Warum bekommen die Muslime eine
Islamkonferenz, die Buddhisten aber keine Buddhistenkonferenz,
fragt Monika Maron in einem Text, den
Spiegel-Chefredakteur
Wolfgang Büchner in letzter Minute kippte, und den jetzt die
Welt am Sonntag brachte. Sie benennt allerdings auch, dass der
Status von Religion in Deutschland an sich problematisch ist: "Wenn die religiösen Ansprüche der Muslime mit dem Gleichheitsgebot des Grundgesetzes kollidieren sollten, müsste man, wie der deutsch-ägyptische Autor Hamed Abdel Samad es schon vorgeschlagen hat, die
Privilegien der christlichen Kirchen womöglich beschränken, um den Zugriff des Islam auf das öffentliche Leben von uns allen zu verhindern."
Dass Büchner, der sich gerade noch gegen einsame Entscheidungen von Chefredakteuren
ausgeprochen hatte, den Artikel gekippt habe, weil er ihm zu "
sarrazinmäßig" gewesen sei, bestreitet der
Spiegel laut
Tagesspiegel. "Tatsächlich sei ihr Beitrag für die aktuelle Ausgabe eingeplant gewesen, dann aber zugunsten einer
besseren Mischung aus dem Heft genommen worden, da es in einem Beitrag bereits um die Anhänger des türkischen Predigers Fetuhullah Gülen gehe."
Im
Tagesspiegel interviewt auch Eren Güvercin den französischen Islamwissenschaftler
Olivier Roy zur Attraktivität des
Salafismus, den Roy als eine extreme Ideologie definiert, die sowohl die Kultur der islamischen Länder als auch die Werte der Moderne ablehnt: "Die RAF war ebenfalls das Phänomen einer Generation, die ihre Eltern als Faschisten bezeichnete oder als Menschen, die ihre Seele dem Konsum opferten. Der Fehler, der gerade in Europa gemacht wird, ist, dass man im Salafismus eine Art Kampf der Kulturen (sieht) statt eine eigenartige Radikalisierung einer
westlichen oder verwestlichten Jugend. Dieses Missverständnis rührt daher, dass Europa die Rolle der
Konvertiten einfach nicht versteht."
In der
FAZ erzählt Emran Feroz, ein Österreicher afghanischer Herkunft, die Geschichte eines jungen, nach Österreich emigrierten Tschetschenen, der sich durch den
Syrien-Konflikt radikalisiert.