Die
Pressefreiheit in Italien gerät immer mehr unter Druck, konstatiert Elisa Britzelmeier in der
SZ. So gab es zuletzt einen Anschlag mit einer Autobombe auf den berühmten Fernsehjournalisten
Sigfrido Ranucci. Schlimmer wiegen aber die Klagen, die von offiziellen Stellen kommen: "Die meisten solcher Klagen kommen von Vertretern der Institutionen, Bürgermeistern wie bei Marilù Mastrogiovanni etwa. Von einer Seite also, die sich qua Amt für den Schutz der Presse einsetzen sollte.
Sigfrido Ranucci und seine Redaktion, die Investigativsendung Report, werden seit Jahren
mit solchen Klagen überzogen. Mehrere kamen aus der aktuellen Regierung." Vor allem Journalisten, die in der Peripherie arbeiten, seien solchen Klagen oft schutzlos ausgesetzt, wie zum Beispiel die Journalistin Marilù Mastrogiovanni: "'Dann schreiben viele einfach nichts mehr.' Sie selbst, sagt sie, steckt sehr viel Zeit in juristische Auseinandersetzungen. Zeit, in der sie sonst recherchieren würde. 'Jede Klage gegen mich ist
ein Stück Pressefreiheit, das verloren geht.'"
Im Interview mit der
Zeit wundert sich
Roberto Saviano nicht über den Anschlag auf Ranucci: Früher wären die Menschen
solidarisch gewesen. Heute glauben Attentäter, "dass die Empörungswelle schnell abebben wird" und das wohl nicht ohne Grund, erklärt er mit Blick auf
Giorgia Meloni, die als Oppositionspolitikerin die Sendung von Ranucci als "
journalistischen Müll" bezeichnet und verlangt habe, dass er von dem Sender zur Rechenschaft gezogen wird. "Wer auch immer den Anschlag verübt hat, nimmt natürlich wahr, dass Journalisten auch von der Politik permanent geschwächt werden. Journalisten müssen mit vielen Klagen und persönlichen Angriffen leben. Wenn
selbst Regierungsmitglieder den Journalismus attackieren, dann kann man zu der Überzeugung gelangen, dass man einen Journalisten angreifen kann. Dass man damit durchkommt."
Mit leichtem Befremden
hört Anne-Catherine Simon von der
Presse den sechsteiligen
Deutschlandfunk-
Podcast über
Peter Thiel. Darin wird suggeriert, Peter Thiel habe die Machtergreifung Trumps und von Thiels Kumpel Vance "
jahrzehntelang vorbereitet". Wenden sich die öffentlich-rechtlichen Sender bei Leuten wie George Soros oder Bill Gates gegen Verschwörungstheorien, aber nicht bei Peter Thiel? "Was wir hier erzählen, klingt ein bisschen
wie eine Verschwörungstheorie", sagen die Macher selbst, und Simon stimmt zu: "Immer wieder suggerieren sprachliche Hilfsmittel - hier etwa ein bestimmter statt eines unbestimmten Artikels, da ein Singular statt Plural -, was nicht schlüssig zu argumentieren ist, ja dem im Detail Erzählten widerspricht: eine langfristige lineare Vorbereitung, ein
alles durchziehendes Telos."