
Der Zusammenschluss der jüdischen Gemeinden in Ungarn hat beschlossen, das
ungarische Holocaust-Gedenkjahr zu boykottieren und staatliche Gelder zur Verwirklichung der Programme selbst nicht in Anspruch zu nehmen. So reagiert die Organisation auf die
erinnerungspolitischen Entscheidungen der Regierung über das
Mahnmal der deutschen Besatzung, das
Haus der Schicksale, sowie auf die Äußerungen des Direktors des neuen historischen Instituts Veritas, Sándor Szakály, der die Deportation von Juden aus Ungarn im Jahre 1941 -
vor der deutschen Besatzung - in einem Interview als '
fremdenpolizeiliche Maßnahme' bezeichnete. Der Vorsitzende des Jüdischen Weltkongresses (WJC),
Ronald S. Lauder solidarisiert sich in einem offenen Brief und appelliert gleichzeitig an die ungarische Regierung ihre Pläne zu überdenken. Das Schreiben wurde in der Wochenendausgabe von
Népszabadság veröffentlicht: "Es ist besorgniserregend, dass die ungarische Regierung
widersprüchliche Botschaften in die Welt sendet: Mal erkennt sie die Verantwortung bei der Deportation der Juden an, gleichzeitig billigt sie ein verletzendes Mahnmal, das die jüdische Gemeinschaft nur als Ohrfeige interpretieren kann. Mit den Versuchen der Rehabilitierung von
Miklós Horthy ist das entstandene Gesamtbild über Ungarn in Amerika, Europa und Israel negativ."