
Ganz anders wird einem, wenn man Caroline Winters
große Recherche zur
Mormonenkirche und dem
Geld liest. Ähnlich wie die noch verrückteren Scientologen lässt sich diese Kirche schlicht auch als "Unternehmen" verstehen - Winter schätzt den Gesamtwert der Holdings auf
40 Milliarden Dollar, mit 8 Milliarden Dollar Einnahmen jährlich allein aus dem "Zehnten" der Gläubigen. Hinzukommen riesige Unternehmen, die im günstigen Klima der
Steuerbefreiungen für kirchliche Institutionen kräftig expandieren: "Es mag kaum überraschen, dass das Mormonentum, eine ursprünglich amerikanische Religion, den weltlichen Glauben dieses Landes ans Geld teilt. Bemerkenswert ist aber,
wie vielfältig die Geschäftsinteressen der Kirche sind und wie wenig über ihre finanziellen Interessen bekannt ist. Obwohl ein
ehemaliger Mormonenbischof demnächst die Nominierung als republikanischer Präsidentschaftskandidat erhält, und trotz PR-Kampagnen, die den Ruf der Geheimnistuerei bekämpfen sollen, schweigt die Kirche über ihre Holdings. Selbst ihren Mitgliedern gegenüber, die zehn Prozent ihres Einkommens abgeben müssen, um Zugang zu den Tempeln zu erhalten, bietet sie
wenig finanzielle Transparenz."
Hierzu passt Nicholas Shaxons
Artikel in
Vanity Fair, der darlegt, dass der schwerreiche
Mitt Romney in seinem Geschäftsleben die
Grauzonen keineswegs scheute und dass praktisch kaum Aufschluss über den Umfang seines Vermögens zu bekommen ist, das offenbar auch in Steueroasen geparkt ist. Und übrigens hat Romney bei einem Jahreseinkommen von
42,5 Millionen Dollar in den Jahren 2010 und 11 nur 6,2 Millionen Dollar an Steuern bezahlt. 15 Prozent Steuern - weit weniger, als ein Amerikaner mit mittlerem Einkommen zahlen muss.