Begeistert
kommt taz-Autor Ambros Waibel aus der Ausstellung "
Krieg - Eine archäologische Spurensuche" in
Halle, die die Geschichte des Krieges aus archäologischen Funden rekonstruiert. Hauptausstellungsstück ist ein Massengrab aus der
Schlacht bei Lützen unweit von Halle im Jahr 1632. Aber die Idee ist schon ein bisschen älter: "Überhaupt -
der Kopf. Durch die Jahrtausende der Gemetzelgeschichte erweist er sich als das bevorzugte Angriffsziel. Der erste nachweislich
tödlich-beabsichtigte Schlag, sagt uns die Ausstellung im Landesmuseum für Vorgeschichte, geschah vor 430.000 Jahren, in Spanien. Die 'akribische forensische Untersuchung von Cranium 17 schließt die Möglichkeit eines Sturzes aus, da es bei einem Sturz unmöglich ist, zweimal in verschiedenen Winkeln
gegen denselben Felsen zu prallen.' Hörst du das, Kain?!"
Andreas Rödders weithin gepriesene "Kurze
Geschichte der Gegenwart"
stellt für Hans Monath im
Tagesspiegel einen bedeutsamen Paradigmenwechsel dar: "Der 46-Jährige ist einer der klügsten Vertreter einer Generation deutscher Historiker, von denen einige zwar den zentralen Stellenwert der Erinnerung an
Krieg und Nationalsozialismus (noch?) nicht infrage stellen, den Holocaust und seine Vorgeschichte aber zur Erklärung der Gegenwart nicht mehr für zentral halten. Das 'Entschwinden des 20. Jahrhunderts' nennt er das Phänomen in seinem Buch. Folgt man Rödder, dann verblasst der Schatten Adolf Hitlers ziemlich schnell."
Außerdem: In der
SZ untersucht der Historiker
Jörn Leonhard das wechselhafte Verhältnis der Deutschen zu ihrem Nationalstaat.