Magazinrundschau - Archiv

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366 Presseschau-Absätze - Seite 3 von 37

Magazinrundschau vom 09.12.2025 - HVG

Die Urbanistin und Kulturhistorikerin Borbála Koniorczyk veröffentlichte vor kurzem ein Buch über bekannte und weniger bekannte Frauen mit starken Persönlichkeiten des vergangenen Jahrhunderts in Budapest. Im Gespräch mit Dóra Matalin reflektiert sie über die Entwicklung des Frauseins im und seit dem 20. Jahrhundert sowie über die dominierenden Narrative der Männer im Stadtbild: "Mich interessiert das Schicksal von weit mehr Frauen, als dass man ihnen allen ein Denkmal setzen könnte, aber ein Buch kann man über jeden schreiben. Es ist wichtig zu sehen, dass die räumliche Repräsentation von Frauen nicht nur in Budapest schwach ist, sondern dass es überall weniger Denkmäler für sie gibt und weniger Straßen nach ihnen benannt sind. Die Stadt spiegelt wider, wie Geschichte geschrieben wird, sie ist eine räumliche Projektion der Tatsache, dass über Jahrhunderte hinweg Männer im Vordergrund standen und ihre Geschichten weitergegeben wurden.
Stichwörter: Ungarn, Koniorczyk, Borbala

Magazinrundschau vom 02.12.2025 - HVG

Die in Berlin lebende, aus Siebenbürgen stammende ungarische Regisseurin Réka Kincses spricht im Interview unter anderem über die gefühlte Situation der ungarischen Minderheit im rumänischen Siebenbürgen angesichts der politischen Situation in Ungarn: "Die Mehrheit der ungarischen Minderheit in Siebenbürgen ist vielleicht noch nicht reif für den politischen Wandel in Ungarn. Die Ängste sind groß, das Bedürfnis nach Stabilität ist größer, ebenso wie das Gefühl der Bedrohung. Es ist nicht leicht, die Psychologie einer Minderheit zu verstehen, wenn man selbst noch nie in einer solchen Situation des Ausgeliefertseins war. In Berlin zum Beispiel, wo das Umfeld viel aufgeschlossener ist als in Budapest, musste ich oft erklären, dass ich zwar aus Rumänien komme, aber Ungarin bin. Die Reaktion war immer: 'Ja, ja, warum muss man so darauf herumreiten? Wenn du aus Rumänien kommst, bist du eben Rumänin, und damit hat sich's.' Ich fand das empörend, obwohl ich zu Hause mit meiner Familie stets darum gekämpft hatte, dass wir nicht ständig unsere ungarische Identität zur Schau stellen. Meine Erfahrungen mit Diskriminierung haben mir sehr dabei geholfen, die manchmal übertrieben wirkenden Narrative anderer Minderheitengruppen zu verstehen. Es ist leicht zu urteilen, vor allem wenn man zur Mehrheit gehört."
Stichwörter: Kincses, Reka

