Entsetzt
ist in der
Huffpo die Informatikerin
Zeynep Tufekci über einen
Wikileaks-Leak mit angeblichen Mails aus dem Erdogan-Apparat, der in Wirklichkeit nach Sichtung gar keine Mails aus dem Erdogan-Kreis zu enthalten scheint. Statt dessen wurden die Daten von
Millionen türkischer Frauen geleakt - "private Daten nahezu aller Wählerinnen in 79 von 81 Provinzen, inklusive ihrer Wohnadressen... Wir sprechen von Millionen Frauen, deren Daten ohne einen Aufschrei offengelegt wurden. Ihre Adressen stehen nun für jeden Stalker, jeden Ex-Partner, feindseligen Verwandten oder Verrückten zur Verfügung. Und erinnern wir daran, dass in der Türkei jedes Jahr
Hunderte von Frauen ermordet werden, meist von ihren gegenwärtigen oder Ex-Ehemännern, und Tausende von Frauen verlassen ihre Wohnungen und
verstecken sich, weil sie Sicherheit suchen."
Thomas Rid
geht in
Vice den - ziemlich konkreten - Hinweisen nach, dass die von
Wikileaks veröffentlichten E-Mails aus der Demokratischen Partei ursprünglich von
Russland gehackt worden seien - ein neuer Beleg für die digitale Kriegsführung Russlands. "Diese Taktik und ihr bemerkenswerter Erfolg ändern das Spiel: Dokumente politischer Organisationen abzusaugen, ist eine legitime Form der Geheimdienstarbeit. Amerikanische und europäische Länder tun das auch. Aber sie digital zu extrahieren und dann - möglicherweise vermischt mit manipulierten Dokumenten - als angeblich anarchistischen Hack
zu veröffentlichen, überschreitet eine dicke rote Linie und schafft einen gefährlichen Präzedenzfall: ein autoritäres Land, das direkt, wenn auch verdeckt eingreift um eine amerikanische Wahl zu boykottieren."
Nun ist es raus:
Google ist Gott. Und wehe, man stellt sich schlecht mit ihm. Jennifer Krasinski
schreibt im
New Yorker über den Fall des sehr bekannten Bloggers
Dennis Cooper, dessen Blog von einem Tag auf den anderen gelöscht wurde und womöglich samt Inhalt von Google
in die Tonne getreten wurde (unser
Resümee).
So sieht das dann aus. Cooper ist bekannt für seine recht expliziten Romane aus dem homosexuellen Milieu, es gab auf seinem Blog spielerisch veränderte Kontaktanzeigen von Escort Boys - aber sonst, laut Cooper, keine
anzüglichen Inhalte. Übrigens wurde auch sein Mail-Konto gelöscht.
Antwort hat er von Google bisher nicht enthalten. Und Jennifer Krasinski vom
New Yorker auch nicht: "Die Unfähigkeit von Google, auf Coopers Problem einzugehen, lässt
das Schlimmste befürchten. Als ich die Pressestelle der Firma um ein Statement bat, kam eine eine dreist abweisende Antwort: 'Was Ihre Anfrage betrifft, so ist uns dieses Thema bekannt. Wir sind
nicht in der Lage über die Konten bestimmter Nutzernzu kommunizieren. Danke, das Google Press Team."