Magazinrundschau - Archiv

London Review of Books

435 Presseschau-Absätze - Seite 1 von 44

Magazinrundschau vom 20.07.2021 - London Review of Books

Wo war eigentlich die Präsidentengarde, als Haitis Präsident Jovenel Moïse und seine Frau, aber niemand sonst von einer Todesschwadron niedergeschossen wurden? Und warum konnte der zuständige Ermittlungsrichter keinen einzigen Zeugen befragen? Pooja Bhatia würde dem verhassten Moïse keine Tränen nachweinen, wenn seine Ermordung nicht der bloße Auftakt wäre zu einer neuen Runde von Korruption und Verbrechen: "Sein Wahlsieg war durch die Unterstützung des scheidenden Präsidenten Michel Martelly gesichert, dem die Verfassung eine direkte zweite Amtszeit verbot. Die Idee war wahrscheinlich, dass Moïse Martelly den Platz warmhält und ihn vor Korruptionsverfahren schützt, die ihm nach dem Veruntreuung der Erdbebenhilfe und des venezolanischen PetroCaribe-Programms drohten. Dann hätte Martelly 2021 wieder kandidieren dürfen. Aber Moïse hatte bald genug mit seinen eigenen Vergehen zu tun. Mehr als fünfhundert Menschen wurden seit 2018 in mindestens einem Dutzend Massaker getötet, vor allem in den armen Vierteln von Port-au-Prince. Eine richterliche Untersuchung verband ihn mit dem Missmanagement von zwei Milliarden Dollar Hilfsgeldern. Er weigerte sich zurückzutreten, als seine Amtszeit im Februar endete, fälschlicherweise behauptend, dass die Verfassung ihm ein weiteres Jahr im Amt erlaube (zur Zeit seiner Ermordung plante er ein Referendum, dass Präsidenten zwei direkt aufeinander folgende Amtszeiten erlauben sollte). Diejenigen, die sich seiner Interpretation des Rechts zu lautstark entgegenstellten, wurden verhaftet oder gekidnapped. Viele Journalisten und Aktivisten, die ich vor zehn Jahren kennengelernt hatte, als ich in Haiti lebte, sind geflohen. Allein seit Juni hat die Gewalt mehr als vierzehntausend Menschen aus Port-au-Prince vertrieben. In der Woche vor Moïses Ermordung wurden fünfzehn Zivilisten von Unbekannten aus unbekannten Gründen erschossen. Zu den Opfern gehörten die Aktivistin Antoinette Duclair und der Journalist Diego Charles, beide 33 Jahre alt."
Stichwörter: Moise, Jovenel, Haiti

Magazinrundschau vom 13.07.2021 - London Review of Books

James Meek reist hoch in den schottischen Norden, nach Campbeltown auf der Kintyre-Halbinsel, wo ein Werk des koreanischen Konzerns CS Wind Windturbinen für britische Offshore-Anlagen baute, bis die Produktion nach Vietnam verlagert wurde. Dort arbeiten die Menschen in Sieben-Tage-Wochen und für einen Bruchteil des Lohns. Boris Johnson, der vor sieben Jahren noch erneuerbare Energien für Labour-Unsinn hielt, möchte jetzt aus Britannien das Saudi-Arabien der Windkraft machen. Ist das die neoliberale Variante der Energiewende, fragt sich Meek. Oder trifft hier die visionäre und internationale Klimaschutzbewegung auf die einst ebenso visionäre und internationale Arbeiterbewegung, ohne Hallo zu sagen? "Oft wird gesagt, der Schutz sozialer Errungenschaften schade Arbeitern in Niedriglohnländern wie Vietnam, deren Wirtschaft gerade zu florieren beginnt. 'Ihr behauptet, Ihr seid Internationalisten', heißt es dann, 'Ihr sagt, es mache Euch Sorgen, dass Arbeiter in Britannien ihren Job verlieren und in Vietnam absurd viele Stunden arbeiten. Aber worauf läuft es hinaus? Auf britische Job für britische Arbeiter, das Schließen der Märkte und keine Jobs für Vietnamesen.' Das Problem ist: Zu fragen, was gut oder schlecht für Briten und gut oder schlecht für Vietnamesen ist, heißt die fundamentale Frage zu vernebeln, was gut oder schlecht für die Menschen ist. Man kann die Geschichte von Campbeltown gar nicht anders verstehen als eine Herausforderung für die organisierte Arbeiterschaft, sich zu internationalisieren. Ein weltweiter Konzern erfordert eine weltweite Gewerkschaft. Die Warnung, höhere Löhne bedeuteten höhere Arbeitslosigkeit, ist das alte Schreckgespenst im kapitalistischen Drehbuch. Wenn wir den globalen Mindestlohn, die maximale Wochenarbeitszeit und globale Gesundheitsstandards als unrealistisch bezeichnen, dann sagen wir damit, die grüne Energiewende sei möglich und notwendig, aber faire Bezahlung und Arbeitsbedingungen unmöglich und unnötig."

