Medienticker - Archiv

Buch+Blattmacher-News

1341 Presseschau-Absätze - Seite 71 von 135

Medienticker vom 26.09.2016 - Buch+Blattmacher-News

Das Altpapier
(ev) - am heutigen Montag

Medienauslese
heute-show, Zeitungshommage, #men4equality
(6v9) - von Lorenz Meyer
1. heute-show (tagesspiegel)
2. Darüber redet man lieber nicht (nzz)
3. Mathias Döpfner(youtube)
4. Zeitungsleser (infosperber)
5. Männer-Events (digitaletanzformation)
6. Pubertät (fr-online)

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU
Alles verharrt in Auflösung
26.09.2016. Am Wiener Burgtheater hat Martin Laberenz Goethes "Torquato Tasso" inszeniert: So viel Entschlossenheit zur Deklamationskunst hat der Standard schon lange nicht erlebt. Die Presse versank geradezu in Verlassenheit. Die SZ bwundert in der Wiener Albertina den stickenden Anarchismus der Pointillisten. Auf Critic.de fragt Dominik Graf, wozu Filmhochschule Heere von unfreien Regisseuren ausbilden.In der FAZ trauert Jochen Vogt verabschiedet den Detektiv als letzten Individualisten in der Literatur.

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU
Der Vorrang des Rechts vor den Werten
26.09.2016. Polen erlässt gerade eines der restriktivsten Abtreibungsgesetze der Welt - polnische Feministinnen setzen ihre Hoffnung auf die EU, berichten BBC und Guardian. Die Welt und der Guardian denken über die alles korrumpierende Macht Wladimir Putins nach.  In der Zeit nimmt Wolfgang Ullrich den Kunsthandel gegen manche Kritik in Schutz. In der NZZ fordert der Frankfurter Philosophieprofessor Martin Seel, zwischen "Leitkultur" und demokratischer Rechtsordnung zu unterscheiden.

Weitere Kulturnachrichten
(wdr) + (dra) für den 26. September 2016

Auszeichnung
Tucholsky-Preis für Asli Erdogan
(stand) - Posting Die türkische Schriftstellerin ist in ihrer Heimat inhaftiert Stockholm/Istanbul - Der schwedische PEN-Club verleiht Asli Erdogan den Tucholsky-Preis. Die türkische Schriftstellerin ist in ihrer Heimat seit August inhaftiert.

"Ich war von der Bibel begeistert"
John von Düffel inszeniert Luthers Leben
(dra) - Als Kind wollte der Schriftsteller John von Düffel unbedingt den Autor der Bibel kennenlernen: Martin Luther. Sein Interesse an dem "Sprachschöpfer" und "Glaubensdolmetscher" hat bis heute angehalten. In Münster bringt Düffel nun sein Stück "Martinus Luther - Anfang und Ende eines Mythos" auf die Bühne.







Als Tim und Struppi eine eigene Zeitschrift bekamen
(tages) - Viele heute klassische frankobelgische Comicserien hatten hier ihr Debüt: Vor 70 Jahren erschien die erste Ausgabe der Zeitschrift "Tintin".
(Abb.: Alte Bekannte: Tim und Struppi auf dem Cover der ersten Ausgabe der Zeitschrift "Tintin" am 26. September 1946. Foto: Promo)

+ Literaturkritik online
Frankfurter Anthologie
Joachim Ringelnatz: "Ernster Rat an Kinder"
(faz) - Das mit dem Ratschlag zum Zähneputzen meinte er nicht ernst, trotzdem steckt bei Ringelnatz im Unsinn immer auch Sinn. Es fragt sich nur, wie viel von letzterem der Menschen vertragen kann. Von Sandra Kerschbaumer

Französischer Bücherherbst
Vom Ende der Sorglosigkeit
(faz) - Höret unsere Niederlagen: Der französische Bücherherbst wappnet sich in Zeiten von Krieg und Terrorismus mit den neuen Fragen über physische und seelische Zerstörungen. Von Jürg Altwegg

Im Fluss des Netzes
Interview mit Thomas Lang
(litp) - zum Auftakt des interaktiven Online-Romans "Der gefundene Tod"



Briewechsel

Immer Ihr Oe.- Immer Ihr G. B.
(voll) - Gottfried Benns und Friedrich Wilhelm Oelzes furioser Briefwechsel.
(s. a. die Bücherschau)

Alles oder nichts
Die Überwältigungskunst des Argentiniers César Aira
(nzz) - Berühmt ist er schon, nur noch nicht so ganz im deutschen Sprachraum. Wer seine Bücher liest, sollte sich anschnallen: César Aira ist ein literarischer Stuntman ohne Angst vorm Schleudertrauma.
(s. a. die Bücherschau)
Irdisches Vergnügen
Arno Schmidt & Barthold Hinrich Brockes
(stand) - Jahr 1955 verfasste der Avantgarde-Romancier Arno Schmidt einen Funkessay des Mega-Gedichtszyklus -
(s. a. die Bücherschau)
Mord der Woche NSU-Untersuchungsausschüsse?
Horst Eckerts  Krimi "Wolfsspinne" weiß mehr
(welt) - Von Elmar Krekeler
(s. a. die Bücherschau)


Hörbücher
Meisterstimmen
(bb) - Der richtige Sprecher kann eine Geschichte zum unvergesslichen Erlebnis machen. Diese neuen Hörbücher für Kinder beweisen das eindrucksvoll.

Oberste Liga
John le Carrés "Der Taubentunnel"
(pt) - John le Carré erzählt seinen Memoiren "Der Taubentunnel" aus seinem Leben als Spion, Schriftsteller und Reporter. Es sind meisterliche Geschichten aus dem großen Spiel der Weltpolitik, in dem Runde um Runde die Ahnungslosen die Kugeln abfangen müssen, die den Skrupellosen entgleiten. Von Thekla Dannenberg

Die Shortlist
für den Deutschen Buchpreis 2016 steht fest - der Gewinnerroman wird am 17. Oktober bekannt gegeben Hier in FAZ-Rezensionen

Reinhard Kaiser-Mühlecker: "Fremde Seele, dunkler Wald"
Manch Schatten liegt auf dieser alten Welt
(faz) - In "Fremde Seele, dunkler Wald" seziert Reinhard Kaiser-Mühlecker die brüchige Harmonie von Dorf, Wald und Wiese und lässt seine Helden komfortabel in der Moderne stranden.Von Thomas Thiel

Bodo Kirchhoff: "Widerfahrnis"
Vier Tage eines neuen Lebens
(faz) - Dieses Buch ist die Essenz des literarischen Schaffens von Bodo Kirchhoff. Und dabei ist es "nur" eine Novelle.
20.09.2016, von Andreas Platthaus


André Kubiczek: "Skizze eines Sommers"
DDR-Roman
(faz) -  Das Herz ist ein pochender Knorpel- André Kubiczek erzählt in seiner hinreißenden "Skizze eines Sommers" von René und seinen Freunden, dem ChefBrigadier der Dekadenz, Napoléon-Brandy, dem Mädchen ohne Namen und auch von der DDR. Von Rose-Maria Gropp
Thomas Melle: "Die Welt im Rücken"
Zwischenzeitlich geheilt
(faz) - Der Schriftsteller Thomas Melle erzählt in "Die Welt im Rücken" von seiner manisch-depressiven Erkrankung. Er gewährt damit eindringliche Einblicke in die Innensicht einer bipolaren Identität. Von Sandra Kegel

Eva Schmidt: "Ein langes Jahr"
Was für ein Hundeleben
(faz) - Spinnennetzprosa vom Bodensee: In ihrem neuen Roman meldet sich Eva Schmidt nach zwanzig Jahren Literaturpause mit einer Sammlung von Prosaminiaturen über Mensch und Hund zurück. von Sandra Kegel

Philipp Winkler: "Hool"
Buch über die Hooligan-Szene
(faz) - Die Null, die alles entscheidet - Hat der Autor das selbst erlebt - oder nur extrem gut recherchiert? Philipp Winklers Debütroman "Hool" ist auf jeden Fall eine der intensivsten Lektüren dieser Saison. Ein Buch wie ein Schlag. von Julia Encke


+ Bücherschau
Als trauriger Jedermann
24.09.2016. FAZ und SZ blicken mit Staunen auf die Lebendigkeit römischer Geschichte in John Williams' Roman "Augustus".  Die FAZ liest außerdem fasziniert in Edward Timms' monumentaler Studie zu Karl Kraus.  Die FR geht ins Harry-Potter-Theater. Die taz amüsiert sich lieber in Sarah Bakewells "Café der Existenzialisten".

--- und in eigener Sache
Kaufen Sie alle Ihre Bücher über perlentaucher.de!
Wenn Sie über uns bestellen, helfen Sie uns, Ihnen unseren Service anzubieten.

+ Neues auf faustkultur.de
Die Sogwirkung dieses Romans ist enorm
(fk) - Ich las ihn auf einem Beifahrersitz ohne die geringste Aufmerksamkeit für das Verkehrsgeschehen in unter drei Stunden. Ich war so gebannt, dass ich als Zeuge eines Beinahunfalls ausschied und die schlussendliche Eingabe der Zielstraße als Navigationsgehilfe verweigerte …
Mut zur Detailtreue
(fk) - Im deutschsprachigen Raum wurde der 1973 geborene amerikanische Schriftsteller Anthony Doerr mit dem hochgelobten Roman "Alles Licht, das wir nicht sehen" aus dem Jahr 2014 bekannt. Nun sind Doerrs Novelle "Memory Wall" und sein Roman "Winklers Traum vom Wasser" auf Deutsch erschienen. Otto A. Böhmer hat sie mit Gewinn gelesen.

+ Literatur im Hörfunk
Navid Kermani: "Sozusagen Paris"
Der Roman kann eine Eheberatung ersetzen

(dra) - Mit "Sozusagen Paris" knüpft Navid Kermani an seinen weitgehend autobiografischen Roman "Große Liebe" von vor zwei Jahren an. Jetzt begegnet sein Ich-Erzähler der damals auf dem Schulhof Angebeteten erneut - nach 30 Jahren. - Kermani nutzt Mittel des modernen Romans ...
"Das erste Mal hat er mit fünfzehn geliebt und seitdem nie wieder so groß: Im Laufe von wenigen, viel zu wenigen Tagen erlebt ein Junge alle Extreme der Verliebtheit, vom ersten Kuss bis zur endgültigen Abweisung. Im Mikrokosmos eines Gymnasiums der 80er Jahre und vor dem Hintergrund der Friedensmärsche führt  Kermani das zeitlose Schauspiel der Liebe ..." (Klappentext + s. die Bücherschau + oben)
TV-Tipp Das Erste - Druckfrisch - Neue Bücher bei Denis Scheck

Verständigung zwischen Muslimen & Juden

Ármin Langers "Ein Jude in Neukölln"
(dra) - Der Zentralrat der Juden solle sich "zum Zentralrat der rassistischen Juden" umbenennen, schrieb vor einigen Monaten der Rabbinerstudent Ármin Langer. Nun folgt seine Streitschrift "Ein Jude in Neukölln".