Magazinrundschau vom 25.11.2025 - HVG

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Der Journalist und Historiker Tamás Szőnyi veröffentlichte vor Kurzem ein populärwissenschaftliches Sachbuch über die Überwachung von Musikern und Kulturschaffenden zwischen 1945 und 1990 durch die Dienste der ungarischen Staatssicherheit. Im Interview mit István Balla spricht er über sein Buch und über die wiederholt aufgeworfenen Fragen zur Öffnung der Akten der Dienste. "Die westliche Unterhaltungsindustrie und die Gegenkultur der Nachkriegszeit galten, nachdem sie hinter den Eisernen Vorhang eingesickert waren, als kapitalistischer Virus und Verderber der Jugend. In den 1940er und 1950er Jahren wurde Jazz als gefährliches Produkt der dekadenten westlichen Ideologie bezeichnet, später dann Rock 'n' Roll. Danach milderte sich diese Haltung zwar, aber populäre Musik wurde weiterhin als Mittel zur 'westlichen Verweichlichung' angesehen. So war sie immer auch mit Politik verbunden, denn man musste etwas unternehmen, um 'die Jugend richtig zu erziehen'. (…) Meistens wird die Öffnung der Akten der Geheimdienstagenten aus Unwissenheit oder als wohlklingender Parole gefordert. Doch zum einen ist es nicht wahr, dass die Akten nicht öffentlich sind. Zehntausende Menschen haben die sie oder ihre Familien betreffenden Unterlagen erhalten und erhalten sie weiterhin, einschließlich der Identifizierung der IMs. Dies geschieht nicht öffentlich, sondern im Rahmen eines Informationsausgleichsprozesses, an dem ausschließlich die Betroffenen beteiligt sind. Andererseits hätten die vielen hundert Studien und Bücher, die sich mit diesen Dokumenten befassen, nicht entstehen können, wenn die Akten im Historischen Archiv der Staatssicherheitsdienste nicht öffentlich und recherchierbar wären. Die Akten sind also einsehbar. Das Problem ist die Vollständigkeit. Ein Teil der Dokumente befindet sich weiterhin bei den nationalen Sicherheitsdiensten, deren Veröffentlichung wäre wirklich von Bedeutung."

Magazinrundschau vom 18.11.2025 - HVG

Der Schriftsteller László Darvasi erhielt als erster Schriftsteller für seine Trilogie "Die Neandertaler" den neugegründeten Esterházy Literatur-Preis. Im Interview mit Zsuzsua Mátraházi denkt Darvasi über die Entstehung der Fiktion nach und ihre Bedeutung heute: "Ich habe selten einen edleren Kampf gesehen als die Schaffung reiner Fiktion. Ich verstehe, warum die meisten heutigen ungarischen Schriftsteller damit beginnen, autobiografisch zu schreiben. Aus dem Aufblühen der Biografie entstehen interessante und schwerwiegende Geschichten, aber die Literatur verlangt noch mehr. Wir befinden uns in einer schrecklichen, wenn man so will, außergewöhnlichen historischen Situation, in der Worte und Ereignisse nicht leicht zueinander finden. Das Drama erscheint nicht als Drama, man kann an der Tragödie vorbeigehen. Es gibt mehrere Realitäten, die gültig erscheinen. Der junge Schriftsteller klammert sich an sich selbst, an sein persönliches Leben, gut. Ich glaube dennoch, dass eben die Vorstellungskraft ihn aufrechterhalten wird. (...) Vielleicht hat Géza Morcsányi, der Gründungsdirektor des modernen Magvető-Verlags recht, als er sagte, dass Lesen ein Luxus werden wird. Ein Privileg der intellektuellen Schicht. Wir leben in einer Welt, in der nicht nur die Geschichte in Frage gestellt wird, sondern auch unsere eigene Realität, denn unser Leben wird von Algorithmen, dem Internet und künstlicher Intelligenz beeinflusst. Lange und in aller Ruhe darüber zu sprechen, wie es beispielsweise im 20. Jahrhundert war, wie es mein Buch tut, ist eine ausgesprochen radikale Handlung. Radikal traditionell."

