Donald Trump überzieht in den USA immer mehr Nachrichten-Unternehmen, zum Beispiel die
New York Times, mit Klagen und versucht diese dadurch einzuschüchtern. Die neueste Entwicklung ist allerdings, dass er jetzt auch ausländische Journalisten mit einer
erschwerten Visa-Vergabe gängeln möchte,
schreibt Christian Weisflog in der
NZZ. "Die Republikaner haben stets auf eine besonders großzügige Redefreiheit gepocht.
Solange jemand nicht zu Gewalt aufruft, sollte in ihren Augen auch die sogenannte Hassrede erlaubt sein. (...) Nun aber sagte die amerikanische Justizministerin Pam Bondi: 'Wir werden euch absolut verfolgen, wenn ihr mit Hassrede auf jemanden losgeht.' Als ein Reporter diese Woche den Präsidenten nach der Aussage seiner Justizministerin fragte, antwortete Trump: 'Sie (Bondi) wird vermutlich solche Leute wie Sie ins Visier nehmen, weil sie mich so unfair behandeln. Sie haben
viel Hass in ihrem Herzen.' Im Grunde scheint der Präsident damit anzudeuten: Wo die schlechte Rede über Trump beginnt, endet die Meinungsfreiheit." Am Mittwoch Abend teilte der Sender
ABC außerdem mit, die Talkshow mit
Jimmy Kimmel abzusetzen, nachdem dieser behauptete, der Mörder von Charlie Kirk stehe dem Trump-Lager nahe.
Kleine Aufregung um den
NDR, der sich von der bayerischen Moderatorin
Julia Ruhs getrennt hat, weil
NDR-Redakteure sie und ihre Sendung "Klar" "zu rechts" fanden. Äußern will man sich im
NDR dazu aber nicht, beteuert aber, dass der
NDR eine "offene Diskussionskultur" fördere. Offenbar ist sie regelrecht rausgemobbt worden,
erzählt Susann Kreutzmann in der
NZZ:
Jan Böhmermann nannte die Sendung "rechtspopulistischen Quatsch", seine
NDR-Kollegin
Anja Reschke "qualifizierte die Sendung als 'ein bisschen rechtsextrem' ab. (...) Als die
NDR-Chefredaktion im April laut
Welt-Recherche den Start der neuen Sendereihe 'Klar' besprechen will, kommt es zum Eklat.
NDR-Kollegen übergeben den Programmverantwortlichen einen offenen Brief, den
250 Mitarbeiter unterschrieben haben. Von der Verletzung journalistischer Sorgfaltspflichten ist darin die Rede, die Sendung wird als verstörend, oberflächlich und feindlich gegenüber Migranten bezeichnet."
In der
FAZ ist Michael Hanfeld über Ruhs' Rauswurf empört: "So vermittelt sich der Eindruck, dass der
NDR bei dieser Gelegenheit alle Vorurteile, die man über die 'links-grün-woke' Blase im öffentlich-rechtlichen Rundfunk haben kann, bestätigt: Da gibt es
keine Meinungsvielfalt, sondern nur eine - linke - Meinung. Es geht um 'Gut' gegen 'Böse'. An- und Einsichten aus der Mitte der Gesellschaft werden, wenn sie nicht ins eigene Weltbild passen, als 'rechts' oder '
rechtsextrem'
gerahmt, die man bestenfalls gar nicht erst ins Programm lässt. Wer als Journalist aus der Meinungsreihe tanzt, wird weggemobbt und in Sendungen wie 'Reschke Fernsehen' oder Böhmermanns
ZDF-Zirkus geächtet." In der
SZ hat Thore Rausch kein Problem damit, dass "Klar", dieses "journalistische Reportageformat für ein
diffus rechtes Publikum", jetzt von
NDR-Reportern bespielt wird.