Magazinrundschau - Archiv

Bloomberg Businessweek

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Magazinrundschau vom 06.03.2012 - Bloomberg Businessweek

Die deutschen Samwer-Brüder haben ein ganz eigenes Business-Modell entwickelt, das sich inzwischen bis nach Amerika herumgesprochen hat: Gute Ideen kopieren und sich dann auskaufen lassen. Am Beispiel von Groupon erzählt Caroline Winter, wie das funktioniert: "Im Januar 2010 lancierten die Samwers einen Clon namens Citydeal. Innerhalb von fünf Monaten war die Website Marktführer in Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Irland, den Niederlanden, der Schweiz, Österreich, Polen, Finnland, Dänemark, Schweden und der Türkei. Groupon hätte Citydeal auf diesen Märkten bekämpfen können. Es hätte auch eine Urheberrechtsklage einreichen können, aber nur mit geringen Chancen, denn Geschäftsideen können nicht patentiert werden, und Markenzeichen gelten nur für ein Land. So ging Groupon womöglich den Weg des geringsten Widerstands und kaufte im Mai den deutschen Clon für 14 Prozent seiner eigenen Aktien."

Magazinrundschau vom 31.01.2012 - Bloomberg Businessweek

Larry Kirshbaum, 67, war lange Zeit Chef der Buchabteilung von Time Warner, hatte in Händchen für Bestseller und galt als der beliebteste Mann der Branche. Aber seit kurzem hat sich diese Sympathie ins Gegenteil verkehrt, schreibt Brad Stone in einem Porträt über Kirshbaum, bei dem jedem Verleger anders werden muss. Jeff Bezos hat Larry Kirshbaum für die Amazon Publishing-Sparte angeheuert und plant für Amazon einige Bestseller. Die Verleger sind höchst beunruhigt: "Amazon könnte ein nicht zu bremsender Wettbewerber für die großen Verlagshäuser sein. Die Erfahrung lehrt, dass Bezos nicht zögern wird, Geld zu verlieren, wenn es darum geht, exklusive Inhalte zu schaffen, die in den Ebookstores von Barnes und Nobles und Apple nicht zu haben sind. Er hat auch unendliche tiefe Taschen, aus denen er Vorschüsse für Autoren zahlen kann. Noch ungemütlicher ist für die Verleger, dass Amazon ihr größter Vertriebspartner ist, so dass sie mit einem Geschäftspartner in Wettbewerb treten müssen."

Magazinrundschau vom 17.01.2012 - Bloomberg Businessweek

Steve Ballmer, der verbleibende Microsoft-Chef, muss sich gegen ein schreckliches Verdikt Steve Jobs' wehren, das in Walter Isaacsons Jobs-Biografie überliefert ist: "Sie sind heute so gut wie irrelevant... Microsoft wird nicht wieder hochkommen, solange Steve Ballmer da ist." So lautet nach einigen Flops die weit verbreite Meinung über Microsoft, aber nicht ganz zu recht, wie Ashlee Vance in einem informativen Porträt über Ballmer schreibt. Besonders in der Cloud hat Microsoft aufgeholt, über die Xbox bei Privatkunden und über Azure bei Unternehmen, eine Software, die Start-ups kostenlos angeboten wird, um das Image aufzubessern. Und mehr noch über die jüngste Erwerbung Skype: "Jeden Tag wird Skype über 750.000 mal heruntergeladen und managt 531 Millionen Telefonminuten. Was die Mediennutzungszeit angeht, steht Skype auf einer Stufe mit Facebook. 'Skype ist ein Trumpf, von dem man nur träumen kann', sagt der (Risiko-Investor) Greg Papadopoulos. 'Es könnte zu der Art Unternehmenskäufen gehören, die den Mutterkonzern von Grund auf verändern.'"

Außerdem: Bob Parks erzählt die Geschichte des Schuhkonstrukteurs Lenn Rockford Hann, der einen besonders guten Laufschuh entwickelt hat - und dennoch bei den großen Konzernen nicht auf Gegenliebe stieß.