Kulturtipps
(dra-audio) - 26.9.2016

Spenden
Unterstützen Sie den Perlentaucher
Der Perlentaucher bietet seinen Service für die Leser kostenlos und möchte dabei bleiben. Falls Sie uns unterstützen mögen - regelmäßig oder einmalig - freuen wir uns! Hier finden Sie verschiedene Möglichkeiten. mehr lesen

Medienticker vom 23.09.2016 - Buch+Blattmacher-News

Das Altpapier
(ev) - am heutigen Freitag

Medienauslese
Alternativpreis, AfD-Symbiose, Wirtschafts-Podcast
(6v9) - von Lorenz Meyer
1. Cumhuriyet & Weißhelme(tagesschau)
2. Geld (futurezone)
3. Repression (reporter-ohne-grenzen)
4. Journalismus (ejo)
5. Symbiotisches Verhältnis (mediendienst-integration)
6. Mr. Vossen (freitag)

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU
Choreografie des eigentlichen Nichtstuns
23.09.2016. Wehmütig, aber glücklich kommen die Kritiker aus Christoph Marthalers "Bekannte Gefühle, gemischte Gesichter", das die letzte Castorf-Saison an der Berliner Volksbühne einläutet. Die SZ ist gespannt auf die neben dem Heizkraftwerk Charlottenburg entstehende Werkbundstadt. Antoine Fuquas multiethnisches Westernspektakel "Die glorreichen Sieben" spaltet die Kritik. Und die NZZ beobachtet besorgt den Besucherrückgang bei Frankreichs Museen.

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU
In Zivil, selbstverständlich
23.09.2016. Die Geschichte des Piratenpolitikers Gerwald Claus-Brunner stellt auch seine Partei, die über Jahre nicht agierte, in ein trübes Licht, meint der Tagesspiegel.  Während der Iran sich angeblich ein bisschen öffnet, gehen die Hinrichtungen weiter, und eine Sittenpolizei kontrolliert die Kopftücher der Frauen, konstatiert die huffpo.fr. Facebook hat falsche Angaben über die Effizienz von Werbung gemacht, hat das Wall Street Journal herausgefunden - und Facebook ist auch politisch in der Diskussion.

Weitere Kulturnachrichten
(wdr) + (dra) für den 22. September 2016

Aus den Feuilletons
Navid Kermani fehlen die guten alten Buchkritiken
(dra) - Literaturkritiker und Autoren haben es auch nicht immer leicht miteinander. Navid Kermani hat einen Liebesroman geschrieben. Die Zeit-Autorin findet den aber langweilig. Navid fragt sich nun, warum sie extra nach Köln gekommen ist, um ihm das zu sagen.

Insolvenz
Verlage warten auf ihre Bücher
(bm) - Insolvenz der südkoreanischen Hanjin-Reederei betrifft auch deutsche Verlage

+ Literaturkritik online
TAGTIGALL
Sind auch die da, die nicht da sind?
22.09.2016. Kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen und damit ziemlich weit: Oswald Eggers "Erste Berliner Rede zur Poesie" buchstabiert die Welt neu aus. Von Marie Luise Knott.

Oberste Liga
John le Carrés "Der Taubentunnel"
(
pt) - John le Carré erzählt seinen Memoiren "Der Taubentunnel" aus seinem Leben als Spion, Schriftsteller und Reporter. Es sind meisterliche Geschichten aus dem großen Spiel der Weltpolitik, in dem Runde um Runde die Ahnungslosen die Kugeln abfangen müssen, die den Skrupellosen entgleiten. Von Thekla Dannenberg

Die Shortlist
für den Deutschen Buchpreis 2016 steht fest - der Gewinnerroman wird am 17. Oktober bekannt gegeben + Hier in FAZ-Rezensionen

Reinhard Kaiser-Mühlecker: "Fremde Seele, dunkler Wald"
Manch Schatten liegt auf dieser alten Welt
(faz) - In "Fremde Seele, dunkler Wald" seziert Reinhard Kaiser-Mühlecker die brüchige Harmonie von Dorf, Wald und Wiese und lässt seine Helden komfortabel in der Moderne stranden.Von Thomas Thiel

Bodo Kirchhoff: "Widerfahrnis"
Vier Tage eines neuen Lebens
(faz) - Dieses Buch ist die Essenz des literarischen Schaffens von Bodo Kirchhoff. Und dabei ist es "nur" eine Novelle.
20.09.2016, von Andreas Platthaus


André Kubiczek: "Skizze eines Sommers"
DDR-Roman
(faz) -  Das Herz ist ein pochender Knorpel- André Kubiczek erzählt in seiner hinreißenden "Skizze eines Sommers" von René und seinen Freunden, dem ChefBrigadier der Dekadenz, Napoléon-Brandy, dem Mädchen ohne Namen und auch von der DDR. Von Rose-Maria Gropp
Thomas Melle: "Die Welt im Rücken"
Zwischenzeitlich geheilt
(faz) - Der Schriftsteller Thomas Melle erzählt in "Die Welt im Rücken" von seiner manisch-depressiven Erkrankung. Er gewährt damit eindringliche Einblicke in die Innensicht einer bipolaren Identität. Von Sandra Kegel

Eva Schmidt: "Ein langes Jahr"
Was für ein Hundeleben
(faz) - Spinnennetzprosa vom Bodensee: In ihrem neuen Roman meldet sich Eva Schmidt nach zwanzig Jahren Literaturpause mit einer Sammlung von Prosaminiaturen über Mensch und Hund zurück. von Sandra Kegel

Philipp Winkler: "Hool"
Buch über die Hooligan-Szene
(faz) - Die Null, die alles entscheidet - Hat der Autor das selbst erlebt - oder nur extrem gut recherchiert? Philipp Winklers Debütroman "Hool" ist auf jeden Fall eine der intensivsten Lektüren dieser Saison. Ein Buch wie ein Schlag. von Julia Encke

+ Bücherschau
Jung sein und genießen
22.09.2016. Die FAZ tastet sich staunend durch das komplexe Gebilde von Olga Martynovas "Der Engelherd". Der FR bleibt Ottessa Moshfeghs Geschichte des autoaggressiven Trinkers McGlue fremd. Die NZZ ergibt sich dagegen freudig dem Überwältigungskünstler Cesar Aira. Die SZ freut sich über Andre Kubiczeks so lässigen wie existentiellen Coming-Of-Age-Roman "Skizze eines Sommers". Die Zeit amüsiert sich mit Tomer Gardis "Broken German".


--- und in eigener Sache
Kaufen Sie alle Ihre Bücher über perlentaucher.de!
Wenn Sie über uns bestellen, helfen Sie uns, Ihnen unseren Service anzubieten.

+ Neues auf faustkultur.de
Seit Beginn der Aufstände
(fk) - gegen das syrische Regime haben sich Syriens Frauen aktiv und mutig an verschiedensten Aktionen beteiligt. Die zunehmende Militarisierung der Revolution und die Entwicklung hin zu einem Krieg auf verschiedenen Ebenen hat den Frauen jedoch zusätzliche Bürden auferlegt und sie in prekäre Lebenssituationen gebracht, beschreibt die Sozialwissenschaftlerin Huda Zein.

+ Literatur im Hörfunk
Zerrissen zwischen Schicksal & Lebenstraum
John Williams: "Augustus"
(dra) - Der Schriftsteller John Williams erzählt wieder die Geschichte des Kaisers Augustus. Anfang der 1970er-Jahre veröffentlichte er bereits seine Romane "Stoner" und "Butcher's Crossing". Sein drittes Werk über Augustus ist ein Mosaik auf Briefen, Memoiren und Gedichten.

Irrwitzige Dystopie
Emma Braslavsky macht Ernst mit der Zukunft
(sp) Ein Bombardement der Bilder und Ideen: In Emma Braslavskys visionärem Roman "Leben ist keine Art, mit einem Tier umzugehen" befinden sich zwei Weltrettungsorganisationen im Kampf um Geld und Gunst.

Jenseits der Selbststilisierung
Helmut Dietl: "A Bissel was geht immer"
(dra) - Der Regisseur Helmut Dietl, der 2015 starb, war eine schillernde Gestalt der Münchener Gesellschaft. In seinen posthum erscheinenden Erinnerungen "A Bissel was geht immer" ist von Selbstinszenierung aber nichts zu spüren.

Die Utopie scheiterte am Abwasch
Andreas Baum: "Wir waren die neue Zeit"
(dra) - Freie Liebe, endlose Debatte in der Gemeinschaftsküche und Faschoalarm am Wochenende - davon erzählt Andreas Baum in seinem Debütroman "Wir waren die neue Zeit". Er nimmt den Leser mit in das Berlin der Wendezeit, als die Stadt von Hausbesetzern und Alternativen erobert wurde.

Kulturtipps
(dra-audio) - 23.9.2016

Spenden
Unterstützen Sie den Perlentaucher
Der Perlentaucher bietet seinen Service für die Leser kostenlos und möchte dabei bleiben. Falls Sie uns unterstützen mögen - regelmäßig oder einmalig - freuen wir uns! Hier finden Sie verschiedene Möglichkeiten. mehr lesen

Medienticker vom 22.09.2016 - Buch+Blattmacher-News

Das Altpapier
(ev) - am heutigen Donnerstag

Medienauslese
Ruhebezüge, Haftnotizen, Social Bots
(6v9) - von Lorenz Meyer
1. Fall Augenstein (ndr)
2. Can Dündar(journalisten)
3. Geheime Dokumente  (vocer)
4. Pressevertreter (augenzeugen)
5. Manipulation (taz)
6. Arbeiten (tagesanzeiger)

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU
Wie Wasserballett mit Jelinek
22.09.2016. In Lens Culture erklärt der Fotograf Vladimir Vyatkin, warum die Kunst zu lügen wesentliche Voraussetzung für einen Fotografen ist. Das Art Magazin lernt in Mannheim, dass der Barock kein Dekadenzphänomen war. Sorry, aber Laura Poitras konnte es besser, meinen die Filmkritiker über Oliver Stones "Snowden"-Film. Die FAZ begutachtet in Zürich thermalen Widerstand mit Unwellness und Unheilfasten. Die taz nimmt einen Schluck zu viel aus Elgars Überklangfülle.

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU
Wer ist im Besitz der Leitkultur?
22.09.2016. In Deutschland gibt es keine richtige Trennung von Staat und Religion, und das ist auch gut so, meint der  Kirchenrechtler Hans Michael Heinig in der FAZ.  Überall wird über ARD und ZDF diskutiert: In Irights.info fordert die Grünen-Politikerin Tabea Rößner eine Debatte über die Öffentlich-Rechtlichen im Zeitalter des Medienwandels. Die taz weiß, was die ARD für Fußball bezahlt. Die FAZ kennt den Hintergrund zu Horst Seehofers Vorschlag, ARD und ZDF zusammenzulegen.  Die extremistischen Siedler sind nicht die bestimmenden Akteure im Nahostkonflikt, hält die Jüdische Allgemeine fest.

