Ist das
Memo des inzwischen gefeuerten Google-Programmierers
James Damore wirklich frauenfeindlich oder folgt es nur bestimmten Codes des
linken Neusprech nicht? Der Blogger Tim alias
@keinetheorie hat das Memo
übersetzt, auch bei den
Ruhrbaronen wird die Übersetzung
präsentiert. Und @keinetheorie schließt zu dem Dokument: "
Man kann das Dokument als frauenfeindlich lesen, wenn man es so lesen will. Das Dokument ist zwar weder sexistisch, noch 'anti-diversity', aber der Autor befasst sich kritisch mit bestimmten, bei Linken
beliebten Konzepten, die als 'heilige Kühe' gelten: politische Korrektheit, die Annahme, dass menschliche Unterschiede durch
gesellschaftliche Einflüsse zustande kommen, dass Frauen und ethnische Minderheiten bevorzugt behandelt werden müssen, um Diskriminierungen auszugleichen. Auch greift er ein Menschenbild an, das Individuen nur
als Mitglieder ihrer Gruppe kennt - weiß, schwarz, männlich, heterosexuell - und von individuellen Unterschieden nichts wissen will."
Ganz anders der "Diversityberater" Robert Franken, der Damores Papier bei
Zeit online für "größtenteils
sexistisch und diskriminierend"
hält. Zwar findet er, dass man auch einem wie Damore zuhören sollte (ohne ein Wort über dessen Kündigung zu verlieren) und interpretiert Damores Text dann als "
Backlash einer ganzen Kohorte von Männern, deren Privilegien sich gerade erst manifestiert hatten, um nun bereits wieder in Gefahr zu geraten. Programmierer kämpften lange mit der Zuschreibung sozial schwer kompatibler Nerds. Doch mit der Digitalisierung bot sich eine einmalige Chance. Plötzlich waren eben jene Qualifikationen gefragt wie nie zuvor. Doch kaum hatte man den
neuen Status realisiert, gab es die ersten großen Bedrohungsszenarien."
Im Interview mit der
FAZ spricht Shahak Shapira, der
Hass-Tweets vor die Zentrale von
Twitter gesprüht hat, über seine Aktion. Die Tweets hatte er zuvor gemeldet, ohne dass etwas passiert war. Jetzt hat er die Nase voll: "Es geht darum, dass es Twitter
einfach scheißegal ist. ... Twitter ist ein
komplett intransparentes Unternehmen. Allein die Adresse vom Büro herauszufinden war schon eine Herausforderung. Die Leute sollen es mal versuchen, Twitter anzurufen. Ich bin gespannt, was dann kommt. Man kann niemanden erreichen. Es gibt
keine Nummer, es gibt
keine Adresse. Es gibt mehrere Möglichkeiten, ignoriert zu werden: über E-Mail oder das Kontaktformular. Es gibt aber keine wirkliche Möglichkeit, sie zu kontaktieren."
Nina Scholz
unterhält sich in der
taz mit dem Soziologen
Richard Barbrook, der einst als Kritiker der "kalifornischen Ideologie" berühmt wurde und heute
Jeremy Corbyn berät. Er fordert Alternativen zu den großen Plattformen à la Facebook und Google auf genossenschaftlicher Basis: "Deswegen müssen auch alle
Programmieren lernen, bereits in der Schule. Nur so können wir die Vormachtstellung von Konzernen brechen, die ihre Algorithmen und Codes nicht offen legen. Niemand weiß, wie Apple, Facebook und Google funktionieren, und das ist ein Problem. Meine Studenten wissen heute nicht mal, wie ein HTML-Code aussieht, die kennen nur Benutzeroberflächen. Das muss
in der Schule unterrichtet werden! Wir wollen die Menschen ermächtigen, sich selber zu ermächtigen."
Die Meldung, dass nun auch
Disney einen Streaming-Kanal eröffnen will und
Netflix aller Filme aus seinem Katalog beraubt,
stellt für Kevin Lincoln bei
Vulture eine Wegscheide dar. Er erzählt nochmal, wie Netflix innerhalb kürzester Zeit die
Szenerie veränderte und sich dabei den Abosender
HBO zum Vorbild nahm: "Netflix wurde von der Plattform, auf der man Episoden der AMC-Serie 'Mad Mens' sah, zu dem Konzern der uns 'Stranger Things' brachte, so wie HBO zuerst der Kanal war, auf dem man Filme guckte, bevor es zum Network wurde, das die 'Sopranos' produzierte. Und es funktionierte: Trotz der Tatsache, dass der sich
Netflix-Katalog von 2012 bis 2016 angeblich
halbierte, ist die Zahl der Abonnenten in der Zeit ständig gewachsen - bis zu diesem Moment."
Außerdem: Der
Business Insider meldet, dass auch
Facebook jetzt einen
Video-Kanal starten will, damit die Leute sich nicht die ganze Zeit auf Netflix rumtreiben.