Vor einiger Zeit kaufte der
Springer Verlag das globale Nachrichtenmedium
Politico. Dann brachte
Ben Smith in der
New York Times einen Artikel zur Frage, ob der Springerkonzern denn die
Compliance-Regeln amerikanischer Medien einhalte, woraufhin sich Springer sofort diesen Regeln unterwarf (unsere
Resümees). Nun
bringt die
New York Times die Meldung, dass Ben Smith die
New York Times verlässt, um ein, äh, internationales Nachrichtenmedium aufzubauen: "Ben Smith sagte in einem
Interview, dass man eine globale Nachrichtenredaktion aufbauen wolle, die Nachrichten verbreitet und mit
neuen Formaten des Storytelling experimentiert. Er machte keine Angaben dazu, welche Themen oder Regionen abgedeckt werden sollten, wie viel Geld man aufbringen wolle oder wann die neue Organisation starten würde." Das Medium soll sich an ein
internationales englischsprachiges Publikum wenden, das Smith auf 200 Millionen akademisch gebildete Menschen beschreibt. Chef des neuen Mediums wird der ehemalige Bloomberg-CEO
Justin Smith (nicht verwandt),
meldet Reuters. Peter Kafka
vermutet bei
Vox.com, dass die Smiths wohl schon eine
Menge Geld aufgetrieben haben, unter anderem investiert der ehemalige
Atlantic-Besitzer David Bradley.
Mathias Döpfner, auch als Chef des Zeitungsverlegerverbands arg gerupft durch die von der
New York Times lancierte Affäre um den
Bild-Chef Julian Reichelt, kämpft unterdessen an vielen Fronten. Die letzte Bundesregierung wollte der Presse ja kurz vor der Wahl
Subventionen in Höhe von 200 Millionen Euro zukommen lassen, ließ das großzügige Vorhaben dann aber ängstlich fallen. Nun ist Döpfner
laut Gregory Lipinski bei
Meedia wieder unterwegs, um von der neuen Bundesregierung Förderung für die
Zustellung von Zeitungen zu bekommen: "Die einst im Haushalt 2020 eingestellte Summe von 40 Millionen Euro wird nicht reichen, um die wachsenden Kostenprobleme in den Griff zu bekommen. Schafft es Döpfner bis zur nächsten Delegiertenversammlung des BDZV im Februar, mit dem Bund erste Eckpfeiler einer Zustellförderung festzuzurren, wäre das nicht nur ein Gewinn für die Branche, sondern auch für Döpfner persönlich. Er könnte hierdurch seine
Position als BDZV-Präsident stärken."