Vor fünfzig Jahren erschoss das FBI in Chicago den Black Panther
Fred Hampton unter etwas ungeklärten Umständen, zur Beerdigung kamen 5.000 Menschen und prangerten die Gewaltexzesse der Polizei an. Es mag sein, dass Hampton nicht im Schusswechsel getötet wurde, sondern regelrecht hingerichtet wurde,
meint der Historiker Manfred Berg in der
Zeit, warnt aber dennoch vor einer
Heroisierung der Black Panthers: "Panther wurden Opfer illegaler Polizeiaktionen, so wie Fred Hampton, aber sie suchten auch die Konfrontation mit den
pigs und attackierten Polizisten aus dem Hinterhalt. Mutmaßliche Spitzel und Verräter wurden
kaltblütig liquidiert, persönliche und ideologische Fehden mit der Waffe ausgetragen. Auch wohlwollende Historiker haben den abgehobenen ideologischen Dogmatismus und diktatorischen Führungsstil der Panther kritisiert.
Säuberungen und Spaltungen trugen ebenso sehr zum Niedergang der Partei bei wie das FBI. Völlig gescheitert sind die Black Panthers dennoch nicht. Einige Veteranen fanden den Weg in die etablierte Politik. Bobby Rush, ein Mitstreiter Fred Hamptons, vertritt seit 1993 einen Chicagoer Wahlbezirk im US-Repräsentantenhaus und brachte dem jungen Barack Obama 2000 eine krachende Niederlage bei, als dieser ihm sein Mandat streitig machen wollte."
In der Zeit der
Völkerwanderung wanderten überhaupt keine Völker,
lernt FR-Kritiker Arno Widmann im neu gestalteten
Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle: Meist zogen
einzelne Kriegerverbände durch das Römische Reich, auf der Suche nach Leuten, die sie finanzierten. Überhaupt findet er einen Besuch dort sehr lohnenswert: "Die für die heutige Debatte interessanteste Information der Ausstellung ist, dass nicht die Völkerwanderungen die
Ursache für den Zusammenbruch des Römischen Reiches waren, sondern dass der ihnen voranging. Der
Staat als Beute war spätestens seit den Bürgerkriegstagen der späten Republik ein innerrömisches Konzept. Das Kaisertum, das davor schützen sollte, vergrößerte eher noch den Hunger auf den Besitz des Imperium Romanum. In diesen Kämpfen wurde das Römische Reich so weit zerrissen, dass die 'Barbaren', die zunächst sich hatten integrieren wollen in die römische Welt, dazu übergingen, auch nach Teilen von ihr zu schnappen. Der
Untergang des Römischen Reiches war von den römischen Bürgern selbst betrieben worden, lange bevor es von außen 'erobert' werden konnte."