Christopher L. Brown stellt zwei Bücher vor über den britischen Sklavenhandel: "Murder on the Middle Passage: The Trial of Captain Kimber" von Nicholas Rogers und "The Interest: How the British Establishment Resisted the Abolition of Slavery" von Michael Taylor. Beide beschäftigen sich mit der Frage, warum es so lange dauerte, den Sklavenhandel abzuschaffen. Die Gründe waren - nicht nur, aber vor allem - finanzieller Art. Die Grundlagen für beide Bücher lieferte gewissermaßen das Projekt 'Legacies of British Slave-Ownership', erklärt Brown. "Konzipiert und durchgeführt von Catherine Hall und ihren Kollegen am UCL, hat es das ganze Ausmaß der britischen Investitionen in den Sklavenhandel deutlich gemacht. Viele Menschen wissen heute, dass das Ende der Sklaverei im britischen Empire, das 1833 gesetzlich festgelegt wurde, in Form eines ausgehandelten Vergleichs zwischen der Regierung und den Sklavenhaltern erfolgte, wobei 20 Millionen Pfund als Entschädigung gezahlt wurden. Das Legacies-Projekt nutzte die Aufzeichnungen, die durch diese Auszahlung entstanden, um ein biografisches Online-Lexikon der vierzigtausend Menschen zu erstellen, die eine Entschädigung beantragt hatten. In 'Capitalism and Slavery (1944) argumentierte Eric Williams, dass die Gewinne aus den britischen Plantagen die industrielle Revolution finanzierten - ein Argument, das unter britischen Wirtschaftshistorikern mehr als fünfzig Jahre lang für Kontroversen sorgte. Das Legacies-Projekt legt nahe, dass Williams in entscheidenden Punkten nicht weit genug ging. ... Es war bequem, die Befürworter der Sklaverei als ein mächtiges, aber eng begrenztes Interesse von abwesenden Pflanzern und ihren kolonialen Verbündeten darzustellen. Die neuen Erkenntnisse darüber, wer tatsächlich Sklaven besaß, machen deutlich, was vielleicht schon immer offensichtlich war: Investitionen in menschliches Eigentum waren in Großbritannien weit verbreitet und erstreckten sich auf der sozialen Leiter nach oben und unten. 'Das Interesse an Westindien bestand nicht nur bei einer Handvoll Pflanzern und Kaufleuten', schreibt Michael Taylor im letzten Absatz seines ausgezeichneten neuen Buches 'The Interest', sondern umfasste 'Hunderte von Abgeordneten, Peers, Beamten, Geschäftsleuten, Finanziers, Landbesitzern, Geistlichen, Intellektuellen, Journalisten, Verlegern, Matrosen, Soldaten und Richtern, und sie alle taten das Äußerste, um die koloniale Sklaverei zu erhalten und zu schützen."

Besprochen werden außerdem Karl Schlögels jetzt auch auf Englisch erschienene Geschichte "Der Duft der Imperien" über die Parfüms Chanel No. 5 und Rotes Moskau und Neuerscheinungen zu Dantes 700. Todestag.

Magazinrundschau vom 29.06.2021 - London Review of Books

Die britische Journalistin Michela Wrong, die einst ein exzellentes Porträt von Kongos legendärem Kleptokraten Joseph Mobutu verfasste, widmet sich in ihrem neuen Buch "Do not Disturb" Paul Kagame, der sich nach dem Völkermord an den Tutsi als ewiger Machthaber in Ruanda installiert hat. Wrong verfolgt vor allem einen der zahlreichen politischen Morde, die Kagame an einstigen Weggefährten, Rivalen und Dissidenten in In- und Ausland hat ausführen lassen. Es muss ein hervorragendes Buch sein, doch am Ende seiner Besprechung fragt sich der britisch-nigerianische Adewale Maja-Pearce, warum Michela Wrong eigentlich nur westliche Quellen zitiert, Diplomaten oder Journalisten. Da erinnert er sich an seinen eigenen Besuch in Ruanda zu der Zeit, als die vertriebenen Hutu aus dem Kongo zurückkehrten: "Die Erinnerung an den Völkermord war noch frisch, und doch war kein einziges afrikanisches Medium anwesend. Kein Journalist aus Kenia war da, der Regionalmacht, keiner aus Nigeria, dem afrikanischen Giganten, und niemand aus dem gerade befreiten Südafrika. Hier sprach der Westen zu sich selbst. Ein Entwicklungshelfer erklärte Reportern: 'Gestern gab es fünf Tote. Das ist nicht viel, drei von ihnen waren unter fünf.' In Krisen wie diesen bleiben wir für uns selbst unsichtbar, wir schaffen es nicht, gegenüber unserem eigenen Kontinent und unserer eigenen Geschichte Zeugnis abzulegen. Wir sind Komplizen unserer geisterhaften Verfassung."

