutz der Presse einsetzen sollte. Sigfrido Ranucci und seine Redaktion, die Investigativsendung Report, werden seit Jahren mit solchen Klagen überzogen. Mehrere kamen aus der aktuellen Regierung." Vor allem Journalisten, die in der Peripherie arbeiten, seien solchen Klagen oft schutzlos ausgesetzt, wie zum Beispiel die Journalistin Marilù Mastrogiovanni: "'Dann schreiben viele einfach nichts mehr.' Sie selbst, sagt sie, steckt sehr viel Zeit in juristische Auseinandersetzungen. Zeit, in der sie sonst recherchieren würde. 'Jede Klage gegen mich ist ein Stück Pressefreiheit, das verloren geht.'"

Im Interview mit der Zeit wundert sich Roberto Saviano nicht über den Anschlag auf Ranucci: Früher wären die Menschen solidarisch gewesen. Heute glauben Attentäter, "dass die Empörungswelle schnell abebben wird" und das wohl nicht ohne Grund, erklärt er mit Blick auf Giorgia Meloni, die als Oppositionspolitikerin die Sendung von Ranucci als "journalistischen Müll" bezeichnet und verlangt habe, dass er von dem Sender zur Rechenschaft gezogen wird. "Wer auch immer den Anschlag verübt hat, nimmt natürlich wahr, dass Journalisten auch von der Politik permanent geschwächt werden. Journalisten müssen mit vielen Klagen und persönlichen Angriffen leben. Wenn selbst Regierungsmitglieder den Journalismus attackieren, dann kann man zu der Überzeugung gelangen, dass man einen Journalisten angreifen kann. Dass man damit durchkommt."

Mit leichtem Befremden hört Anne-Catherine Simon von der Presse den sechsteiligen Deutschlandfunk-Podcast über Peter Thiel. Darin wird  suggeriert, Peter Thiel habe die Machtergreifung Trumps und von Thiels Kumpel Vance "jahrzehntelang vorbereitet". Wenden sich die öffentlich-rechtlichen Sender bei Leuten wie George Soros oder Bill Gates gegen Verschwörungstheorien, aber nicht bei Peter Thiel? "Was wir hier erzählen, klingt ein bisschen wie eine Verschwörungstheorie", sagen die Macher selbst, und Simon stimmt zu: "Immer wieder suggerieren sprachliche Hilfsmittel - hier etwa ein bestimmter statt eines unbestimmten Artikels, da ein Singular statt Plural -, was nicht schlüssig zu argumentieren ist, ja dem im Detail Erzählten widerspricht: eine langfristige lineare Vorbereitung, ein alles durchziehendes Telos."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 21.10.2025 - Medien

Eine originelle These stellt die freie Kommunikationswissenschaftlerin Nadia Zaboura im Gespräch mit Elias Feroz von der taz auf. Deutsche Medien seien zu nett mit Israel: "In Deutschland besteht eine historisch begründete Sensibilität und Solidarität gegenüber Israel. Immer wieder führt das laut eigener Aussage von Journalist:innen jedoch dazu, dass sie nicht mit denselben Standards arbeiten. Teils vermeiden sie in Kontrast zu Teilen der internationalen Berichterstattung juristische Fachbegriffe wie 'Völkermord', immer wieder auch mit der Begründung dieser historischen Verantwortung und in Bezug auf die deutsche Staatsräson." Zaboura beklagt auch israelische Einflussnahme und "delegitimierende Einzelporträts über deutsche Journalist*innen - wie jüngst in der Jüdischen Allgemeinen über den Chefkorrespondenten des Deutschlandradios in Berlin, Stephan Detjen, Daniel Bax von der taz oder die ARD-Korrespondentin Sophie von der Tann."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 20.10.2025 - Medien

Das Online-Magazin taz will keins sein: "Wir spielen hier nicht Webseite", sagt die Chefinnenredaktion im Editorial der ersten nicht gedruckten taz, die im Epaper aber nach wie vor aussieht wie eine Zeitung und Autoren zwingt, vorgegebene Zeilenzahlen einzuhalten, ein im Internet unbekanntes Prinzip. Ganz kleine Rubriken wie das Wetterkästchen schafft man aber doch ab, denn sie sind layouterisch unbequem: "Die Mühe, die bisher ins Wetter geflossen ist, verwenden die Kolleginnen und Kollegen vom Inland jetzt für die tägliche Berichterstattung. Auch die Kultur verzichtet auf ein kleines Format: die Berichtigung. So bleibt mehr Zeit für das politische Feuilleton, Kunst oder Kino. Solche kleinen Elemente sind gemessen an der Zeilenzahl sehr aufwändig. Manche bleiben aber auch erhalten: etwa die Zahl des Tages auf den Öwi-Seiten." Die "Berichtigung" war eine tägliche winzige Rubrik, die meist tatsächlich eine Berichtigung enthielt, mit der man aber auch spielte, und die die tazlerin Christiane Peitz in den Achtzigern erfunden hat.