Weitere Kulturnachrichten
(wdr) + (dra) für den 22. September 2016

Heinz Strunk erhält
Wilhelm-Raabe-Literaturpreis
(dra) - Er wird für seinen Roman "Der goldene Handschuh" ausgezeichnet, teilte die Stadt Braunschweig mit. Mit dem Roman über die gleichnamige Reeperbahn-Absturzkneipe betrat der 54-Jährige, der bislang eher Komödiantisches ("Fleisch ist mein Gemüse") verfasst hat, 2016 neues Terrain. - Ein Gespräch mit dem Autor (s. a. die Bücherschau)

Friedrich Schiedel-Literaturpreis 2016
Herfried Münkler für "Der Große Krieg" ausgezeichnet
(bb) - Der Politikwissenschaftler Herfried Münkler erhält den Friedrich Schiedel-Literaturpreis der Stadt Bad Wurzach 2016 − für sein Buch "Der Große Krieg. Die Welt 1914−1918". - (s. a. die Bücherschau)

Klaus-Michael Kühne-Preis
für Dmitrij Kapitelman
(hb) - Der Klaus-Michael Kühne-Preis für das beste deutschsprachige Romandebüt 2016 geht an Dmitrij Kapitelman für Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters. Dies teilte soeben das Harbour Front Literaturfestival in Hamburg mit, in dessen Rahmen der Preis vergeben wird. -(s. a. die Bücherschau)

Kritik an Bosch-Stiftung
Ade, Chamisso-Preis?
(faz) - Die Bosch-Stiftung möchte den Chamisso-Preis für Literatur 2017 zum letzten Mal vergeben: Der Preis habe bereits "seine ursprüngliche Zielsetzung vollständig erfüllt". Frühere Preisträger sehen das anders. Von Ilija Trojanow und José F. A. Oliver
Autoren des Kulturwechsels
(3sat) - Mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ehrt die Robert-Bosch-Stiftung in Stuttgart jährlich "herausragende auf Deutsch schreibende Autoren, deren Werk von einem Kulturwechsel geprägt ist", wie es auf der Homepage heißt. 2017 soll es ihn zum letzten Mal geben. Das Land verliert damit einen "einzigartigen" Literaturpreis. Und das Aus sorgt für Diskussionen.

--- und in eigener Sache
Kaufen Sie alle Ihre Bücher über perlentaucher.de!
Wenn Sie über uns bestellen, helfen Sie uns, Ihnen unseren Service anzubieten.

+ Neues auf faustkultur.de
Dass es Dich gibt!
(fk) - Der Schriftsteller Paulus Böhmer feierte am 20. September 2016 seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlass erscheint beim Verlag Peter Engstler ein Band mit neuen Collagen Böhmers. Der Band stellt höchste formale und inhaltliche Meisterschaft unter Beweis, meint Harry Oberländer, und gratuliert Paulus Böhmer.
Bummeln übers Minenfeld
(fk) - "Unter Waffen - Fire & Forget 2" heißt eine Ausstellung in Frankfurt, die Waffen und Militärästhetik in Mode, Design, Kunst und Alltagskultur nachspürt. Die Schau beschäftigt sich auch mit der Frage, wie uns der Anblick von Waffen affektiv berührt. "Fire & Forget 2" ist unterhaltsam und tendiert stellenweise zu einem Kuriositätenkabinett, meint Ellen Wagner.
Fashiondesign als Waffe
(fk) - In seinem Essay untersucht der Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler Friedrich Weltzien zeitgenössische Design-Strategien, die sich als ziviler Ungehorsam definieren lassen. Weltzien möchte zeigen, dass es eine Schnittmenge von Gestaltung und politischem Aktivismus gibt, die sich designtheoretisch fruchtbar machen lässt.

+ Bücherschau
So ein Hundeleben
21.09.2016. Die NZZ empfiehlt Goran Vojnovics Roman "Vaters Land", der mit Witz, Schmerz und Wut erzählt, wie ein Sohn den Vater als Kriegsverbrecher entlarvt. Lesenswert findet sie auch einen Band des Historikers Boris Barth über die Krise der Demokratie in der Zwischenkriegszeit. Die FAZ beugt sich über die Romane zweier Kandidaten auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises, Reinhard Kaiser-Mühlecker und Eva Schmidt.

+ Literatur im Hörfunk
Sie will doch nur schreiben
Emma Cline: "The Girls"
(dra) - Es klingt wie ein Märchen: Die 25-jährige Amerikanerin Emma Cline schreibt einen Roman, der lose auf der Geschichte der Manson-Family basiert und darum schon vor seinem Erscheinen einen Hype auslöst. Nur die Autorin selbst scheint das gar nicht zu beeindrucken.


Kulturtipps
(dra-audio) - 22.9.2016

Spenden
Unterstützen Sie den Perlentaucher
Der Perlentaucher bietet seinen Service für die Leser kostenlos und möchte dabei bleiben. Falls Sie uns unterstützen mögen - regelmäßig oder einmalig - freuen wir uns! Hier finden Sie verschiedene Möglichkeiten. mehr lesen

Medienticker vom 21.09.2016 - Buch+Blattmacher-News

Das Altpapier
(ev) - am heutigen Mittwoch

Medienauslese
Satzbau-Hooligans, Medienquote, InTouch-TV
(6v9) - von Lorenz Meyer
1. Facebook-Preis (morgenpost)
2. ProQuote (pro-quote)
3. "InTouch"-TV (dwdl)
4. Resi (journalist)
5. Deutschlandfunk Kultur (tagesspiegel)
6. Null Vulven gefunden (spiegel)

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU
Da die Architektur noch frivol sein durfte
21.09.2016. Eher murrend nehmen die Kritiker die Shortlist für den Deutschen Buchpreis auf: ZeitOnline sieht vor allem die Träume alter Herren bedient. Die Welt schlägt den Leser von Philipp Winklers "Hool" den Grauburgunder aus der Hand. Die Tell Review diskutiert, wie zirzensisch Literaturkitik sein darf. Der Freitag untersucht die Untiefen deutscher Kinderkultur. Die NZZ besichtigt die Höhen mondäner Architektur in den Schweizer Alpen. Die Nachtkritik empfiehlt Claus Peymann für eine Intendanz bei der Commerzbank.

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU
Aber die Uhr gehört den Völkern
21.09.2016. Überall wird über die Macht von Facebook und Google debattiert: Im Guardian fordert Espen Egil Hansen, dass sich Mark Zuckerberg der Verantwortung seines Konzerns für die Öffentlichkeit stellt. In der "Freiburger Deklaration" formiert sich ein Verband progressiver Muslime - der aber laut FAZ schon Widerstände auslöst. In Le Monde kündigt Alain Mabanckou eine "Revolution im Kongo-Becken" an.  Der Tagesspiegel fragt: Hat die Berliner Kultur Angst vor dem Neuen?

Weitere Kulturnachrichten
(wdr) + (dra) für den 21. September 2016

SPD-Medienholding
Restrukturierungen & Mindestlohn belasten
(nb) - Die SPD-Medienholding Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (ddvg) hat das Geschäftsjahr 2015 mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 1,9 Mio. Euro abgeschlossen.

Mathias Döpfners
Lob für  SPD-Mann Olaf Scholz
(mee) - "Halte ihn für den besten Medienpolitiker Deutschlands

"Buch an Bord" geht 2017 weiter
Wer liest, darf mehr mitnehmen
(bb) - An der Sommeraktion "Buch an Bord" von Vorsicht Buch! und Ferienflieger Condor haben sich 35.000 Fluggäste beteiligt -  mit dem entsprechenden Aufkleber bekamen sie ein Kilo Freigepäck für Bücher. Die Aktion soll 2017 fortgesetzt werden.

Interview
Buchmarkt Niederlander
(bb) - Christoph Buchwald, als Herausgeber von Anthologien und Lektor namhafter deutscher Verlage bekannt, ging 2001 mit seiner Frau nach Amsterdam, um einen eigenen Verlag zu gründen: Cossée. Im Gespräch mit boersenblatt.net schildert er seine Erfahrungen mit dem niederländischen Buchmarkt.

Aufgefrischte Jubelausgabe
"Asterix erobert Rom" zum 40.
(bb) - Vor vierzig Jahren kam der Trickfilm zu "Asterix erobert Rom" in die Kinos - von allen Asterix-Filmen ist er der erfolgreichste. Zum Geburtstag erscheint das Buch zum Film jetzt in einer neuen, überarbeiteten Fassung mit bisher unveröffentlichten Illustrationen.

Britischer Fotopreis
Benedikt Taschen erhält Photographic Publishing Award
(bb) - Benedikt Taschen wurde am 15. September bei der Verleihung der Royal Photographic Society Awards in London mit dem neu eingerichteten Photographic Publishing Award für seine verlegerische Leistungen ausgezeichnet.

Buchcharts
Vielversprechender Bücherherbst
(bb) - Der Herbst wird bunt. Zahlreiche Neuerscheinungen stürmen die Bestsellercharts in dieser Woche. Matthias Brandt ist mit "Raumpatrouille" (Kiepenheuer & Witsch) der höchstplatzierte Neuling der Belletristikliste (Hardcover), bei den Ratgebern gibt es gleich acht Neueinsteiger.

Mainzer Stadtschreiber 2017 gewählt
Abbas Khider wird Nachmieter von Clemens Meyer
(bb) - Abbas Khider wird der Mainzer Stadtschreiber des Jahres 2017. Die Verleihung des mit 12.500 Euro dotierten Preises ist für den kommenden März geplant, teilt das ZDF mit.

Literaturpreis für Satire & Humor
Jonathan Swift-Preis 2016 an Wolf Haas
(bb) - Der österreichische Schriftsteller Wolf Haas erhält den Jonathan-Swift-Preis 2016. Überreicht wird die Auszeichnung am 20. November im Literaturhaus Zürich.

Verlagszusammenschluss
Vandenhoeck & Ruprecht übernimmt
(brp) - den Böhlau Verlag

Die Shortlist
für den Deutschen Buchpreis 2016 steht fest - der Gewinnerroman wird am 17. Oktober bekannt gegeben.
Leichtere Kost
(dra) - und formale Experimente
Romane mit "starker Bodenhaftung"
(3sat) - "Die Romane der diesjährigen Shortlist decken ein breites inhaltliches Spektrum ab", sagte Jury-Sprecher Christoph Schröder.
Die Träume der großen und kleinen Jungs
(zeit) - Die Shortlist des Deutschen Buchpreises ist besetzt von Männerfantasien. Das liegt nicht nur daran, dass nur eine Frau nominiert ist. Gewinnen muss ohnehin Thomas Melle. Von Wiebke Porombka
Gute, weil gewagte Wahl
(faz) - Die sechs Finalisten im Rennen um den Deutschen Buchpreis 2016 stehen fest. Pikant dabei: Drei davon sind im klassischen Verständnis gar kein Roman. Von Andreas Platthaus
Sind nicht alle korrupt außer mir?
(taz) - Die Entscheidungen rund um den Deutschen Buchpreis werden bemäkelt und kritisiert. Zum Glück, denn das ist gut für Verlage und AutorInnen. Von Jörg Sundermeier

Reinhard Kaiser-Mühlecker: "Fremde Seele, dunkler Wald"
Schweigen als verhängnisvolle Kommunikationsform
(dra) - In "Fremde Seele, dunkler Wald" schildert Reinhard Kaiser-Mühlecker ein archaisch anmutendes Familienszenario über zwei Bauernbrüder, die ihre Konflikte nicht aufzulösen vermögen. Der Roman vermittelt, dass es Strukturen gibt, die zäher sind, als man denkt.

