(Coverdatum: 29.4.2002)
Arundhati Roys politische Essays, darunter die beiden berühmten Essays über den 11. September (
hier und
hier) sind als Bücher erschienen (mehr
hier und
hier).
Ian Buruma (Autor von
"Anglomania")
rezensiert sie für
The New Republic der letzten Woche. Jetzt ist der Artikel
online. Er würdigt Roys Interventionen gegen
indische Staudammprojekte, wenn auch mit kritischen Untertönen, um dann eine
scharfe Attacke gegen ihre Position zum 11. September zu lancieren: "Wenn Roy versucht, die
weite Welt in Angriff zu nehmen und gegen die amerikanische Intervention in
Afghanistan oder gegen die 'Globalisierung' zu wüten, beginnen ihre
stilistischen Ticks zu irritieren. Ihre Dämonologie der Vereinigten Staaten erinnert an die schäumende, augenrollende Rhetorik
verrückter Evangelisten. Dummerweise hat sie gerade hiermit, und nicht mit ihren Kampgnen gegen die Staudammprojekte,
weltweites Gehör gefunden. Roy wurde zur perfekten Stimme der Dritten Welt, für antiamerikanische, antiwestliche oder sogar anti-weiße Gefühle. Diese Gefühle liegen Intellektuellen in aller Welt am Herzen, sogar in den Vereinigten Staaten." Buruma selbst hat einen ebenfalls
umstrittenen Essay über
"Occidentalism" geschrieben, auf den wir hier schon mehrfach verwiesen haben.