Drei Tage lang streuten Bischöfe in Rom in ihrer Tagung zum Thema
Missbrauch Asche auf ihr Haupt. Ob die
Strukturen der Vertuschung verändert werden, die den Missbrauch erst ermöglichten, bleibt nach der Rede von Papst Fanziskus allerdings offen,
schreibt Michael Braun in der
taz und erzählt vom Fall des argentinischen Priesters Julio César Grassi, "der sich mit seiner Einrichtung 'Felices los niños' ('Glücklich die Kinder') um Straßenkinder kümmerte - um sie zu vergewaltigen. Grassi ist mittlerweile zu
15 Jahren verurteilt und wurde vor wenigen Tagen ins nationale Verzeichnis der Sexualstraftäter Argentiniens aufgenommen. Der Anwalt von Grassis Opfern allerdings berichtet von einem Treffen mit dem
Erzbischof von Buenos Aires und Vorsitzenden der Argentinischen Bischofskonferenz im Jahr 2006, in dem der Kirchenobere sich 'verschlossen, streng, misstrauisch' zeigte. Dieser Bischof war
Jorge Mario Bergoglio - der heutige Papst Franziskus."
Dennoch gelte es anzuerkennen, dass es Franziskus war, "der erstmals in der Geschichte der katholischen Kirche zu so einem Treffen aufrief",
wendet Heike Vowinkel in der
Welt ein. "Und das darf durchaus als historisch gewertet werden. Wie stark die Widerstände in der mehr als 2.000 Jahre alten Institution sind, davon zeugten nicht zuletzt die Wortmeldungen
konservativer Kardinäle im Vorfeld des Gipfels", etwa "der offene Brief, in dem die beiden konservativen Kardinäle Walter Brandmüller und Raymond Leo Burke dem Papst vorwarfen, die wahre Ursache des Missbrauchs zu verkennen:
die Homosexualität, die sich innerhalb der Kirche in organisierten Netzwerken ausgebreitet habe".