+ im Fernsehen
(3sat-video) - Seine Sprache - der präzise Stil, der distanzierte Ton - macht Reinhard Kaiser-Mühleckers Romane unverkennbar. 2008 debütierte er mit seinem Roman "Der lange Gang über die Stationen". Seitdem ist fast jährlich ein Buch erschienen und ein Werk entstanden, das manche verstörend, andere wie aus der Zeit gefallen und viele einzigartig finden. Sich selbst ist er dabei stets treu geblieben. Der 33-jährige Schriftsteller zählt mittlerweile zu den renommiertesten Autoren seiner Generation. Jetzt wurde Reinhard Kaiser-Mühlecker für sein Buch "Fremde Seele, dunkler Wald" für den Deutschen Buchpreis 2016 nominiert.

Bodo Kirchhoff: "Widerfahrnis"
"Reither, bis vor kurzem Kleinverleger in einer Großstadt, nun in einem idyllischen Tal am Alpenrand, hat in der dortigen Bibliothek ein Buch ohne Titel entdeckt, auf dem Umschlag nur der Name der Autorin, und als ihn das noch beschäftigt, klingelt es abends bei ihm. Und bereits in derselben Nacht beginnt sein Widerfahrnis und führt ihn binnen drei Tagen bis nach Sizilien ... (Klappentext)

André Kubiczek: "Skizze eines Sommers"
Die letzten großen Ferien vor dem Internat
(dra) - In dem Roman "Skizze eines Sommers" hat der 16-jährige René die ganzen Ferien sturmfreie Bude. André Kubiczek erzählt einfühlsam von ein paar Jugendlichen in den 80er-Jahren im Potsdam zu Mauerzeiten. Von ihren Melancholieanfällen und ersten Lieben. Frei von Ostalgie.

Thomas Melle: "Die Welt im Rücken"
Zwischen Messias-Komplex und tiefer Scham
(dra) - Das Leben als Achterbahn: Bei Manisch-Depressiven wechseln Phasen grenzenloser Euphorie und tiefer Niedergeschlagenheit ab. Auch der Autor Thomas Melle leidet an der bipolaren Störung. Was das heißt, berichtet er in seinem Buch "Die Welt im Rücken".


Eva Schmidt: "Ein langes Jahr"
"Benjamin lebt mit seiner Mutter allein, die Wohnung in der Siedlung am See ist klein, den Hund, den er gerne hätte, kriegt er nicht. Als er Joachim davon erzählt, will der sich einen schenken lassen, am besten zwei, aber Benjamin findet, Hunde sind fast wie Menschen und kein Geschenk. Eines Tages begegnet Benjamin Herrn Agostini, einem alten Mann aus der Nachbarschaft ... (Klappentext)

Philipp Winkler: "Hool"
Hauen & Verhauenwerden
(zeit) - Philipp Winklers Romandebüt "Hool" erzählt die zeitgemäße Geschichte vom wütenden jungen Mann. Das geht auf interessante Weise schief.
Hörfunkgespräch
(dra-audio) - mit dem Debütanten & Kandidaten (07:25 Min)

+ Literaturkritik online
Große Geste ohne Inhalt
Zum "Manifest" von Lisa Kränzler und Tomaso Carnetto.
(gue) - "Ein solch Leser verachtendes Vorgehen knüpft nahtlos an zahlreiche künstlerische und kunstwissenschaftliche Ausführungen an, die es ganz offensichtlich nicht nötig haben, Begriffsarbeit zu leisten." Von Jürgen Nielsen Sikora

Ein pulsierendes Wimmelbild
Fiston Mwanza Mujilas Debutroman "Tram 83"
(gue) -  "... mal expressiv, mal impressionistisch; Märchen, Moritat, Porno und Burleske - ein mystischer Realismus mit gleichzeitig gnadenlos analytischem Blick, der gut verborgen im Dialogstrom herauslugt." Von Gregor Keuschnig (s. a. die Bücherschau)


Zerrissen, uneins, wild und befreiend
John Higgs erkundet das 20. Jahrhundert
(gue) - "Man versteht nach der Lektüre so viel besser, warum die sexuelle Revolution, das Wirtschaftswachstum, Aleister Crowley, die Chaostheorie und das Internet mehr miteinander zu tun haben als wir bislang angenommen haben." Von Jürgen Nielsen-Sikora (s. a. die Bücherschau)

Neues auf




--- und in eigener Sache
Kaufen Sie alle Ihre Bücher über perlentaucher.de!
Wenn Sie über uns bestellen, helfen Sie uns, Ihnen unseren Service anzubieten.

+ Neues auf faustkultur.de
Die Komödie "Harold und Maude"
(fk) - handelt von der Liebe zwischen dem 18-jährigen Harold, dem es Vergnügen bereitet, seine Umgebung mit makabren Späßchen zu erschrecken, und der 80-jährigen Maude. Manfred Langner hat die Komödie in Stuttgart auf die Bühne gebracht. Sehenswert ist die Inszenierung wegen Anita Kupsch, einer idealen Besetzung für Maude, meint Thomas Rothschild.

+ Bücherschau
Herz, Magen oder Milz
20.09.2016. Als hätten sie's geahnt: Rechtzeitig zur Bekanntgabe der Shortlist besprechen SZ und FAZ Philipp Winklers Roman "Hool", allerdings recht uneinheitlich: Die FAZ ist von der Kraft und dem Tempo dieser Hooligan-Prosa schlicht umgehauen, die SZ findet sie etwas betulich. Mit Dana Rangas "Hauthaus" feiert die SZ dagegen das Assoziative. Die NZZ lässt sich von Sibylle Lewitscharoff auf den Flügeln des Dante-Gesangs davontragen. Und für die FR taugt Frank Raddatz' kritiklose Huldigung der  "Republik Castorf" kaum als Argument gegen Chris Dercon.

Kulturtipps
(dra-audio) - 21.9.2016

Spenden
Unterstützen Sie den Perlentaucher
Der Perlentaucher bietet seinen Service für die Leser kostenlos und möchte dabei bleiben. Falls Sie uns unterstützen mögen - regelmäßig oder einmalig - freuen wir uns! Hier finden Sie verschiedene Möglichkeiten. mehr lesen

Medienticker vom 20.09.2016 - Buch+Blattmacher-News

Das Altpapier
(ev) - am heutigen Dienstag

Medienauslese
 Hassrede-Kulturgeschichte, IOC-Auszeichnung, Berlin-Wahl
(6v9) - von Lorenz Meyer
1. Sieg (zeit)
2. Hass-Rede (carta)
3. Zustände (medienwoche)
4. Negativpreis (netzpolitik)
5. Rundfunkgebühr (golem)
6. Wahlkarte (morgenpost)

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU
Zusatz von Handlungsstoffen
20.09.2016. In der FAZ schlagen Ilija Trojanow und José Oliver Alarm: Der Albert-von-Chamisso-Preis soll abgeschafft werden. Die SZ feiert den narrativen Tanz. Im Tagesspiegel wünscht sich der neue dffb-Leiter Ben Gibson mehr Autorenfilmer auf dem Markt. Die Welt lernt in Berlin von Anne Imhof das Fürchten. Der Standard begeistert sich in Wien für junge Chemiker, die Punkte aufhäufen. Und die NZZ erinnert an Paul Parin, der bei den Dogon das orale Paradies entdeckte.

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU
Diese verratenen Milieus
20.09.2016. Leistungsschutzrecht ist die falsche Medizin für ein echtes Symptom, meint Julia Reda in Zeit online. Ähnlich sieht es FAZ-Digitalchef Mathias Müller von Blumencron in der Presse.  Aber so oder so will Österreich Google und Facebook für die Presseförderung anzapfen, berichtet der Standard. Spiegel-online-Kolumnist Jan Fleischhauer fragt ARD und ZDF mit Blick auf IOC, FIFA und Co., ob sie bei der "Auswahl der Geschäftspartner" nicht etwas sorgfältiger verfahren sollten. Netzpolitik erzählt eine Geschichte über Youtube, Juncker und eine junge Bloggerin, die trotzdem zu fragen wagte.

Weitere Kulturnachrichten
(wdr) + (dra) für den 20. September 2016

Presserat
Istanbul, Nizza & München
(mee) - Presserat rügt BamS und Bild.de

G+J

Ausland, ade!
(mee) - Gruner + Jahr erwägt angeblich Rückzug auch aus Spanien und China

Vom Parnass in den Knast

Aufstieg und Fall des Yahya Hassan
(nzz) - Als er 2013 seinen ersten Gedichtband vorlegte, wurde der muslimische Migrantensohn Yahya Hassan in Dänemark sogleich zum Star. Er hatte es gewagt, die Doppelmoral der Generation seiner Eltern zu attackieren.

Mitteilungen an eine Königin

Neues von Julio Cortázar
(tages) - Für seine Leser ist Julio Cortázar nach wie vor lebendig. Zwei Jahre nach seinem 100. Geburtstag entdeckt die Zeitschrift "Confabulario" in seiner Bibliothek sogar noch neue Texte.

+ Literaturkritik online
Fuck Thatcher, let's dance!

Pop-Roman "Schottendisco"
(sp) - Bettler auf dem Arbeitsmarkt, Könige der Tanzfläche: In "Schottendisco" erzählt David F. Ross authentisch und komisch, wie Hipster Anfang der Achtzigerjahre Party und Protest verbanden.


Onno-Viets-Roman
Kein Detektiv ist harmloser und hartnäckiger
(welt) - Wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, geschehen auch sonst seltsame Dinge. Frank Schulz lässt den von seinem letzten Fall noch schwer traumatisierten Onno Viets im deutschen Urwald ermitteln. Von Richard Kämmerlings


+ Neues auf literaturkritik.de
Schwerpunkt: Liebe, Angst und andere Gefühle
+ Abschiedsszenarien in der Redaktion

Zur September-Ausgabe 2016 mit "fühlosophischen" Reflexionen Von Thomas Anz
+ Aus den Zonen des Unheimlichen

Die schwarze Romantik als Prüfstein für Sigmund Freuds Psychologie der Affekte und eine dunkle Episode in seiner Biographie Von Peter-André Alt
+ Lustprinzip, Affektregulation und Kulturarbeit

Zu Sigmund Freuds Psychoanalyse und Gustav Theodor Fechners Naturphilosophie Von Bernd Nitzschke
+ Wege der Übertragung

Über die Sprache der Liebe bei Platon, Shakespeare, Freud und Lacan Von Achim Geisenhanslüke
+ Smells Like Victory?