Magazinrundschau vom 11.11.2025 - HVG

Letzte Woche ist der Ästhet, Kunsthistoriker ud Medienwissenschaftler Péter György im Alter von 71 Jahren gestorben. György war Begründer und zeitweise Leiter des Lehrstuhls für Medienwissenschaften an der Budapester ELTE Universität, Gründer des Nachrichtenportals Origo, das nach 2010 von regierungsnahen Unternehmen einverleibt und neu ausgerichtet wurde, der Verfasser von etwa 30 Büchern zur historischen Aufarbeitung und Kunstkritiker. Die Publizistin Boróka Parászka erinnert  an einen der letzten öffentlichen Intellektuellen: "War das gesamte Lebenswerk von Péter György umsonst? Waren Freiheitsdrang, Selbstreflexion und Aufarbeitung der Wende von 1989 - und darin auch die Arbeit von Péter György - ein gescheitertes öffentliches Schauspiel? Wir sind von den Lügen Kádárs über 1956 zu den Lügen Orbáns über 1956 in eine ähnlich öde historische Landschaft gelangt. Von nirgendwo nach nirgendwohin? Im Gegenteil! Die im institutionellen und starren Sinne nicht existierende Schule von Péter György ist sehr real, und seine Schüler, die sein Erbe weiterführen, haben zwei Dinge von ihm gelernt: Jeder kann seiner Rechte beraubt werden, jede Spur kann ausgelöscht und überschrieben werden. Aber der Geist des (Tat)Ortes lässt sich nicht zum Schweigen bringen. Deshalb muss man präsent sein. Man muss die Topografie der Konzentrationslager kennen, die imaginären und realen Orte Transsilvaniens, das Reich des Popkönigs von Csepel und die Parzelle 301. All das zusammen ist unsere Heimat. Und wenn es Anwesenheit und genügend Aufmerksamkeit gib, spricht der Geist des Ortes. Er enthüllt, er versöhnt. In unserer permanenten Heimatlosigkeit finden wir so nach Hause."
Stichwörter: György, Peter, Ungarn

Magazinrundschau vom 04.11.2025 - HVG

Veronika Munk, Direktorin für Innovation und neue Märkte des slowakischen Verlagshauses Dennik N, kommentiert die in vielen Medien auf Social Media zunehmend veröffentlichten, KI-generierten Bilder, auf denen u.a. die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski oder der ungarische Oppositionsführer Péter Magyar gelinde gesagt in ungünstigen Positionen dargestellt werden. "Neben dem schnellen, impulsiven Konsum von Social Media verbreiten sich manipulierte Inhalte wie ein Virus, während die Widerlegung nur selten ebenso viele Menschen erreicht. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Lüge mit Bildern arbeitet, die Widerlegung hingegen gelesen werden muss. So sickert die künstliche Realität in das öffentliche Leben ein - wo die Wahrheit nicht mehr von Fakten, sondern von Algorithmen abhängt. Es ist wahrscheinlich auch kein Zufall, dass die massenhafte Verbreitung dieser gefälschten Fotos in dem Augenblick einsetzte, in dem Google und Meta begonnen haben, politische Werbung zu verbieten. Bezahlte Reichweite kann nur durch noch ungeniertere Provokationen ersetzt werden. (…) Eines ist sicher: Wir müssen uns in der Wahlkampagne auf künstliche Intelligenz gefasst machen, wenn wir unseren Augen trauen wollen. Die öffentliche Meinung gleitet heute leicht in Demütigung und Satire in Manipulation ab. Die Frage ist nun nicht mehr, ob wir in der Lage sind, realistische Videos zu generieren, sondern ob wir in der Lage sind, zwischen Fakten und Scheinrealität zu unterscheiden: Ich habe es mit eigenen Augen gesehen - diese Versicherung war gestern noch eine Garantie. Heute wird genau das gegen uns verwendet."
Stichwörter: KI-Generierte Bilder, Ungarn

