Letzte Woche musste
Facebook zugeben, dass russische Hacker die Plattform für Propaganda im amerikanischen Wahlkampf missbrauchten (unser
Resümee, Einflussnahme von Ausländern in amerikanischen Wahlkämpfen ist verboten). Nun
berichtet The Daily Beast, dass Russland im Wahlkampf "Facebook benutzte um
Demos gegen Immigranten auf amerikanischem Boden" zu organisieren. "Ein Facebook-Sprecher bestätigte gegenüber
The Daily Beast, dass der Gigant der sozialen Medien 'einige der so beworbenen Ereignisse im Rahmen der Schließungen, über die wir letzte Woche kommunzierten,
abgeschaltet haben'. Die Firma wollte nichts Näheres ausführen und bestätigte nur, dass diese Events mit
bezahlten Anzeigen beworben wurden. (Dies ist das erste Mal, dass die Plattform öffentlich die Existenz solcher Ereignisse anerkannte.)"
Die Firma Equifax, die die Bonität von Kreditnehmern überprüft, musste zugeben, dass die Daten inklusive Soazialversicherungsnummer, von
143 Millionen Amerikanern durch Hacker erbeutet wurden. Es ist "die Art Verbrechen, die
Identitätsdiebstahl ermöglicht", und so etwas passiere nicht zum ersten Mal,
kommentiert Zeynep Tufekci in der
New York Times: "Es gibt technische Faktoren, die erklären, warum die Cyber-Sicherheit so schwach ist, aber die
Ursache ist politisch, und ziemlich simpel: Große Firmen haben große Summen Geld in unser politisches System gepumpt und damit dazu beigetragen, Regulierungen zu schaffen, in denen die Konsumenten immer mehr und die Firmen immer weniger Risiken tragen."
Alles, was der Medienseite der
FAZ zum Wahlkampf einfällt, ist ein Text von zwei CDU-Abgeordneten, die die gerade verabschiedete
Störerhaftung vermissen, weil durch die freie Benutzung von Wlan-Netzen die "
Urheber" nun angeblich wehrlos dastehen: "Täter sind in der Folge nicht identifizierbar und damit faktisch nicht haftbar. Die Rechteinhaber sind deshalb auf die Haftung desjenigen angewiesen, der durch die Bereitstellung eines anonymen Wlan-Netzes zur Gefahr beigetragen hat."