Trauer, Angst, Wut, Hass: Thomas Elsaesser und Michael Wedel analysieren in ihrer Studie "Körper, Tod und Technik" die Metamorphosen des Kriegsfilms Von Jan Süselbeck
+ Halbierte soziologische Phantasie

Heinz Budes Gesellschaftsanalyse fokussiert auf Angst und die Macht der Stimmungen Von Gertrud Nunner-Winkler
Hermeneutischer Eros

Der Tübinger Philologe Ernst A. Schmidt lotet die Liebe in Dichtung und Philosophie der Antike aus Von Cathrin Nielsen
+ Europa im Spiegel der Liebe

Bernhard
Rathmayr zeigt, wie die europäische Auffassung von zwischenmenschlicher Liebe und Geschlechterverhältnissen den Kontinent prägt Von Sebastian Meißner

Neues auf




--- und in eigener Sache
Kaufen Sie alle Ihre Bücher über perlentaucher.de!
Wenn Sie über uns bestellen, helfen Sie uns, Ihnen unseren Service anzubieten.

+ Neues auf faustkultur.de


Elena Ferrantes Saga-Auftakt

(fk) - "Meine geniale Freundin" beschreibt die Mädchenblüte in einem neapolitanischen Krawallviertel.



+ Bücherschau
Die Haltlosigkeit des Helden
19.09.2016.
Viel Gefühl und Melodramatik bekommt die SZ mit Silke Scheuermanns Roman "Wovon wir lebten", der von einem Küchenchef im Frankfurter Ostend erzählt. Von Strafverteidiger Klaus Volk lernt sie, wie schwer die Wahrheit aus den Menschen herauszubekommen ist. Empfehlen kann sie auch Georg Cremers Analyse zur "Armut in Deutschland". Die FR vergnügt sich mit einem Südtirol-Krimi von Elisabeth Florin.

+ Literatur im Hörfunk
Jonas Jonasson

"Jeder sollte zweimal aus seinem Fenster klettern"
(dra) - Von seinem Debütroman wollte Jonas Jonasson eigentlich nur 3000 Exemplare verkaufen, mehr hielt er für unrealistisch. "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" verkaufte sich dann aber 14 Millionen Mal. Uns verrät der schwedische Autor im Interview, wie alles anfing.

John Wray
Von den Vorteilen, ein Außenseiter zu sein
(dra) - Der österreichisch-amerikanische Autor John Wray pendelt zwischen Brooklyn und Kärnten, und auch seine Romane sind in unterschiedlichen Welten angesiedelt: in den U-Bahn-Schächten New Yorks, auf dem Mississippi oder in einem österreichischen Dorf.


Axel Hacke
Gespräche mit Gott am Altglascontainer
(dra) - Axel Hacke ist einer der Großmeister der Kolumne. Seit rund 25 Jahren veröffentlicht er im Magazin der "Süddeutschen Zeitung" seine kleinen Alltagsbeobachtungen. In seinem neuen Hörbuch geht es nun nicht - wie so oft - um die kleinen Dinge im Leben, sondern: um Gott und die Welt.
Das Alter ist ein Nebel über dem Meer
Henning Mankells letzter Roman
(faz) - Auch das Feuer, das sein Haus vernichtet, kann Welin nicht von der Schäreninsel vertreiben: Henning Mankells letzter Roman "Die schwedischen Gummistiefel" ist ein tiefbewegendes Buch über das Altern und das Menschsein.


Vom starken Wind auf Menorca
Cees Nootebooms "533 Tage"
(dra) - Seit den 50er-Jahren verbringt Cees Nooteboom mehrere Monate im Jahr auf Menorca. Nun hat der niederländische Schriftsteller und Nobelpreiskandidat mit "533 Tage. Berichte von der Insel" in Hamburg ein wunderbar leichtes und zugleich tiefsinniges Tagebuch vorgestellt.

Kulturtipps
(dra-audio) - 20.9.2016

Spenden
Unterstützen Sie den Perlentaucher
Der Perlentaucher bietet seinen Service für die Leser kostenlos und möchte dabei bleiben. Falls Sie uns unterstützen mögen - regelmäßig oder einmalig - freuen wir uns! Hier finden Sie verschiedene Möglichkeiten. mehr lesen

Medienticker vom 19.09.2016 - Buch+Blattmacher-News

Das Altpapier
(ev) - am heutigen Montag

Medienauslese
AfD, Oktoberfest, Seitensprung
(6v9) - von Lorenz Meyer
1. 10 Jahre Medienwandeldebatte (neunetz)
2. Wo bleibt der Aufschrei? (spiegel)
3. So gehts (schweizamsonntag)
4. Die Charmeoffensive (taz)
5. Was Facebook tut ... (deutschlandradiokultur)
6. Wiesn-TV (sueddeutsche)

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU
Der Winter kommt
19.09.2016. Nur durch den Uterus der Finsternis kamen die Zuschauer bei der Ruhrtriennale in Susanne Kennedys "Medea.Matrix". Die SZ windet sich noch immer in Wehenschmerzen, die taz vermisst echte Gefühle. Die NZZ erlebt in Zürich den Schauspieler Bernd Grawert als großen Sprech-Kannibalen. Wenigstens im Black Cinema selbst gibt es jetzt ein etwas repräsentative Vielfalt, freut sich der Standard beim Filmfestival in Toronto. Die Welt beobachtet Rudolf Thome beim Schneeglöckchenverpflanzen. Bei den Emmys räumt 'Game of Thrones' erwartungsgemäß ab.

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU
Schon stürzen sich die Reinen auf die Sündhaften
19.09.2016. Der Rollback in der Türkei bedeutet auch und vor allem, dass Frauenrechte eingeschränkt werden, schreibt Elif Shafak in der NZZ. In der FAS fragt Justus Haucap nach der Legitimation der öffentlich-rechtlichen Sender in Zeiten der Informationsflut. Auch in Frankreich wird über die öffentlichen Sender diskutiert. Keine Regierung hat mehr Whistleblower als Verräter in den Knast gesteckt als die Regierung Obama, stellt die taz fest. Die Washington Post fordert unterdessen "keine Gnade" für ihre einstige Quelle Edward Snowden.

Weitere Kulturnachrichten
(wdr) + (dra) für den 19. September 2016



+ Literaturkritik online
Hinweise zum Gedenken an
Marcel Reich-Ranickis Tod vor drei Jahren
(ltk) - Besprochene Bücher / Literaturhinweise

Wer das Ei hat, hat die Macht
Peter Sloterdijk: "Das Schelling Projekt"
(fr) - "Das Schelling Projekt", Peter Sloterdijks konsequent undisziplinierter Roman, erörtert die Evolution des weiblichen Orgasmus. mehr in der Bücherschau
Peter Sloterdijk im Interview

(sz) - Nach der erotischen Revolution entwickelt sich die Gesellschaft zurück zur Prüderie. Sagt der Philosoph Peter Sloterdijk und weiß auch, warum.
Volker Braun

Die Knochen ausgraben
(sz) - Es war still geworden um den einst viel gespielten Dramatiker. Nun kehrt er aber mit einem Stück über die griechische Finanzkrise ans Theater zurück - ein Besuch in Berlin-Pankow. Von Peter Laudenbach
Lyrisches Ich in der Wildnis
(dra) - Unter dem Titel "Handbibliothek der Unbehausten" ist eine neue Sammlung mit Gedichten von Volker Braun erschienen. Sein lyrisches Ich wird von einer schweren Last nach unten gezogen - von wo aus es die Welt beobachtet - mehr über Volker Braun in der Bücherschau

Neues auf




--- und in eigener Sache
Kaufen Sie alle Ihre Bücher über perlentaucher.de!
Wenn Sie über uns bestellen, helfen Sie uns, Ihnen unseren Service anzubieten.

+ Neues auf faustkultur.de
Ein wilder Edler war Jean-Jacques Rousseau
(fk) - eher als der edle Wilde, den er als Gegenstück der durch Zivilisation und Kultur verdorbenen Zeitgenossen imaginierte. Mit intellektuellen Freunden wie d'Alambert und Diderot, die ihm halfen, hat er sich gewöhnlich zerstritten. Voltaire aber hat ihn gleich verspottet. Otto A. Böhmer hat den Schweizer Philosophen bei einem Spaziergang beobachtet.

+ Bücherschau
 Sehnsucht, Chaos, Glück
17.09.2016. Ehrfürchtig liest die FR Marcel Proust Briefe, die ihm viel über Ethik und Schreibkunst des großen Meisters verraten. Mit Dirk Liesemers "Lexikon der Phantominseln" in den Händen reist sie außerdem zum Maria-Theresia-Riff im Südpazifik. Die FAZ stapft ein letztes Mal mit Henning Mankell in schwedischen Gummistiefeln durch die Schären. Die SZ versinkt in Arnold Stadlers ironisch-melancholischer "Rauschzeit". Und für die taz liest Wlodzimierz Borodziej die Tagebücher des Weltkriegsdiplomaten und geschassten Stalin-Verehrers Iwan Maiski.

+ Literatur im Hörfunk
Zur Gewalt verführt
Emma Clines "The Girls"
(ddra) - In ihrem Romandebüt "The Girls" zeigt Emma Cline, wie es einem charismatischen Anführer gelingen kann, labile junge Menschen in seinen Bann zu ziehen und deren moralische Vorstellungen außer Kraft zu setzen. Sie bezieht sich dabei auf eine Mordserie, die Kalifornien Ende der 1960er Jahre erschütterte.

Wie der IS Menschen fängt
Philippe-Joseph Salazars "Die Sprache des Terrors"
(dra) - Wer den IS besiegen will, muss dessen Propaganda und Rhetorik verstehen, glaubt der Philosoph Philippe-Joseph Salazar. In seinem Buch zeigt er eindrücklich, wie die Terrormiliz mit der Sprache Menschen fängt.

Renan Demirkan

"Schreiben ist ein Blind-Date mit sich selbst"
(dra) - Renan Demirkan wächst als junges Mädchen in Hannover zwischen Koran und Kant auf - und landet eher zufällig auf der Schauspielschule. In ihren Büchern schreibt sie über Respekt und Migration.

Kulturtipps
(dra-audio) - 19.9.2016

Spenden
Unterstützen Sie den Perlentaucher
Der Perlentaucher bietet seinen Service für die Leser kostenlos und möchte dabei bleiben. Falls Sie uns unterstützen mögen - regelmäßig oder einmalig - freuen wir uns! Hier finden Sie verschiedene Möglichkeiten. mehr lesen

Medienticker vom 16.09.2016 - Buch+Blattmacher-News

Das Altpapier
(ev) - am heutigen Freitag

Medienauslese
Eltern-Hoax, AFD-Opfer, Mimimi-Männer
(6v9) - von Lorenz Meyer
1. Verklagt wegen Facebookfotos? (morgenpost)
2. Opfer aus dem Nordosten (kress)
3. EuGH-Urteils zur Störerhaftung (heise)
4. Olympia? "Nicht zu jedem Preis" (taz)
5. Hör auf zu heulen, Mann! (jetzt)
6. Ekel-Badezimmer (prinzessinnenreporter)

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU
+ Vorbereitung feurigerer Stimmungen

17.09.2016. Am Berliner Ensemble hat Achim Freyer mit dem Lamento "Abschiedsball" Claus Peymanns letzte Saison eingeläutet: Die FAZ erkennt darin selbt gewollte Agonie. Die FR findet den Abend irgendwie etwas angeschafft. Mit Roger Vontobels "Gilgamesh"-Inszenierung genießt die SZ im Düsseldorfer Zirkuszelt dagegen echtes Jungs-Theater. Warum müssen italienische Autoren immer irgenwo dazugehören?, fragt Tim Parks im Blog der NYRB. Die Welt geht noch einmal vor John Coltrane auf die Knie.
Noch halbwegs bei Trost

16.09.2016. Die SZ ist gespannt, ob die New Yorker Stadtbaukunst durch die monumentale Treppenskulptur "The Vessel" eher eine Renaissance oder eine Rosskur erfährt. Überwiegend fasziniert zeigt sich die Kritik von Rick Alversons Anti-Komödie "Enterntainment". Nach seinem Ausschluss von der Yinchaun Biennale in China beklagt Ai Weiwei die mangelnde Solidarität unter seinen Kollegen. Beim Berliner Gastspiel von Kirill Petrenko und dem Bayerischen Staatsorchester lassen sich FAZ und Tagesspiegel jeder Räum- und Zeitlichkeit entrücken.