Susan Sontag sagte über Simone Weil, dass nicht unbedingt ihre Ideen selbst bewunderungswürdig seien, sondern vielmehr diee absolute Ernsthaftigkeit, mit der sie sich ihnen hingab. Toril Moi kann dem in ihrer Hommage auf die sozialrevolutionäre Mystikerin nur halb zustimmen: "Weil wollte ernstlich das Leiden anderer teilen. Als Lehrerin verbrachte sie einen Großteil ihrer Zeit mit Gewerkschaftsarbeit. 1934 bis 35 nahm sie eine Auszeit und arbeitete an einer syndikalistischen Analyse des Marxismus, die später als 'Unterdrückung und Freiheit' veröffentlicht wurde. Im Dezember begann sie am Fließband von Alsthom zu arbeiten, wo elektrische Maschinen gefertigt wurden. Die Arbeit war gefährlich, und sie wurde von den Vorarbeitern schikaniert. Da es ihr an Kraft und Gewandtheit mangelte, machte sie Fehler und konnte ihre Quoten nicht erfüllen. Nach einem Monat wurde sie krank und musste sechs Wochen aussetzen. Zur besseren Genesung schickten ihre Eltern sie in ein Sanatorium in die Schweiz. Sobald es ihr besser ging, kehrte sie in die Fabrik zurück, wo sie einen weiteren Monat überstand, bevor sie kündigte (oder gekündigt wurde). Danach fand sie Arbeit bei Carnaud, wo Gasmasken und Ölkännchen produziert wurden, auch da wurde sie nach wenigen Wochen entlassen. Dann wurde sie von Renault eingestellt, aber Ende August entlassen. Das Erleben von gefährlicher, körperlich erschöpfender und seelisch zermürbender Fabrikarbeit bildet den Hintergrund für ihre Schrift 'La condition ouvrière' - eine Sammlung von Tagebuchnotizen, Briefen und Essays -, in denen sie untersucht, wie der Kapitalismus Körper und Seelen der Arbeitenden zerstört. Als Hannah Arendt dies in den fünfziger Jahren las, meinte sie, es sei das Beste, was je zu diesem Thema geschrieben wurde."

Besprochen werden zudem Anne Sebbas Biografie der 1951 in den USA zum Tode verurteilten Sowjetspionin Ethel Rosenberg und David Storeys Memoir "A Stinging Delight".
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Magazinrundschau vom 22.06.2021 - London Review of Books

Wieder droht Äthiopien - diesmal unter der Regierung von Ministerpräsident Abiy Ahmeds "Wohlstandspartei" - eine Hungerkatastrophe, seit Monaten schon schlagen die Vereinten Nationen Alarm, berichtet Alex de Waal: Bereits Anfang des Jahres waren 4,5 Millionen Menschen in Tigray auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen, von denen die Hilfsorganisationen aber nur rund zehn Prozent erreichen. Im Mai waren fünfzig Prozent der Kinder unterernährt. Und wieder benutzt die Regierung in Addis Abeba den Hunger als Waffe im Krieg gegen Tigray, macht de Waal klar: "Auch wenn es damals nur selten gesagt wurde, war die Hungersnot von 1984 nicht die Folge der Dürre: Das Aushungern war eine Strategie der Aufstandsbekämpfung. Äthiopiens Militärregierung bekämpfte unter der Führung von Mengistu Haile Mariam die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF). Die Tigrayer litten fürchterlich, aber ihre Wut auf Mengistu verstärkte nur noch ihre Entschlossenheit. Die TPLF errang 1991 einen militärischen Sieg und führte in den nächsten 27 Jahren als dominierende Kraft die Koalition der Revolutionären Demokratischen Front der Äthiopischen Völker. Ihre Herrschaft wird zu Recht kritisiert, vor allem wegen ihrer fehlenden demokratischen Institutionen, aber über eine Errungenschaft besteht kein Zweifel: Die Errichtung eines nationalen Systems zur Sicherung der Ernährung. Die Regierung ließ erodierte Hügel wieder aufrichten und kleine Dämme für bewässerte Gärten bauen, sie weitete Mikrokredite aus und installierte ein Sicherheitsnetz für Nahrung, Kredite und anderes, damit Kleinbauern auf ihrem Land bleiben konnten. Das System funktionierte 2015 und 2016, als Dürren und Ernteausfälle eine landesweite Ernährungskrise befürchten ließen. Die Regierung reagierte schnell und effektiv, mit einem Hilfsprogramm, das mehr als zehn Millionen Menschen erreichte, viele davon in Tigray, der für Trockenheit anfälligsten Region. Äthiopiens jährliches Wirtschaftswachstum von zehn Prozent verzeichnete eine kleine Delle, aber das Land entkam der größten Gefahr seit Jahrzehnten, ohne Menschenleben zu beklagen."