Eine Zuschauerin hat gegen die Rundfunkgebühren geklagt, weil die Sender bei den Themen "Impfschäden, Russlands Krieg in der Ukraine und die Gefahren des Islam" nicht ausgewogen seien. "Bisher ließen die Gerichte solche Klagen einfach abblitzen", schreibt Christian Rath in der taz. "Einzelne Bürger:innen hätten kein Recht auf inhaltliche Kontrolle des Rundfunks. Anders nun das Bundesverwaltungericht: Niemand muss Rundfunkbeitrag bezahlen, wenn der ÖRR über längere Zeit seinen Programmauftrag 'gröblich' verletzt. Letztlich könne aber nur das Bundesverfassungsgericht entscheiden, ob der Rundfunkbeitrag verfassungswidrig ist oder nicht. Es ist gut, dass das Bundesverwaltungsgericht diesen Ausgewogenheits-Klagen damit einen Raum eröffnet. Im Rechtsstaat darf der Weg zu Gerichten nicht künstlich verbaut werden."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 18.10.2025 - Medien

In der NZZ würdigt Andreas Breitenstein Richard Herzinger, der in den letzten Jahren auch immer wieder in der NZZ publizierte: "Herzinger wusste um die Fragilität der offenen Gesellschaft und der freiheitlichen Demokratie, zumal diese auf der Basis eines im Idealfall unendlich sich hinziehenden herrschaftsfreien Diskurses und von ewig gegebenem Wohlstand als Schönwetterkonstruktion angelegt sind. Er bewegte sich mit Vorliebe als Einzelgänger außerhalb der schicken Meinungsblasen und liebte es, unkonventionell zu denken. Sein offensives Bekenntnis zu einem weltanschaulich robusten und auch militärisch standhaften Westen war für das linke Justemilieu eine Provokation."

Bei den Salonkolumnisten erinnert sich Hannes Stein an seine Zusammenarbeit mit Herzinger für das Buch "Endzeit-Propheten" im Jahr 1995.

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Wir müssen eine KI-Resilienz entwickeln, "eine Haltung, die weder in Technikgläubigkeit noch in Zukunftsangst gipfelt", überlegt der Medienwissenschaftler Stephan Weichert in der taz vor allem mit Blick auf die Zukunft des Journalismus: "KI-Resilienz heißt … keinesfalls, möglichst viele Tools bedienen zu können, sondern die Kompetenz des Zweifelns zu stärken: Was zeigt mir die Maschine, und was verschweigt sie? Wo endet Statistik, wo beginnt Interpretation? Wer den kritischen Umgang mit KI einübt, verteidigt nicht nur journalistische Standards, sondern stärkt auch digitale Souveränität. Für eine 'Responsible AI' sollten wir nicht einen neuen Relotius-Skandal unter KI-Vorzeichen abwarten. Wir müssen jetzt rote Linien formulieren nach dem Motto: Journalismus first, KI second."

Der aktuelle Talibanchef Hebatullah Achundsada hält das Internet für "Teufelszeug", am 29. September ging plötzlich das ganze Land offline, berichtet Thomas Ruttig ebenfalls in der taz. Nach dem Widerstand aus Bevölkerung und Wirtschaft in Afghanistan lenkten die Taliban nach 52 Stunden ein. Aber: "Das Regime setzt nun Filter ein, die Webinhalte oder Apps blockieren, die, wie es offiziell heißt, 'der Gesellschaft schaden'. Eine langjährige Beobachterin des Landes sagte der taz, sie gehe davon aus, dass die Taliban 'vor sechs oder sieben Monaten' chinesische Software gekauft haben, die dies ermöglicht. Mitte der Woche teilten private Internetanbieter mit, die Taliban hätten angeordnet, dass sie ihre Dienste nachts abschalteten. Das sind offenbar Teile einer Strategie, die laut dem - wohl wegen zu langsamer Umsetzung - inzwischen abgelösten damaligen Kommunikationsminister Nadschibullah Hakkani schon im April 2024 fertiggestellt worden war."