Magazinrundschau vom 21.10.2025 - HVG

Die Soziologin Ráchel Surányi hat Ende August einen Offenen Brief mitunterschrieben, in dem hunderte ungarische Juden gegen die israelische Regierung, die Kriegsführung in Gaza und die Unterstützung Netanjahus durch offizielle jüdische Organisationen in Ungarn protestierten (mehr dazu in einem Bericht von Haaretz, den Dolores Peers auf Facebook gepostet hat, und - zu Surányis Engagement - in diesem Substack-Interview, das Marc Roscoe Loustau mit ihr geführt hat). Heute sieht Surányi mit der Freilassung der jüdischen Geiseln aus der Gefangenschaft der Hamas und dem vorläufigen Ende der Kampfhandlungen eine Chance, die Risse innerhalb der jüdischen Gemeinden überall und auch in Ungarn durch Trauerarbeit und Selbstreflexion zu heilen. "Heutzutage spricht nur selten jemand davon, ein Humanist zu sein. Es erfordert Mut, laut zu sagen, dass uns das Leiden anderer Menschen - egal wessen - berührt. Das führt zu Stigmatisierung, Ausgrenzung und Beschämung. Dabei ist diese Art der Ausgrenzung in keiner Weise mit den jüdischen religiösen Traditionen oder der jüdischen Kultur vereinbar. Es stimmt, dass dies der allgemeinen Stimmung und dem Tonfall sehr ähnlich ist, den die Regierungspolitik hier in Ungarn in der Regel in allen anderen Fragen praktiziert und unterstützt. Ich bin nicht naiv, wie man mir oft vorwirft, sondern ich stehe für die Werte ein, die mir vermittelt wurden und die uns auch die jüdische Religion lehrt. Ich möchte daran glauben, dass wir eines Tages in einer Gemeinschaft leben werden, in der - auch wenn nicht alle dasselbe denken - diejenigen, die andere Ansichten vertreten, nebeneinander existieren können. Und diejenigen, die mir nicht zustimmen, werden mich nicht als selbsthassenden Juden, Antisemiten oder Terroristenfreundin bezeichnen, weil ich kritische Gedanken äußere."
Stichwörter: Suranyi, Rachel, Gazakrieg

Magazinrundschau vom 14.10.2025 - HVG

Eine Reaktion auf den Literaturnobelpreis für László Krasznahorkai gibt es in den gedruckten Magazinen freilich noch nicht. Darum hier ein kleiner Überblick über die Online-Reaktionen. So schreibt Boróka Parászka in HVG: "Diese reale Landschaft [der ungarischen Literatur] mit ihren imaginär anmutenden, aber sehr real existierenden Charakteren kann man zusammen mit Krasznahorkai betrachten. Mit ihm kann man hier leben, soweit man hier überhaupt leben kann, so wie es eben halt ist. Und natürlich mit Nádas. Mit Esterházy. Mit Spiró. Mit Závada - und wir könnten noch weitere Vertreter unserer geistigen Topologie aufzählen. Mit ihnen kann man sich orientieren. Von ihnen stammen unsere Worte - zumindest für jene, die noch Worte haben. Das ist das besondere Geheimnis der ungarischen Literatur. Je armseliger das politische Leben, je primitiver und kürzer die Schlagworte, je mehr das Geschrei die Argumente verdrängt, desto mächtiger sind die Textkörper, die sich dagegen wehren. Je komplexer die Sätze, desto destillierter die Begriffe. Deshalb also die beiden 'ungarischen' Nobelpreise (von Kertész und Krasznahorkai). Als Gegengewicht zum Geschrei."

"Krasznahorkais persönlicher Erfolg ist auch ein Erfolg für die ungarische Kultur und Sprache", meint Gergely Péterfy, "oder zumindest eine Ermutigung dafür, dass die Geschichten seiner Charaktere, die in der dichten und dunklen Hoffnungslosigkeit des ungarischen Daseins stolpern und in Hoffnungslosigkeit versinken, für die Welt wichtig und interessant sind und es verdienen, beachtet, gelesen und reflektiert zu werden. Wie lange haben wir darauf gewartet - und hier kann ich vielleicht zu Recht den Plural verwenden - und wie lange schon überschattet die Angst, dass unsere Geschichten nur uns interessieren, die Stimmung in der ungarischen Literatur. Das ist nicht der Fall. Kertész war der erste Hoffnungsschimmer, Krasznahorkai die Bestätigung, dass das Universum, das wir durch die ungarische Sprache erblicken, die künstlerische Darstellung der Erfahrung des ungarischen Daseins, auch die Aufmerksamkeit der Welt verdienen kann. Zu unserem Glück und zu unserem Unglück. Denn was Krasznahorkai erzählt, ist alles andere als Erfolgspropaganda."