Magazinrundschau vom 15.11.2011 - Bloomberg Businessweek

Ist wirklich Amazon schuld daran, dass in den USA der Buchhändler Borders eingegangen ist? Nein, meint Ben Austen, Borders wurde von seinen Managern in die Pleite getrieben. Jetzt füllen kleine Buchhändler die Lücke: "'Es ist der einzige Zweig des Einzelhandels, in dem sich das Rad zum Originalzustand zurückdreht', sagt [der Berater] Jeff Green. 'Vom Kleinstadt-Buchladen zur Buchkandelskette und wieder zurück. Das passiert im Einzelhandel sonst nie.'"

Können die Verlage jetzt aufatmen? Während die Buchhandelsketten, die große Teile der Gewinnmarge im stationären Buchhandel aufgefressen haben, von Amazon untergraben werden, klirrt Jeff Bezos schon mit neuen Folterwerkzeugen, berichtet Virginia Postrel: Mit E-Library und -Flatrate, die Bücher bündeln so wie Kabelanbieter Fernsehangebote bündeln. Dafür haben die Verlage noch kein Geschäftsmodell. Die Autoren schon, allerdings kein tolles: Der Wirtschaftswissenschaftler Erik Brynjolfsson "vermutet, dass Autoren nicht notwendigerweise besser dastehen, wenn Amazons Bündel die traditionellen Buchvermarkter ersetzt. 'Der Kuchen wäre größer (weil die Gesamteinnahmen steigen)', schreibt er in einer Email. 'Aber die Einzelportionen könnten kleiner werden.' Man weiß es noch nicht."

Magazinrundschau vom 08.11.2011 - Bloomberg Businessweek

Warum ist TechCrunch-Gründer Michael Arrington unter die Venture-Kapitalisten gegangen? Ganz einfach, schreibt Felix Gillette in einem ausführlichen Porträt über den durchaus umstrittenen Großblogger und zitiert einen anderen Risikofinanzier: "'Der Traum der Unternehmer ist, ein neues Google zu gründen', sagt Chris Dixon, Kopf des Founder Collecticve, eines 40 Millionen Dollar schweren Risikokapitalfonds. 'Die zweitbeste Lösung ist, die Person zu sein, die als erste an Google glaubte.' Er braucht gar nicht hinzuzufügen, dass der erste Blogbeitrag über Google bei weitem nicht so glamourös ist - und bei weitem nicht so profitabel. 'Es ist nun mal sehr viel lukrativer, in Firmen zu investieren als über sie zu schreiben.'" Arrington selbst fügt noch einen zweiten Aspekt hinzu: "Ich mag die Idee, Geld zu investieren, das nicht meines ist, und damit selbst Geld zu verdienen. Kommt mir wie ein gutes Geschäftsmodell vor."

Außerdem in dieser immer lesenswerten Wirtschaftszeitung: David Kamp schickt eine Reportage aus dem italienischen Prato, einer 190.000-Einwohner-Stadt, in der 40.000 Chinesen illegal in Sweatshops arbeiten. Und die interessante Frage, die Kamp dabei stellt: Wird sich etwas an den europäisch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen ändern, wenn China die Staatsanleihen der europäischen Länder aufkauft?
Stichwörter: Geld

