In
Frankfurter Quarterly spricht die Modedesignerin
Iris von Herpen über ihre Arbeit, für die sie aktuell mit Biologen zusammenarbeitet. Dazu inspiriert wurde sie
Merlin Sheldrakes Buch "Verwobenes Leben": "Er beschreibt
die gigantischen Netzwerke der Pilze, die sogenannten Mykorrhiza, die in Symbiose mit Pflanzen und Bäumen Informationen und Nährstoffe austauschen. Pilze haben ganz unterschiedliche Fähigkeiten, zu denen gerade viel geforscht wird: Sie sind imstande, Pestizide, Plastik und sogar TNT abzubauen, und können Werkstoffe liefern, die in Zukunft CO2-intensive Materialien wie Beton und Leder ersetzen können. Genau daran arbeiten wir für die kommende Kollektion. Gemeinsam mit einem Biologen aus Amsterdam fertigen wir einen Stoff, den wir aus
Baumwurzeln wachsen lassen. Das geht
sehr langsam voran, aber wir hoffen, das Ergebnis im Sommer zeigen zu können."
Dass die
deutsche Nachkriegsmoderne ohne das von Ulm und
Dieter Rams geprägtes Industrie- und Produktdesign von
Braun nicht zu haben ist, weiß Tilmann Krause von der
Welt natürlich. Trotzdem regt sich bei ihm auch gar nicht mal so leiser Widerspruch gegenüber dieser Konsensmeinung, als er sich durch die Exponate der Braun-Ausstellung
im Berliner Bröhan-Museum klickt: In so geballter Zusammenstellung zeigt sich ihm dann doch, dass die reine Braun-Lehre "auch
eine Persistenz des Eindimensionalen, Immergleichen mit sich brachte, die auf Dauer ermüdet". Trotz einiger Experimente in den späten Sechzigern "dominierten im Großen und Ganzen weiter Rastermuster und Eckigkeit". So zeige sich "
das mutlose Sichklammern an das Unscheinbare." Und trotzdem war diese Nachkriegsmoderne "künstlerisch besonders hochstehend. In späteren Dezennien übernahmen dann
die Onkel Bräsigs."
Besprochen wird
Rebekka Endlers Buch "Das Patriarchat der Dinge" (
taz), in dem die Autorin darauf aufmerksam macht, dass für Design und Gestaltung in aller Regel der Mann das Maß aller Dinge ist und die Frau das Nachsehen hat.