Deprimiert liest Stuart Jeffries den Briefwechsel zwischen Siegfried Kracauer und Theordo W. Adorno "Der Riss der Welt geht auch durch mich", der jetzt auch auf Englisch erscheint: "Eine traurige Lektüre: Zwei Holocaust-Überlebende, frühere Freunde und kurzzeitige Liebhaber klagen sich gegenseitig an für die unterschiedlichen Arten, auf die sie sich an eine feindliche Welt angepasst haben."
Stichwörter: Äthiopien, Tigray, Hungersnot

Magazinrundschau vom 15.06.2021 - London Review of Books

Ghaith Abdul-Ahad rekonstruiert ausführlich den Konflikt um Nagorny-Karabach, der im vorigen Herbst zum Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan führte. Es ist eine traurige, hundertjährige Aneinanderreihung von Pogromen, Vertreibungen und kultureller Zerstörung, von der am Ende nur die Türkei und Russland profitieren: "Wann beginnt ein Bürgerkrieg? Wann schlägt die Rhetorik des Hasses in Gewalt um? Irgendwann kommt der Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt, und die Menschen schauen ungläubig auf die verkohlten Überreste eines Nachbarhauses und sagen, dass sie nie gedacht hätten, dass es so weit kommen würde. Für die Armenier kam dieser Moment im Jahr 1988. Am 20. Februar demonstrierten Zehntausende Armenier in Stepanakert, und der Oberste Sowjet von Berg-Karabach reagierte mit dem Beschluss, der Armenischen Sowjetrepublik beizutreten. Eine Woche später fanden in Sumgait, einer trostlosen Industriestadt dreißig Kilometer nördlich von Baku, Demonstrationen statt, bei denen die Menschenmenge die Vertreibung der ethnischen armenischen Bevölkerung der Stadt forderte. Mit seinen niedergehenden Fabriken der Petrochemie an den Ufern des Kaspischen Meeres und der hohen Arbeitslosigkeit war Sumgait der Inbegriff der sozialen Misere in den späten Sowjetjahren. Ein wütender Mob begann, Armenier auf der Straße anzugreifen und ihre Wohnungen zu plündern. Menschen wurden mit Äxten und Messern verstümmelt, Frauen überfallen und vergewaltigt. Die örtliche Polizei griff nicht ein, als die Armenier gezwungen waren, bei russischen oder aserbaidschanischen Nachbarn Schutz zu suchen. Die Behörden in Moskau, gelähmt durch Unentschlossenheit, debattierten, ob ein neues außerordentliches Parteiplenum notwendig sei, um die sowjetische Nationalitätenpolitik neu zu definieren, bevor sie drei Tage später beschlossen, die Armee zu schicken und eine Ausgangssperre zu verhängen. Dutzende wurden getötet, und fast 14.000 Menschen flohen aus der Stadt. Sumgait war die erste Katastrophe in einem Krieg, der eskalierende Gräueltaten auf beiden Seiten sehen sollte."

Lucie Elven vergnügt sich mit dem Band "I Used to Be Charming", den gesammelten Reportagen der kalifornischen Autorin Eve Babitz, die sich am liebsten in den Künstlerkreisen von Los Angeles tummelte, aber von Ed Ruscha kategorisch gegen den Vorwurf verteidigt wurde, ein Groupie zu sein: "Selbst wenn sie sich wie eines verhielt, war sie es nicht. Groupies sind passiv, werden gar nicht wahrgenommen. Aber Eve war eine Persönlichkeit - geistreich, talentiert und immer auf Streit aus. Gott, war sie streitlustig." Elven findet das bestätigt: "In einem der besten Texte des Bandes, der zuerst in Esquire erschien, beschreibt sie, wie sie Jim Morrison aufgabelte ('Er war Bing Crosby aus der Hölle') und ihn dazu bringen wollte, einen anderen Namen für die Doors zu finden: 'Ich schleppte ihn ins Bett, bevor sie über den Namen entschieden und versuchte ihn, davon abzubringen. Es war doch abgeschmackt, sich selbst nach etwas zu benennen, was Aldous Huxley geschrieben hatte. Ich meine, 'Pforten der Wahrnehmung' ... was für eine uncool-esoterische-Töpftertanten-Idee war das denn?"

