Die
Schweriner Zeitung ist so rigoros hinter der Paywall, dass sie nicht mal in der Lage ist,
einen regelrechten Scoop zu kommunizieren, nämlich ihr Interview mit der neuen
Justizministerin von Mecklenburg-Vorpommern, der Linken-Politikerin
Jacqueline Bernhardt. Sie ist wohl einer der Preise, die Manuela Schwesig für ihre Nordstream-Ermöglichungskoalition bezahlen muss. Es will Bernhardt einfach keine Kritik an der DDR über die Lippen kommen. Die Zeitung hat auch dokumentiert, wo das Gespräch nicht autorisiert wurde. Hier ein Ausriss,
gefunden auf Twitter (und es gibt noch weitere großartige Dokumentationen des Nichtgesagten in diesem Interview):

Nicht nur in der arabischsprachigen Redaktion der
Deutschen Welle gibt es Probleme,
schreibt Peter Weissenburger in einem erläuternden
taz-Artikel. Oft bilden sich
Konfliktlinien bestimmter Weltregionen in den für sie zuständigen Redaktionen ab: "Das bestätigt ein Mitglied einer anderen
DW-Sprachredaktion der
taz. Es gebe teils dieselben Vorurteile zwischen den Nationalitäten, dieselben politischen Fraktionen wie vor Ort. Solche Konflikte seien in der Vergangenheit oft weggelächelt worden. 'Man war eben
eine Behörde.' In dieser Hinsicht habe sich aber schon einiges verändert, es gebe Schulungen im Konfliktmanagement, Coachings, an der Hauskultur werde gearbeitet." Der
Perlentaucher existiert lang genug, um an den heftigen Streit um die
China-Redaktion der
Deutschen Welle im Jahr 2008
erinnern zu können.
Irgendwie eirig äußert sich
DW-Intendant
Peter Limbourg im Gespräch mit Michael Hanfeld von der
FAZ. Bei eigenen Mitarbeitern sei jeder Antisemitismus sofort zu ahnden. Aber "bei unseren Distributionspartnern muss es einen
noch zu definierenden Spielraum geben. Hier muss gelten: Wer systematisch gegen unsere Werte verstößt, mit dem können wir nicht zusammenarbeiten." Verstanden?
Überhaupt ist der Antisemitismus in der arabischen Welt
so weit verbreitet, dass man als Europäer gar nicht dagegen ankommt,
schreibt die
taz-Redakteurin Silke Mertins bei den
Übermedien: "Tatsächlich arbeiten nahezu
alle Organisationen und Institutionen, die im Nahen und Mittleren Osten aktiv sind, mit Projekten, Partner oder Menschen zusammen, die den jüdischen Staat nicht anerkennen, antisemitische Stereotype pflegen und von Terroristen als Märtyrer sprechen. Davon sind die
politischen Stiftungen ebenso betroffen wie das
Auswärtige Amt,
Hilfsorganisationen oder eben Medien wie die
Deutsche Welle." Das heißt aber nicht, dass man darüber salopp hinwegsehen dürfe, so Mertins - und das gelte gerade für die
Deutsche Welle.