In der
taz erzählt Richard Rother, wie er noch
im September 1989 mit seiner Freundin über Ungarn in den Westen floh: "Am nächsten Morgen sind wir in Budapest. '
Tschüss',
sagen wir im Abteil - und ernten verständnisvolle Blicke. Am Bahnhofsvorplatz steigen wir in ein Taxi. 'Zur Deutschen Botschaft, bitte!" Der Taxifahrer antwortet: 'Ihr wollt bestimmt in den Westen. Da müsst ihr nicht zur Botschaft, sondern
zum Auffanglager. Ich bringe euch dorthin.'"
Der Historiker
Stephan Stach erinnert in der
FAZ an Gedenkveranstaltungen der DDR-Bürgerbewegung zum
9. November 1938 schon in den frühen achtziger Jahren, die ein Keim für die Wende gewesen seien: "Damit wurde nicht nur der Opfer der Pogromnacht gedacht. Die Demonstranten wehrten sich auch gegen den
einseitigen Umgang mit der Geschichte des nationalsozialistischen Deutschlands. Sie protestierten gegen das
Verschweigen von Antisemitismus, gegen Rassismus in der DDR und schließlich gegen das feindselige Verhältnis zum Staat Israel."
Franziska Augstein begutachtet in der
SZ zwei neue internationale Museumsprojekte, das
Haus der europäischen Geschichte in Brüssel und das
Museum des Zweiten Weltkriegs in Danzig. Der internationale Ansatz gefällt, aber nicht der pädagogische. Sie zitiert
Volkhard Knigge, den Direktor der Gedenkstätte Buchenwald: "Zunehmend würden historische Museen konzipiert als 'eine Zeitreise, die
nicht wehtut'. Als mediales Rambazamba."
Rudolf Walther
schreibt in der
taz den Nachruf auf den Soziologen
Helmut Dubiel.