Magazinrundschau vom 18.05.2021 - London Review of Books

In einem unendlich langen und tiefgründigen Essay widmet sich James Wolcott den Verwerfungen um Blake Baileys Philip-Roth-Biografie, die nach Vergewaltigungsvorwürfen gegen Bailey nun nicht mehr beim amerikanischen Verlag Norton erscheint, sondern nur noch beim britischen Verlag Jonathan Cape. Ob Philip Roth mit Bailey untergehen wird? Wolcott hält das nicht für ausgeschlossen: "Herausragender Handwerker, unverbesserlicher Satyr, subversiver Komiker, leidenschaftlicher Kummersammler, liberaler Humanist, guter Sohn, schlechter Ehemann, großzügiger Wohltäter - in seinen sperrigen Gegensätzen erregte Philip Roth eine Ambivalenz wie kaum ein anderer amerikanischer Schriftsteller, und diese Ambivalenz mag es gewesen sein, die ihn für uns am Leben erhält, immer umstritten, eine streitbare Angelegenheit. Oder ihn am Leben erhalten hat, weil, von hier an, wer weiß das schon?... Blake Bailey, sein Leben, seine Karriere, sein Ruf und sein Name sind in Rekordgeschwindigkeit ins Bodenlose gesunken. Er und seine Geschichte werden als Fallbeispiel für zukünftige literarische Pathologen dienen. Ich war gegen die Kampagne, derentwegen weitere Auflagen gecancelt wurden, aus dem demokratischen Grundsatz heraus, dass, wenn ich das Buch kaufen und lesen durfte, das trotz allem beträchtliche Meriten hat, es nur fair sei, dass alle anderen das auch können. Das ist jetzt hinfällig, zumindest in den USA. Nortons Entscheidung, die Biografie für immer aus dem Verkehr zu ziehen und eine beträchtliche Spende an Organisationen für sexuellen Missbrauch zu leisten, wurde von den meisten Kommentatoren zum Sieg erklärt und von einer kleineren Zahl als ein 'Woke-Kapitalismus' geschmäht, der dem Mob der Social Justice nachgibt, ein Kulturkampf, der die Freunde der Meinungsseiten, das Twitterversum und die Substack-Nation beschäftigt halten wird, die schon jetzt ihre Gewissheiten für die nächste Salve von Speerwürfen schärfen werden."

Seite für Seite arbeitet sich Clair Wills durch den Abschlussbericht der Kommission, die den Zuständen in Irlands Mutter-Kind-Heimen nachging. Es ist ein Katalog der Scheußlichkeiten, seufzt Wills: Über Jahrzehnte hinweg starb ein Viertel der Kinder in den katholischen Heimen von Tuam, Bessborough oder Galway, in denen ledige Mütter weggesperrt wurden, um von der Gesellschaft ferngehalten zu werden und einige Jahre ohne Lohn zu arbeiten. In Tuam etwa wurden die toten Kinder einfach in die Sickergrube geworfen, in Bessborough wurden Kinder dagegen für tot erklärt und dann zur Adoption freigegeben. Und doch kann Wills auch verstehen, dass die Kommission - zum blanken Entsetzen der Betroffenen - die Kirche vor einer Generalverurteilung in Schutz und die Gesellschaft in die Pflicht nimmt: "Die historische Analyse, die der Bericht vorlegt, könnte der Ausgangspunkt sein für eine radikale Debatte über Irlands kollektive Verantwortung. Anzuerkennen, welchen Schaden religiöse Institutionen und mit ihnen der Staat anrichteten, sollte nicht und darf auch nicht dazu dienen, den Rest von uns aus der Verantwortung zu entlassen: Männer, die sich nach England verdrückten anstatt für ihre Kinder zu zahlen (einer von ihnen war mein Onkel); Eltern, die ihre Kinder und Enkel abwiesen (zu ihnen gehörte meine Großmutter); die Menschen, die die Frauen in den Heimen und die weggeschickten Kinder nicht sehen wollten (wie einige meiner Verwandten). Ich bin verantwortlich. Meine Familie ist verantwortlich. Menschen, die ich kenne, waren verantwortlich. Und einigen von ihnen ist auch Schuld zu geben."

Weiteres: Tareq Baconi liefert Hintergründe zu der aktuellen Eskalation in Nahost, vor allem zu den Vertreibungen palästinensischer Familien aus ihren Häusern im Ost-Jerusalemer Viertel Sheikh Jarrah. Adam Phillips lernt bei Kafka und Freud, aus seinem eigenen Leben ausgeschlossen zu sein.