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU
+  Welcher Respekt?
16.09.2016. Die Autorin Lionel Shriver polemisierte in einer Rede gegen den Begriff der "kulturellen Aneignung" und löste in angelsächsischen Medien einen Riesenskandal aus. Wir sammeln Stimmen aus der sehr kontroversen Debatte. In Libération geißelt eine Gruppe syrischer Intellektueller die Einordnung des syrischen Kampfs um Demokratie unter den "Krieg gegen den Terror".  Morgen findet wieder der "Marsch für das Leben statt" statt, und der Berliner Erzbischof Heiner Koch reiht sich ein in die Phalanx der Fundamentalisten und AfD-Politikerinnen, während Julia Klöckner sich mit einem freundlichen Grußwort begnügt, berichtet correctiv.org.
Besser mit Kooperation
17.09.2016. Im Bereich der Familienpolitik sieht die taz Parallelen zwischen AfD und Islamisten. Wird die Türkei ein geschlossenes Land, fragt die SZ bang nach der Absage der diesjährigen Canakkale-Biennale. Wir müssen uns für den Raum zwischen der Türkei und China interessieren, ruft der Historiker Peter Frankopan in der FR. Kulturelle Aneignung ist ein Kernbestandteil von Kultur, meint der Tages-Anzeiger. Die FAZ reibt sich angesichts von Günther Oettingers Urheberrechtsplänen zufrieden die Hände.

Weitere Kulturnachrichten
(wdr) + (dra) für den 17. + 18. September 2016

Auszeichnungen

Christine-Lavant-Preis an Kathrin Schmidt
Höltry-Lyrikpreis für Christoph Meckel

(stand) - Überreichung der mit 15.000 Euro dotierten Auszeichnung am 13. November in Wien - Mit 20.000 Euro dotierter Hölty-Lyrikpreis an 81-jährigen Dichter erolgt gestern-

Michel Houellebecq
Der Mann ist ja gar kein Linker!
(faz) - Spätestens seit seinem Roman "Unterwerfung" ist Michel Houellebecq jedem ein Begriff. Nun verrät sein Freund und Übersetzer Gavin Bowd, was den Schriftsteller bewegt. Und seit wann er den Islam für gefährlich hält.

Zeitschriften in die Schulen
Lesefreude beim Nachwuchs wecken
(bb) - Die Stiftung Lesen und Partner haben die 14. Ausgabe ihres bundesweiten Leseförderprojekts "Zeitschriften in die Schulen" gestartet - um Kinder und Jugendliche für das Lesen zu begeistern. Die kostenlosen Zeitschriftenpakete erhalten die teilnehmenden Schulen nach Osten 2017.

Wirkung des
"Bild-Prangers" auf Facebook-Hetzer
(ejo) - "Der Pranger der Schande" der Bild-Zeitung aus Oktober 2015 beschäftigt Medien und Forschung auch fast ein Jahr später immer noch.

Antwort
Reese irritiert von Peymanns Wortwahl
(3sat) - Oliver Reese, der Klaus Peymann als Intendant des Berliner Ensembles (BE) nachfolgt, hat sich im Kulturzeit-Interview zu Claus Peymanns Kritik an seinen Plänen für das BE geäußert.

+ Literaturkritik online
"
Das Schelling-Projekt"
Seufzen, Wimmern, Schreien
(zeit) - Pornografie oder Naturphilosophie? In Peter Sloterdijks Briefroman "Das Schelling-Projekt" versuchen vier Geisteswissenschaftler, den weiblichen Orgasmus als Ziel der Evolution zu feiern. Von Jens Jessen - mehr in der Bücherschau
+ Sloterdijk im Interview
(sz) - Nach der erotischen Revolution entwickelt sich die Gesellschaft zurück zur Prüderie. Sagt der Philosoph Peter Sloterdijk und weiß auch, warum.

Volker Braun

Die Knochen ausgraben
(sz) - Es war still geworden um den einst viel gespielten Dramatiker. Nun kehrt er aber mit einem Stück über die griechische Finanzkrise ans Theater zurück - ein Besuch in Berlin-Pankow. Von Peter Laudenbach
Lyrisches Ich in der Wildnis
(dra) - Unter dem Titel "Handbibliothek der Unbehausten" ist eine neue Sammlung mit Gedichten von Volker Braun erschienen. Sein lyrisches Ich wird von einer schweren Last nach unten gezogen - von wo aus es die Welt beobachtet - mehr über Volker Braun in der Bücherschau

Neues auf




--- und in eigener Sache
Kaufen Sie alle Ihre Bücher über perlentaucher.de!
Wenn Sie über uns bestellen, helfen Sie uns, Ihnen unseren Service anzubieten.

+ Neues auf faustkultur.de
In seiner Kolumne kritisiert
(fk) - Thomas Rothschild einen Journalismus, der sich zunehmend des Modevokabulars und der Ruinengrammatik der Werbung bedient.

+ Bücherschau
Verantwortung! Demut! Genuss! Atmung!
15.09.2016. Von wegen Salon-Plaudereien! Als "Buchwunderwerk" bejubelt die FAZ die scharfinnigen, witzigen und traurigen Briefe Marcel Prousts. Loben kann sie auch Anna Weidenholzers feinsinnigen Roman über einen Glücksforscher "Weshalb die Herren Seesterne tragen". Großes Welttheater erlebt die SZ mit Fiston Mwanza Mujilas Kongo-Roman "Tram 83". Die Zeit kürt Ernst Wilhelm Händler zum letzten Avantgardisten des Realismus. Die Welt folgt Benjamin Whitmer mit seinem Roman "Nach mir die Nacht" ins rostige Colorado.

+ Literatur im Hörfunk
Janusköpfige Stadt an der Elbe
Peter Richters "Dresden revisited"
(dra) - In seinem Essay "Dresden Revisited" hinterfragt der Publizist Peter Richter rechte und linke Selbstgewissheiten - präzise und wohltuend unaufgeregt. Zwischen Kindheits-Dresden und Pegida-Dresden sucht er seine Heimatstadt, die ihn auch in New York nicht loslässt.

Universelle Prinzipien der Gewalt

Aris Fioretos "Mary"
(dra) - Aris Fioretos' neuer Roman handelt vom Schicksal einer schwangeren Frau in den Folterkellern einer Militärjunta. Der schwedische Schriftsteller erzählt uns mit "Mary" eindringlich und erschütternd ein hoch aktuelle und politische Geschichte. - mehr in der Bücherschau

Kulturtipps
(dra-audio) - 17. + 18.9.2016

Spenden
Unterstützen Sie den Perlentaucher
Der Perlentaucher bietet seinen Service für die Leser kostenlos und möchte dabei bleiben. Falls Sie uns unterstützen mögen - regelmäßig oder einmalig - freuen wir uns! Hier finden Sie verschiedene Möglichkeiten. mehr lesen

Medienticker vom 15.09.2016 - Buch+Blattmacher-News

Das Altpapier
(ev) - am heutigen Donnerstag

Medienauslese
"Adblock Plus", "Bild"-Pranger, Portugal-Spanien-Mär
(6v9) - von Lorenz Meyer
1. Leistungsschutzrecht (golem)
2. Adblock Plus & die Werbung (mobilegeeks)
3. Die Mär (uebermedien)
4. Bild-Pranger (ejo)
5. VG Wort (irights)
6. Wir hatten eine gute Zeit (zeit)

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU
Als wär's ein Witz
15.09.2016. In der FAZ spricht Dirigent Andris Nelsons über Schostakowitschs Neunte. Der Tagesspiegel versinkt bereits in den Licht- und Klangwogen der Elbphilharmonie. In der taz erzählt Regisseurin Serpil Turhan von ihrem Besuch bei Klaus Thome seinem Brandenburger Bauernhof. Die SZ erklärt, wie Max Rieger die Dramaturgie von Minimal Techno in Gitarrenmusik überträgt. In der NZZ geißelt Ivan Vladislavic die Ironie in der Gegenwartskunst. Und auch Claus Peymann enttäuscht die Theaterkritiker nicht und liefert ihnen einen schönen Wutausbruch.

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU
Wenn die Qualitätspresse schäumt
15.09.2016. Im Perlentaucher erklärt Till Kreutzer, warum das europäische Leistungsschutzrecht nicht mal seinen Lobbyisten nützen wird. Die Zeit findet, dass ARD und ZDF eine Rundumerneuerung durchaus gebrauchen könnten. In der FAZ  fürchtet Dan Diner einen Kulturkampf in und um Europa. Die taz fragt: Wer ist dieser Brillenträger mit dem Viertellächeln einer Mona Lisa? Außerdem wünscht sich die taz eine Debatte über die Verheerungen des Paragrafen 175.

Weitere Kulturnachrichten
(wdr) + (dra) für den 15. September 2016

Literaturtage Sprachsalz
Am Frühstückstisch mit John Cleese
(bb) - Marcel Beyer, Jón Gnarr und John Cleese lockten bei der 14. Ausgabe des Literaturfestivals Sprachsalz viele Zuschauer ins Tiroler Parkhotel. Verleger und Journalist Volker Dittrich war zum fünften Mal in Folge dabei - und beschreibt die einmalige Atmosphäre des Literaturevents.

Bücherpreise
Im Jahresvergleich gestiegen
(bb) - Im August sind die Bücherpreise im Destatis-Verbraucherpreis-Index im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,1 Prozent gestiegen. Die Teuerungsrate insgesamt lag bei plus 0,4 Prozent.