Magazinrundschau vom 04.10.2011 - Bloomberg Businessweek

Die große Frage im Netz lautet zur Zeit: Werden digitale Inhalte zum Anhängsel eines Konsumgeräts, das sie an Glamour bei weitem überstrahlt, oder wird das Gerät zum bloßen Accessoire einer monopolisierten Distributionssphäre? Oder anders gefragt: Ipad oder Kindle Fire? Brad Stone hat für Business Week angesichts des neuen Amazon-Tablets, das man in den USA für bloß 199 Dollar kaufen kann, einen höchst instruktiven Hintergrundbericht über Amazon geschrieben. "Amazon", meint er, "ist in der besten Position, um die Tablet-Schlacht in eine Schlacht zwischen bloß zwei Mitspielern zu verwandeln." Und eines ist dabei so klar wie unheimlich: Die Tablets verändern das Netz von Grund auf, wie sich aus einer Anmerkung Stones über die Nutzungszeiten ergibt: "Amazon hatte seine höchsten Nutzungszeiten einst während der Mittagszeit an Arbeitstagen. Jetzt ist der Traffic gleichmäßiger verteilt, denn die Leute greifen zu jeder Zeit des Tages nach ihrem Tablet, um ein Buch zu kaufen, von dem im Fernsehen gesprochen wird, oder auch Impulsentscheidungen für einen neuen Geschirrspüler zu treffen."
Stichwörter: Amazon, Glamour, Kindle

Magazinrundschau vom 26.07.2011 - Bloomberg Businessweek

In einer knochentrockenen, sehr spannenden Reportage erzählen Michael Riley und Ashlee Vance von einem neuen Kalten Krieg, der heute mit Cyberwaffen - vor allem Computerviren - geführt wird. In diesem Krieg gibt es inzwischen hochspezialisierte "Waffenhändler" wie die Firma Endgame, die mit Botnets, Viren und Sicherheitslücken handeln. Darüber sprechen will kaum jemand: "Die traditionelle militärische Logik wird bedeutungslos in diesem Code War. Abschreckung und Abrüstungsverhandlunen sind nur noch philosophische Konzepte, wenn unsichtbare Waffen involviert sind. Schuldzuweisungen sind bei solchen Attacken unmöglich, wenn sie durch Computer in einem halben Dutzend Länder ausgeführt werden. Die Angst vor dem Gegenschlag - die dafür sorgte, dass der Kalte Krieg nie heiß wurde - fällt weg."

Magazinrundschau vom 19.07.2011 - Bloomberg Businessweek

Ein ganz begeistertes und ausführliches Porträt schreibt Brendan Greeley in Business Week über den Musikstreamingdienst Spotify, der jetzt auch in den USA zu nutzen ist: Anders als Apples Itunes scheint Spotify auch der darbenden Musikindustrie wieder mehr Einnahmen zu bringen (außer in Deutschland, wo er nicht läuft, weil die Gema zu hohe Gebühren verlangt). Und der Dienst bringt der Industrie auch einige orwellianische Vorteile...:"Ohne Spotify wissen Labels nur, wann ein Album verkauft wird. Wenn eine CD für einen Freund kopiert oder für eine Party ausgeliehen wird, erfahren sie gar nichts. Spotify liefert ihnen für jeden einzelnen Titel einen Bericht, geordnet nach Ort, Alter, Geschlecht. Jay-Z glaubte mit Blick auf seine Albumverkäufe immer, er sei groß in London, aber nein, er ist groß in Manchester.... Spotify weiß, wann Du auf Deiner Party Gaga spielst."
Stichwörter: Gema, Musikindustrie, Spotify, Jay-Z, Itunes

Magazinrundschau vom 10.05.2011 - Bloomberg Businessweek

Die heißesten Stars in Internetfirmen sind nicht mehr Programmierer, sondern Mathematiker, erzählt Ashlee Vance. Denn es sind Mathematiker, die die Spuren, die das Publikum im Netz hinterlässt, so auswerten, dass der Anzeigendollar rollt. Das schafft allerdings auch einige Probleme: Jeff Hammerbacher war 23 Jahre alt, als Facebook ihn im April 2006 holte, um das Nutzerverhalten auf Facebook zu analysieren. "Nach einigen Jahren wurde er unruhig. Er stellte fest, dass die Durchbrüche in den Computerwissenschaften erfolgt waren. Und noch etwas nagte an ihm: Hammerbacher betrachtete die Firmen in Silicon Valley - Facebook, Google, Twitter - und sah, dass seine Kollegen ihr Talent verschwendeten: 'Die besten Köpfe meiner Generation denken darüber nach, wie man die Leute dazu bringt, auf Anzeigen zu klicken', sagt er. 'Das nervt.'"