
Bence Svébis
stellt den jungen Autor
Péter Gerőcs vor, dessen erster Roman, "A betegség háza" (Das Haus der Krankheit, Kalligram) in diesem Jahr erschienen ist. Gerőcs, der aus der Schule von László Márton, Péter Nádas und Miklós Mészöly kommt, ist damit einen großen Schritt weiter, meint Svébis, er verlässt sich immer weniger auf die Krücken kanonisierter Stimmen, sondern entwickelt
eine eigene Sprache: "Der Erzähler Barnabás ist ein
Menschenhasser, eine verbitterte, zynische Figur. Er analysiert alles, reflektiert nicht nur seine Umgebung, sondern auch sich selbst. Er nimmt das Leben auseinander, statt zu genießen will er es interpretieren. Er
sucht nach Fehlern, damit er stets Fehler finden kann. Er isoliert sich zunehmend, geht zunächst aus der Stadt in ein Haus am Plattensee, dann in sich selbst. (...) Tatsächlich ist es so, als gäbe es zwei Erzähler und Kapitel für Kapitel würden sie sich abwechseln. Die geraden Kapiteln sind
nüchtern,
real, hier sind die Geschichten rund, die ungeraden Kapiteln sind
krank,
erschöpft, mit Erinnerungslücken versehen. Die geraden erzählen von der Vergangenheit, die ungeraden versuchen die Gegenwart zusammenzustellen. Zwei unterschiedliche seelische Verfassungen derselben Person."