Literaturverfilmung
Helena Bonham Carter verfilmt Jami Attenbergs "Saint Mazie"
(var) - Saint Mazie war ein Bestseller in den USA und ist gerade auf Deutsch erschienen. Nun wird der Roman auch noch mit Hollywood-Schauspielerin Helena Bonham Carter verfilmt. Faye Ward, mit der Bonham Carter die Miniserie produziert: "Unsere Geschichte zeigt eine Frau, die mitten im Leben steht, eine lokale Legende, die die Stimmung eines ganzen Viertels hob. Sie liebte die Straßen und die Menschen, sie sah die Schönheit im Dreck." - mehr über den Roman hier

+ Literaturkritik online
Der Irre unter dem Baum

Ralph Dohrmanns "Eine Art Paradies"
(ltk) - Der Roman entfacht zunächst einen Sog, nicht zuletzt weil er im Präsens geschrieben ist. Das alles wirkt flach, holzschnittartig und lehrbuchhaft. Aber immerhin gibt es die immer wieder hineingetupften Naturbeobachtungen der Hauptfigur, die das Buch einigermaßen erträglich machen. Und auf der letzten Seite gibt es eine kleine Vorweihnachtsüberraschung ... verrät Lothar Struck

Southern Noir Thriller

Eine schöne Leiche
Matthew F. Jones: Ein einziger Schuss
(tages) - Blut, Tränen, Morast: Der Southern Noir Thriller "Ein einziger Schuss" von Matthew F. Jones ist ein kleines Meisterwerk des Genres. Von Christian Schröder

Die Entmonsterung des Unholds
Connie Palmens "Du sagst es"
(tages) - Die Niederländerin Connie Palmen hat aus der tragischen Liebesgeschichte des Dichterpaares Sylvia Plath und Ted Hughes einen biografischen Roman gemacht. Jetzt stellt sie ihn in Zürich vor.


Das ist Magie
Sibylle Lewitscharoffs "Das Pfingstwunder"
(sp) - Sie lässt 36 Geisteswissenschaftler in magische Sphären entschweben: Sibylle Lewitscharoffs "Das Pfingstwunder" ist ein Knall, der die realismusgeplagte Gegenwartsliteratur erschüttert. Von Björn Hayer - s. a. auch die heutige Sendung "lesenswert" mehr in den TV-Tipps hier

Benedikt XVI. im Gespräch
Der Blick des Christen geht immer in die Zukunft
(faz) - Benedikt XVI., der zurückgetretene Papst, gibt dem Journalisten Peter Seewald noch einmal Auskunft über sein Pontifikat, die Gründe für den Rückzug, seine Begeisterung für Adenauer - und wie er sich auf seine letzte Begegnung vorbereitet. Von Patrick Bahners - mehr in der Bücherschau

Neues auf




--- und in eigener Sache
Kaufen Sie alle Ihre Bücher über perlentaucher.de!
Wenn Sie über uns bestellen, helfen Sie uns, Ihnen unseren Service anzubieten.

+ Neues auf faustkultur.de
Lee Lockwood: Castros Kuba
(fk) - Silvester 1958 kam der amerikanische Fotoreporter Lee Lockwood nach Havanna. Eine Woche später traf Lockwood Fidel Castro. Castro lud ihn in den folgenden Jahren immer wieder nach Kuba ein und führte lange Gespräche mit Lockwood. Jetzt hat der Taschen-Verlag dieses Material, ergänzt durch hunderte von Fotos, wieder herausgebracht. "Castros Kuba" ist keine Huldigung des Revolutionärs, der zum Diktator wurde, meint Martin Lüdke.
Lüdkes liederliche Liste - Platz 3:
(fk) - Der Komiker Heinz Erhardt war das Pendant zum deutschen Heimatfilm: gefällig, harmlos, unpolitisch. Heute wirkt diese, in den fünfziger und sechziger Jahren so beliebte Stimme verbraucht, meint Martin Lüdke. Zumal in "Schelmereien", einem neuen, eher lieblos zusammengeschusterten Hörbuch.
Lüdkes liederliche Liste - Platz 3:
(fk) - Maria Haesele hat einige Dutzend im Wortsinn wunderbare Geschichten zusammengetragen und in einem Buch veröffentlicht: "Eucharistische Wunder aus aller Welt". Die fromme Dame will den Lesern zeigen: "Christus lebt. Er gibt uns ständig neue Zeichen seiner unbegreiflichen Liebe und Gegenwart." Martin Lüdke hat das Buch gelesen.

+ Bücherschau
Wiederkehr des Wahns
14.09.2016. Die taz erklärt Christian Krachts Roman "Die Toten" zum Meisterwerk des raffinierten Realismus. Gut gefallen haben ihr aber auch die politisch absolut eindeutigen Memoiren der italienischen Kommunistin und Manifesto-Gründerin Luciana Castellina "Die Entdeckung der Welt". Die FAZ verschlingt geradezu John Burnsides Memoiren "Wie alle anderen", in denen er von Schizophrenie und Alkoholexzessen berichtet. Die SZ beobachtet mit François Garde die Erotik der Wale.

+ Literatur im Hörfunk
Leben Ein Leben als unvollständiges Mosaik
John le Carrés "Der Taubentunnel"
(dra) - In seiner Autobiografie "Der Taubentunnel" gibt Bestseller-Autor John le Carré nicht allzu viel von sich preis. Dafür zeigt er auf vergnügliche Weise die Wechselwirkung von Wirklichkeit und Literatur auf.


"Dschihad in Europa"
Gilles Kepels Buch nun auf Deutsch
(dra-audio) - rezensiert von Kathrin Hondl (04:31 Min)
Heute am 15.09.16 kommt Gilles Kepel um 20:00 Uhr nach Stuttgart



Arne Dahl über das
Comeback des klassischen Kommissars
(dra) - Der schwedische Krimiautor Arne Dahl geht neue Wege: Er habe für seinen Roman "Sieben minus eins" einen ganz bestimmten Ermittler erschaffen wollen: Den klassischen Bullen, den er aber auf seine ganz eigene Art "modernisiert" hat.

Leon de Winter: "Geronimo"
Politische Goldberg-Variationen
(dra) - Osama bin Laden wurde lebend gefangen genommen, getötet wurde sein Doppelgänger. Das ist die Ausgangsidee für den Roman "Geronimo" von Leon de Winter. Aus der fiktiven Umschrift eines weltbewegenden Ereignisses ist ein spannender Kolportagethriller geworden. Von Ursula März - mehr in der Bücherschau

Kulturtipps
(dra-audio) - 15.9.2016

Spenden
Unterstützen Sie den Perlentaucher
Der Perlentaucher bietet seinen Service für die Leser kostenlos und möchte dabei bleiben. Falls Sie uns unterstützen mögen - regelmäßig oder einmalig - freuen wir uns! Hier finden Sie verschiedene Möglichkeiten. mehr lesen

Medienticker vom 14.09.2016 - Buch+Blattmacher-News

Das Altpapier
(ev) - am heutigen Mittwoch

Medienauslese
"Buzzfeed", Medienhuren, Mehrwert
(6v9) - von Lorenz Meyer
1. Homepage (t3n)
2. Missverständnis & Recherche (ndr)
3. Cheatsheet (datentaeter)
4. Medienhuren (ostpol)
5. Wunsch (facebook)
6. Bedingt reformierbar (sueddeutsche)

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU
Ergebnis geglückter Arbeit
14.09.2016. Ganz hingerissen sind die Feuilletons von Fatih Akins "Tschick"-Verfilmung, besonders beeindruckt ist die FAZ vom jungen Anand Batbileg und seiner coolen Frisur. Die NZZ wünscht sich mehr Kunst im öffentlichen Raum. Auf wenig Verständnis stößt der Widerstand des Berliner Staatsballetts gegen Sasha Waltz als neue Leiterin: Die SZ attestiert dem Ensemble einen antiquierten Ballettbegriff, auch die taz begrüßt den Abschied von gut getanzten Nettigkeiten. Der Tagesspiegel bedauert allerdings, dass die Berliner Kulturpolitik nicht auch im Ensemble etwas Lust am Aufbruch verbreitet hat.

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU
Es steht schlecht um das historische Subjekt
14.09.2016. In Brüssel lassen Hubert Burda und Axel Springer die Veuve-Cliquot-Korken knallen: Bald kommt das Europäische Leistungsschutzrecht, berichtet politico.eu. Copyrightexceptions.eu zeigt unterdessen den Flickenteppich des europäischen Urheberrechts. Und die FAZ berichtet, dass die Musikindustrie gegen das Mitschneiden von Musik protestiert. Im Guardian begründet Edward Snowden, warum ein Gnadenerweis Barack Obamas für ihn richtig wäre.

Weitere Kulturnachrichten
(wdr) + (dra) für den 14. September 2016

Sartre im Comic

Der Philosoph als Pennäler & Liebhaber
(tages) - Jean-Paul Sartre als Comicfigur: Mathilde Ramadier und Anaïs Depommier haben sich an der Biografie des Philosophen und Schriftstellers verhoben.  - Ramadier (Text), Depommier (Zeichnungen): "Sartre". Aus dem Französischen von Anja Kootz. Egmont Graphic Novel - mehr hier

Frauenzeitschriften
Es kann nicht genug Problemzonen geben
(faz) - Was wollen Frauen? Der Zeitschriftenmarkt gibt darauf eine klare Antwort: Karriere, den besten Sex und lustige bunte Bommeln. Von Julia Bähr

Magazinrundschau
Mächtig sprudelnden Gefühle
(pt) - Film Comment überlegt, warum die besten Schauspieler heute kein Method Acting mehr betreiben, sondern Micro Acting. In Nautilus erklärt der niederländische Wissenschaftstheoretiker Bas van Fraassen sein Konzept des Konstruktiven Empirismus. Ohne den Imperialismus des 19. Jahrhunderts hätte es keine Totalitarismen in Europa gegeben, meint Timothy Snyder in Eurozine. Und: Keine Hausaufgaben mehr, fordert Nicholson Baker in der New York Times.

+ Literaturkritik online
Komödie
Emma Braslavskys "Leben ist keine Art mit einem Tier umzugehen"
(bgl) - Eine harmlose Komödie, ein veritabler Unter­haltungsroman, der es mit dem richtigen Regisseur zu einem wunderbaren Film bringen könnte. Bleibt noch der Hinweis, dass das Buch mit viel Aplomb als multimediales Kunstwerk inszeniert wird und eine Webseite mit zusätzlichen Materialien online ist. So wird daraus vielleicht noch ein Schmöker, meint Gregor Keuschnig


Härte & Pathos

Friedrich Anis "Nackter Mann, der brennt"
(stand) - Was Friedrich Ani aus einer scheinbar simplen Rachegeschichte macht, ist so einmalig wie abgründig - mehr in der Bücherschau


Frankfurter Anthologie
Peter Huchels "Venedig im Regen"
(faz) - Melancholie in der Lagune: Dieses Gedicht feiert die Serenissima nicht wie sonst üblich als Ziel der Sehnsucht, sondern als Ausgangspunkt des Heimwehs. Von Matthias Weichelt

Margarete Stokowski
Eine Poesie des "Fuck you"
(zeit) - Margarete Stokowski untersucht in "Untenrum frei" die Mechanismen sexueller Unterdrückung. Eine Revolution des Feminismus ist das Buch nicht, aber unendlich wichtig. Von Anja Kümmel

Gerhard Falkner
Die rübenförmigen Beine der Damen
(zeit) - Gerhard Falkners "Apollokalypse" ist ein fantastischer Berlin-Roman. Und der Beweis, dass es sich bei Literatur nur um eine Nebenwirkung von Sexualität handelt.