Magazinrundschau vom 11.05.2021 - London Review of Books

Der Historiker Colin Kidd gibt gern zu, dass ihn in den siebziger und achtziger Jahren Nordirland ziemlich wenig interessierte, obwohl er nur 100 Meilen von Belfast entfernt auf der anderen Seite des Firth of Clyde im schottischen Ayr aufwuchs. Wenn der peinliche Cousin der Mutter mit dem zerschossenen Bein aus Nordirland zu Besuch kam, nahmen alle reißaus. Ging es nicht vielen so? Wer hat sich damals eigentlich mit den Troubles wirklich beschäftigt? Der Politikwissenschaftler Niall Ó Dochartaigh legt nun seine Geschichte "Deniable Contact" vor, derzufolge der Konflikt nicht so unvermeidbar und erst recht nicht so unpolitisch war, wie gern geschildert: "Die IRA war nicht, wie die britischen Medien gern behaupteten, völlig dogmatisch und unflexibel. Tatsächlich hielt sie immer Ausschau nach Möglichkeiten für einen verhandelten Ausstieg. Ó Dochartaighs Ton ist etwa steril, er verliert wenig Worte über all die Leben, die in Folge der hartherzigen Entscheidungen der IRA-Führung zerstört wurden. Doch es fällt schwer, nicht wehmütig zu werden: So viele Menschenleben auf beiden Seiten hat die Sache - das vereinte Irland - gefordert, die trotz aller Rhetorik von der IRA gar nicht mit vollem Herzen verfolgt wurde. Sie schien immer zu Verhandlungen bereit zu sein. Saßen wirklich so viele IRA-Freiwillige im Gefängnis, starben so viele ihrer Kameraden im Kampf oder im Hungerstreik für ein Verhandlungsergebnis, wie es die IRA-Strategie drei Jahrzehnte lang seit den frühen Siebzigern vorsah? Aber auch andere tragen Verantwortung für das andauernde Blutvergießen. Nahm die britische Regierung die Verhandlungsbereitschaft der IRA nicht wahr - oder glaubte sie nicht daran? Ließ sie deshalb all die vielversprechenden Möglichkeiten verstreichen?"

Weiteres: Benedetta Craveris Porträtsammlung "The Last Libertines" zeigt Caroline Weber, wie schlecht sich die aristokratische libertinage seit jeher mit der bürgerlichen liberté verträgt: De Sade und Laclos wurden nach der Revolution nur deswegen nicht hingerichtet, weil es Robespierre noch vor ihnen erwischte.

Magazinrundschau vom 04.05.2021 - London Review of Books

In einem sehr eingehenden Essay befasst sich Adam Shatz mit Timothy Brennans Edward-Said-Biografie "Places of Mind", vor allem aber mit dem Leben und Denken des Literaturwissenschaftlers selbst, der als christlich-arabischer Intellektueller mit einer großen Liebe zum westlichen Kanon ziemlich einsam zwischen allen Stühlen saß, wie Shatz schreibt. Den Anhängern seiner Theorie des "Orientalismus" konnte Said demnach genauso wenig abgewinnen wie seinen Gegnern: "Einige seiner heftigsten Kritiker waren linke arabische Intellektuelle, die die Region nicht für akademische Posten im Westen verlassen hatten. In ihren Augen reproduzierte Said genau die Opposition von West und Ost, der er sich eigentlich entgegenstellen wollte. Diese Kritiker glaubten auch, dass Said das Pferd von hinten aufzäumte, wenn er die Betonung auf den westlichen Blick legte anstatt auf den Imperialismus, der diesen erst geprägt hatte. Ihrer Ansicht nach würde mit dem Ende der imperialen Herrschaft auch der Orientalismus als ideologische Rechtfertigung verschwinden. Sadik al-Azm schrieb in einer ausführlichen Kritik, Saids Buch riskiere, da es auch den Marxismus als westliche Ideologie denunziere, den Islamisten und ihren Kampagnen gegen westlichen Unterricht in die Hände zu spielen. Diese Kritik spiegelt ein fundamentales Missverständnis von 'Orientalismus': es war eine Studie zur Repräsentation des Imperialismus in der Literatur, nicht zum Imperialismus selbst. Doch die Kritik zeigte auch, dass die Intellektuellen in der arabischen Region andere Prioritäten hatten als ihre Konterparts im Westen. Said nahm die Kritik nicht gut auf, er beschimpfte al-Azm als 'linken Khomeini'. Dabei hatte al-Azm den Finger auf einen heiklen Punkt gelegt: Auch wenn Said selbst gegen antiwestlichen Dogmatismus, religiöse Politik und nativistische Bewegungen opponierte, ließ sich sein Buch für eben diese rituelle Verdammung westlicher Kultur nutzen. Der akademische Postkolonialismus, der für eine wachsende Zahl von Studenten aus der gehobenen Mittelklasse des Nahen Ostens und Südasiens einen Karriereweg eröffnete, entwickelte zu Saids Ärger eine zunehmend orthodoxe Ablehnung von Säkularismus und Aufklärung."