Magazinrundschau vom 07.10.2025 - HVG

Der rumänisch-ungarische Schriftsteller Andrei Dósa denkt im Interview mit HVG darüber nach, wie unterschiedlich die Vorstellung von Freiheit sein kann, je nach Generation, zu der man gehört: "Meine persönliche Erfahrung ist, dass die Generation meiner Eltern stark von der Mentalität der Zeit vor dem Systemwechsel geprägt war. Du sollst wissen, wo dein Platz ist. Erhebe deine Stimme nicht! Versuche nicht, Dinge zu verändern! - das war ihre Lebensweise: Kümmere dich um deine eigenen Angelegenheiten und falle nicht auf, denn das könnte dir Ärger einbringen. 2014 lehnte ich einen Literaturpreis ab, um gegen die Entscheidungen des rumänischen Kulturministeriums zu protestieren. Ich habe darüber einen öffentlichen Beitrag geschrieben, und mein Vater war erschrocken. Meine Eltern lebten in Angst, und das haben sie mir vermittelt. Mir fehlt die Lockerheit, vor die Öffentlichkeit zu treten und einfach zu sagen, was ich denke. Wir haben gelernt, uns vorsichtig zu äußern. Nur die nach uns Kommenden, die heutigen Zwanzigjährigen, sind wirklich frei." Und über die Perspektive beim Schreiben sagt er: "Vieles hängt davon ab, wie wir eine Geschichte erzählen, aus welchen Details wir sie aufbauen. Wenn sich genügend überzeugende Details zusammenfügen, fragt sich der Leser, was die Wahrheit ist, auch wenn nichts von dem, was wir erzählen, wirklich passiert ist. Entsteht das Gefühl, dass ich das auch so erlebt habe? Möchte ich auch so fühlen? Das kann man lernen. Als ich anfing, diese Prosa zu schreiben, wurde mir klar, wie wichtig es ist, den richtigen Ton zu finden. Wenn jemand in der ersten Person Singular schreibt, ist die Erzählung weniger glaubwürdig, da man nur das erzählt, was man selbst sieht. Das ist heute in der Literatur sehr verbreitet, aber auch sehr begrenzt. Es ist schwer, sich in die Lage anderer zu versetzen, es ist schwer, die Dinge von außen zu betrachten. Es ist schwer, den anderen wahrzunehmen."

Magazinrundschau vom 30.09.2025 - HVG

Innerhalb kürzester Zeit haben zwei voneinander unabhängige Suizidfälle - einer jungen Schauspielerin und eines Polizisten - größere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erlangt, denn beide Personen wurden in einigen Medien für politische Kampagnenzwecke zunächst kritisiert, dann persönlich attackiert. Unerträglich, findet die Publizistin Boróka Parászka. "Heute ist es eine legitime politische Frage, wen man noch weiter in den Sumpf herunterziehen und noch tiefer versenken kann. Es werden 'Kämpfer' rekrutiert, keine Menschenretter. Sie verkünden, dass es Schwäche sei, nicht weiter auf den am Boden Liegenden einzuschlagen. In dieser Psychose ist psychische Instabilität nichts, wofür der Staat eine Therapie anbieten oder was die aufgeheizten Bürger als Alarmsignal wahrnehmen würden. Der Verlust des seelischen Gleichgewichts ist ein Zustand, den wir unseren Gegnern wünschen. Den anderen aus dem Gleichgewicht bringen, erniedrigen, in Angst versetzen, ihm ständige Unruhe bereiten - das nennt man heutzutage politische Taktik, Wahlkampf. (…) Aber die beiden Tode haben deutlich gezeigt, wie sehr die gefährdeten, schutzlosen Menschen auf sich allein gestellt sind, wie sehr es erschwert wurde, den in Not geratenen, zurückgelassenen Menschen zu helfen. Und vor allem, dass die Selbstsucht und die Schädigungsbereitschaft im öffentlichen Leben keine Grenzen mehr kennen."