Neues auf




--- und in eigener Sache
Kaufen Sie alle Ihre Bücher über perlentaucher.de!
Wenn Sie über uns bestellen, helfen Sie uns, Ihnen unseren Service anzubieten.

+ Neues auf faustkultur.de
Abgründe in heller Farbe
(fk) - Elias Canetti ist ein bekannter Name der Weltliteratur, seine Frau Veza Canetti kennen hingegen nur wenige. Ihr Roman "Die gelbe Straße" spielt im Wien der 1930er Jahre und wurde erst 1990 veröffentlicht. Darin geht es um Individuen, deren moralisches und unmoralisches Handeln im Mikrokosmos unter die Lupe genommen wird. Riccarda Gleichauf hat das Buch gelesen.

+ Bücherschau
Bücherschau des Tages
(pt) - Die SZ feiert J.L Carrs kleine Erzählung "Ein Monat auf dem Land" als ein in seiner Diskretion überwältigendes kleines Meisterwerk. Die FAZ versenkt sich mit Faszination in Ian Kershaws "Höllensturz". Die FR besucht mit Peter Moore die Pioniere der Meteorologie. Die NZZ durchlebt mit Julia Kissina Tyrannei und Subversion, Komödie und Tragödie, Farce und Litanei.

+ Literatur im Hörfunk
Wir müssen lernen zu teilen
Zygmunt Baumans "Die Angst vor den anderen"

(dra) - Auch wenn die Integration von Flüchtlingen nicht leicht wird, kommen wir um diesen dornigen Weg nicht herum. Das schreibt der Soziologe Zygmunt Bauman in seinem Essayband "Die Angst vor den anderen". Denn andernfalls brechen wir mit allen christlichen und moralischen Grundsätzen. Von Michael Opitz

E-Mail-Roman & Geistesblitze
Peter Sloterdijks "Das Schelling-Projekt"
"Eine in die Jahre gekommene Fünferbande, drei Männer, zwei Frauen, stellt bei einer Bonner Institution den Antrag auf Förderung des Projekts "Zwischen Biologie und Humanwissenschaften: Zum Problem der Entfaltung luxurierender weiblicher Sexualität auf dem Weg von den Hominiden-Weibchen zu den Homo-sapiens-Frauen aus evolutionstheoretischer Sicht mit ständiger Rücksicht auf die Naturphilosophie des Deutschen Idealismus" (klappentext)
Philosophischer Unfug zur weiblichen Sexualität
(dra) - Haben Frauen um Dimensionen besseren Sex als Männer? Diese Frage wollen die Protagonisten im Roman "Das Schelling-Projekt" des Philosophen Peter Sloterdijk mittels eines Forschungsprojekts klären. Eine drastische Farce - teils pornografisch-trashig und mit Rückgriff auf die Philosophie Schellings. von Arno Orzessek - mehr in der Bücherschau

Kulturtipps
(dra-audio) - 14.9.2016

Spenden
Unterstützen Sie den Perlentaucher
Der Perlentaucher bietet seinen Service für die Leser kostenlos und möchte dabei bleiben. Falls Sie uns unterstützen mögen - regelmäßig oder einmalig - freuen wir uns! Hier finden Sie verschiedene Möglichkeiten. mehr lesen

Medienticker vom 13.09.2016 - Buch+Blattmacher-News

Das Altpapier
(ev) - am heutigen Dienstag

Medienauslese
PR-Coup, Mediatheken, Falschmedien
(6v9) - von Lorenz Meyer
1. Lesertäuschung (tagesspiegel)
2. Problemzonen (faz)
3. Mediathek verbessern (netzpolitik)
4. Falschmedien (bernerzeitung)
5. Ausländische Journalisten (reporter-ohne-grenzen)
6. Der Schmu des Manitu (noemix)

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU
Schöne Irritationspotenziale
Revolte beim Berliner Staatsballett: Dort ist man höchst unzufrieden mit der neuen Co-Leiterin Sasha Waltz. Kaleidoskopische Kunst oder unverständliches Blah - das ist die Frage bei der von Maria Lind kuratierte Gwangju Biennale in Südkorea. Der Tagesanzeiger freut sich über viele Dirigentinnen und Komponistinnen beim Luzern Festival. Der Guardian fragt, warum die Ars Electronica in 29 Jahren nur einmal eine Künstlerin mit dem Goldenen Nica ausgezeichnet hat. Die NZZ staunt über die Visionen des Blauen Reiters. Die SZ grübelt über Baumarkt-Ästhetik und Pop.

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU
Zur Interoperabilität verpflichtet
Baschar al-Assad hungert große Teile seiner Bevölkerung aus. Die Vereinten Nationen helfen ihm dabei, konstatiert die taz. Die Frauen des Islamischen Staats beweisen vor allem eins: In ihnen steckt genauso viel Gewalt wie in den Männern,  beobachtet die Revue des deux Mondes. Der Guardian-Kolumnist Nick Cohen ist bestürzt über das Ausmaß des Antisemitismus in der britischen Linken. In der taz erklärt Martin Delius von der Linkspartei, warum er das Urheberrecht für eine soziale Frage hält.

Weitere Kulturnachrichten
(wdr) + (dra) für den 13. September 2016

Großbaustelle in Frankfurt
"Frankfurter Rundschau" mit neuen lokale Seiten
(turi2) - Die Frankfurter Rundschau erscheint ab Samstag mit einer neuen Regionalstruktur. Chefredakteur Arnd Festerling trennt sich vom Lokalzeitungszuschnitt und produziert mit seinem Team künftig ein Blatt für die ganze Region

Gründerszene-Verlag startet
digitale Fachmagazine
(turi2) - Vertical Media lässt im Oktober ein Beiboot zu Wasser und gründet das Branchenmagazin Ngin Food. Der Verlag hinter Gründerszene, seit 2014 Teil von Springer, will via Website und Newsletter Experten aus Handel und Lebensmittelindustrie informieren.

Leidiges Thema
Preisbindung für Self-Publisher
(lc) - Ein Lesetipp zum leidigen Thema

Auszeichnung
Preis der Stiftung Buchkunst
(mdr) - Ein Architekturführer ist schönstes deutsches Buch

Mann hinter der Maske
Der Erfinder des Anonymous-Gesichts hört auf
(welt) - Der bedeutendste lebende Comic-Autor hört auf: Alan Moore will nur noch Romane schreiben und Filme drehen. Außer "Watchmen" hinterlässt er der Welt als Erbe vor allem eine Maske, die jeder kennt.

+ Literaturkritik online
Frankfurter Anthologie
Jan Skácels "Ohne Titel"
(sp) - Die Lyrik verdankt ihre Anziehungskraft nicht nur der Identifikation mit dem lyrischen Ich, auch ihre gültigen Erkenntnisse überdauern die Zeit. Dieses Gedicht enthält eine Theorie des Mordens.

Matthias Brandt
Der Gedankenspieler
(zeit) - Matthias Brandt hat sein erstes Buch geschrieben. Darin streift der Schauspieler durch eine Kindheit in der Bonner Republik. Wir streifen mit ihm durch den Park.
Mein Vater hatte eben einen komischen Beruf
(faz) - Der Schauspieler ist jetzt auch Schriftsteller. Und was für einer. In seinem ersten Buch erzählt er autobiographische Geschichten aus seiner Kindheit. Eine Begegnung.

Der Kongress fliegt
Sibylle Lewitscharoffs "Das Pfingstwunder"
(fr) - Am Montag erscheint Sibylle Lewitscharoffs neuer Roman "Das Pfingstwunder", der es bereits auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis geschafft hat.

Der Versuch eines großen Wurfs
Nir Barams "Weltschatten"
(dra) - Der israelische Autor und Journalist Nir Baram will mit "Weltschatten" die drängendsten Themen unserer Zeit verarbeiten. Er will die Entwicklung und Auswüchse der Globalisierung literarisch erfassen. Aber er scheitert an seinen eigenen Ambitionen.

Roman
Zeitgenössischer Stiller
(tm)  -  Daniel Goetsch: Ein Niemand

+ Kinder-/ Jugendbuch
Sternschnuppen und Meteoriten
(tm) -  Gabi Kreslehner: PaulaPaulTom ans Meer
Farbe ins Leben!
(tm) - Eymard Toledo: Onkel Flores. Eine ziemlich wahre Geschichte aus
Brasilien

+ Comic-Kritik online
Die Freiheit der Existenz
(tm) - M.Ramadier/ A.Depommier: Sartre. Une existence, des libertés

Neues auf




--- und in eigener Sache
Kaufen Sie alle Ihre Bücher über perlentaucher.de!
Wenn Sie über uns bestellen, helfen Sie uns, Ihnen unseren Service anzubieten.

+ Neues auf faustkultur.de
Lüdkes liederliche Liste - Platz 1:
(fk) - Um Elsa Ferrante wird ein publizistischer Wirbelsturm entfacht, vor dem man sich gerne wie das Häschen in die Grube ducken möchte. Die große Unbekannte aus Neapel, die "Weltgeschichte" schreibt, hat dennoch in Martin Lüdke das Feuer der Begeisterung entzündet. Ferrantes "Meine geniale Freundin" ist sein heißer Tip.
Deutsches Judentum 2.0
(fk) - 1971 in Dnepropetrowsk geboren, kam Dmitrij Belkin 1993 nach Deutschland. Der Historiker, Ausstellungsmacher und Publizist lebt heute mit seiner Familie in Berlin. Belkins Buch "Germanija" ist eine intellektuelle Autobiografie und ein Bildungsroman: "Wie ich in Deutschland jüdisch und erwachsen wurde." Faust-Kultur veröffentlicht daraus einen Auszug, der zwischen 2010 und 2013 in Frankfurt spielt.

+ Bücherschau
Der Wert der Bindung als Ressource
(pt) - In der SZ teilt Hannelore Schlaffer Peter Sloterdijks spürbare Lust an scharfen Sottisen und Pornografie. Außerdem hat die SZ  herausgefunden, wer schuld ist am Islamismus: Der Kapitalismus war es gewesen. Die FAZ springt mit Rambharos Jha in tamilische Wasserwelten und sucht sich mit M.G. Leonard einen Käferkumpel. Die taz kann kaum fassen, wie boshaft der Ex-Papst Benedikt in seinen aller- "Letzten Gedanken" ist.

+ Literatur im Hörfunk
Buchcover lesen
Taschenbücher der 1950er-Jahre
(dra) - Als letzte große Buchmarktinnovation vor dem E-Book prägte das Taschenbuch die Kulturgeschichte der Nachkriegszeit. Es wurde gering geschätzt als billige Massenkultur, demokratisierte jedoch den Zugang zu Literatur und Wissen.

Kulturtipps
(dra-audio) - 13.9.2016

Spenden
Unterstützen Sie den Perlentaucher
Der Perlentaucher bietet seinen Service für die Leser kostenlos und möchte dabei bleiben. Falls Sie uns unterstützen mögen - regelmäßig oder einmalig - freuen wir uns! Hier finden Sie verschiedene Möglichkeiten. mehr lesen