Ägypten bezieht 95 Prozent seines Wassers aus dem Nil. Der Fluss ist für das Land mit seinen 100 Millionen Einwohnern Lebensnerv, Rückgrat und Schlagader in einem, Assuan-Staudamm und Nasser-See sind der Stolz der Nation. Dass Äthiopien nun seinerseits einen der beiden Quellflüsse stauen will, den Blauen Nil, führt zu schweren Konflikten zwischen den beiden Ländern, wie Rosa Lyster berichtet: "2011, im Jahr des Arabischen Frühlings, begann Äthiopien mit dem Bau von Afrikas größtem hydroelektrischen Staudamm, 2023 soll er fertig sein. Die Ägypter sprechen manchmal über die beiden Ereignisse - die Revolution und den Baubeginn für den Großen Staudamm der äthiopischen Wiedergeburt (Grand Ethiopian Renaissance Dam, GERD) -, als gäbe es einen kausalen Zusammenhang: Als hätte Äthiopien nur mit dem Bau, der das Stauen von 74 Milliarden Kubikmeter Nilwasser ermöglichen wird, beginnen können, weil Ägypten anderweitig beschäftigt war. Die Vorstellung jedoch, dass Ägypten irgendetwas hätte tun können, um den Damm zu verhindern, innere Erhebung oder nicht, wird vehement von Äthiopien bestritten. Das Land stellt damit auch ein von den Briten initiiertes Abkommen aus der Kolonialzeit infrage, das die natürlichen und historischen Rechte Ägyptens auf das Wasser des Nils sichert (87 Prozent, um genau zu sein, die übrigen 13 Prozent sind dem Sudan zugesprochen) und Ägypten das Recht gibt, gegen jedes Projekt flussaufwärts sein Veto einzulegen. Vertreter Äthiopiens verweisen darauf, dass sie von der Aushandlung des Abkommens ausgeschlossen waren und verteidigen das Projekt seit zehn Jahren: Es ist unser Wasser und unser Geld. Hier sind die Quellwasser des Blauen Nils, innerhalb unserer Grenzen, und hier ist die Talsperre, die sechs Gigawatt Elektrizität liefern wird - das Äquivalent zu zwölf Kohlekraftwerken - und zwar in einem Land, in dem die Mehrheit der Menschen keinen eigenen Zugang zu Strom hat. Ihr habt Euren Staudamm, wir haben unseren."

Magazinrundschau vom 20.04.2021 - London Review of Books

Die Schifffahrt ist der Motor der Globalisierung, aber so unsichtbar und undurchdringlich wie nie zuvor, erkennt John Lanchester. Die vierhundert Meter lange Ever Given zum Beispiel, die fast eine Woche lang den Suez-Kanal blockierte, wird von einer nur 25-köpfigen indischen Mannschaft betrieben; das Containerschiff gehört einer japanischen Gesellschaft, die es an eine taiwanesische geleast hat, die es wiederum von der Hamburger Bernard-Lange-Reederei unter panamaischer Flagge betreiben ließ. Lanchester empfiehlt Laleh Khalilis sehr instruktives Buch "Sinews of War and Trade" über die Bedeutung des Suezkanals: "Die Welt hatte sich verändert, als der Suez-Kanal nach dem Sechstage-Krieg von 1967 wieder eröffnet wurde. Die Veränderungen in der Schifffahrt bezogen sich vor allem auf die Größe: Alles an Schiffen wurde größer und größer und schließlich noch mal größer. Die Notwendigkeit, um das Kap der Guten Hoffnung zu fahren und dort den legendären Stürmen standzuhalten, war an sich schon ein Argument für robustere Schiffe. Die wachsende Bedeutung des arabischen Öls für die westlichen Ökonomien führten aber auch zu größeren Tankern. Erst zu dem VLLC, dem Very Large Crude Carrier, dann zum ULCC, dem Ultra Large Crude Carrier. Wie Khalili erklärt, wurden diese Schiffe auch durch finanzielle Innovationen möglich gemacht. Aristoteles Onassis, eine treibende Kraft hinter der Gargantuanisierung der Schiffe, verlieh ein neues Schiff an eine Ölfirma, die Transportkapazitäten brauchte, aber nicht unbedingt die nötigen Transportmittel kaufen wollte. Onassis nutze die verheißenen Gewinne aus dem Charter-Vertrag, um das Schiff zu versichern, dann diente ihm die Versicherung als Garantie für den Kredit, den er brauchte, um das Schiff bauen zu lassen. Es ist eine wunderbare Geschichte über die Macht des Kapitals, aus sich selbst heraus mehr Kapital zu schaffen. Eigentlich könnte man sagen, dass das zu Beginn der Transaktion nicht existierende Schiff durch die Magie der Finanzen sein Werden erzwang."

Rivka Galchen liest in Matthew Cobbs "The Idea of the Brain" nach, wie sich unsere Vorstellungen und unser Wissen vom Gehirn im Laufe der Jahrhunderte wandelten: "Descartes dachte, dass Gehirn funktioniere wie ein hydraulisches System, ganz wie die Statuen, die er in den Gären von Saint-Germain-en-Laye vor sich hatte. Spätere Denker sahen im Gehirn genau das, was sie um sich herum hatten: Elektrizität, Magnetismus, Boole'sche Algebra, Bayes'sche Mathematik oder einen Rechner, der uns zu unserer Mutter befragt. Androide träumen von elektrischen Schafen. Bemerkenswert ist, dass unser Wissen aus diesen Träumen erwächst, wenn auch unberechenbar."

Außerdem: Adam Tooze rekapituliert Paul Krugmans Konversion von Bill Clintons neokeynesianischem, also neoliberalem Berater in den neunziger Jahren zu Joe Bidens keynesianischem Berater des Jahres 2021, der nicht nur auf die Geld-, sondern auch auf die Fiskalpolitik setzt.

Magazinrundschau vom 30.03.2021 - London Review of Books

Katherine Rundell widmet ein schönes Tierporträt dem intelligenten, starken und mutigen Storch, also dem Herkules unter den Vögeln. Angeblich schaute sich Otto Lilienthal für seine Flugexperimente bei Störchen ab, wie sie ihre Flügel schwingen, die Thermik zum Steigen nutzen und mit dem Wind gleiten. "Unsere Liebe und Bewunderung für Störche schwankt zwischen dem Sentimentalen und dem Gastronomischen. Mindestens vier Arten sind heute durch Jagd und Habitat-Verlust gefährdet. Bis vor kurzem gab es keine indigenen Störche mehr in Britannien. Die vorletzten Storchenjungen wurden 1416 in England geboren, danach dauerte es über sechshundert Jahre, bis einer der rund hundert wiedereingeführten Vögel im letzten Mai in Sussex fünf Junge bekam. Niemand weiß, warum die Störche in Britannien ausgelöscht wurden: Es heißt, sie bevorzugen Republiken, dann wären die Royals Schuld, aber wahrscheinlicher ist, dass sie verspeist wurden. Bei mittelalterlichen Festen waren sie Teil der Zutaten für Wildpastete, eine Delikatesse, in die auch Reiher, Kranich, Krähe, Kormoran und Rohrdommel gehörten. In Europa gehörten sie bis ins 17. Jahrhundert hinein zum Ritual spektakulärer Tafelfreuden: Speisen mit Edelmetall vergoldet, Hähne mit Papierhüten, die wie Reiter auf Schweinerücken saßen, Wildschweinköpfe, aus deren Mäulern Feuerwerkskörper schossen, und Störche, die gebraten und dann wieder gefiedert wurden, so dass sie aussahen, als hätten sie gerade ihre Flügel aus dem Flug angelegt und wären auf dem Tisch zur Ruhe gekommen."

Im Online-Werbemarkt herrschen die absurdesten Moden und Gesetzmäßigkeiten, stellt Donald MacKenzie fest. Jahrelang warfen Werbekunden zum Beispiel Google Abermillionen in den Rachen, indem sie Anzeigen schalteten, die bei einer Suchanfrage ganz oben erscheinen sollten, obwohl ja bereits explizit danach gesucht worden war. das ändert sich immer erst, wenn ein Tech-Gigant die Marschrichtung ändert: "Im Dezember brachte die Financial Times eine ganzseitige Anzeige von Facebook - in der Printausgabe! - als Angriff auf Apple: 'Für die kleinen Geschäfte überall bieten wir Apple die Stirn.' Die Anzeige führte nicht aus, was Facebook so aufgebracht hatte, aber es ging darum, dass jedes Iphone oder Ipad über ein IDFA, einen Identifier for Advertisers, identifiziert werden kann. Für einen Werbetreibenden, egal ob klein oder groß, ist es ziemlich nützlich, die IDFA eines Geräts zu kennen: Es macht das plumpe und rechtlich fragwürdige Fingerprinting überflüssig. Bisher mussten Nutzer, die den Zugang zu ihrer IDFA blockieren wollten, erst einmal wissen, dass sie eine hatten und wie man die Einstellungen entsprechend ändert. Von jetzt an fordert Apple von jeder App, sich explizit bei jedem Nutzer die Erlaubnis zu holen, die IDFA zu erfahren oder sie in anderer Form zu tracken - unter der Androhung, aus dem App Store verbannt zu werden, eine Strafe, die nicht einmal Facebook bereit wäre zu bezahlen. Das ist etwas anderes als die Art, wie man Cookies akzeptieren soll. Apples Interface macht es genauso leicht, die Berechtigung zu verweigern wie zu geben, und Apple (das seinen App Store als seinen Besitz ansieht und deswegen die Regeln festlegt) wird es Apps nicht erlauben, einen Dienst zu reduzieren, wenn jemand nein sagt. Die Vermutung der Branche ist, dass nur eine kleine Minderheit bereit sein wird, sich tracken zu lassen."

Weiteres: T.J. Clark entdeckt eine Art christlichen Nihilismus im Werk von Hieronymus Bosch. Jenny Turner liest Selina Hastings Biografie der Kosmopolitin, Society-Reporterin und Schriftstellerin Sibylle Bedford.
Stichwörter: Störche, Werbemarkt, Indigene