
Der Schriftsteller und Sprachwissenschaftler Dénes Krusovszky
unterhält sich mit dem schwedischen Übersetzer (der ungarischen Literatur, Krasznahorkai, Bartis, Tóth Kriszta u.a.) und
Schriftsteller Daniel Gustafsson über ungarische Literatur, Übersetzungen und die Aussage des Direktors des Budapester Literaturmuseums, wonach sogenannte "
Exportschriftsteller" - Schriftsteller, die auf Ungarisch schreiben, aber vor allem im Ausland erfolgreich sind - keinerlei staatliche Unterstützung verdienten, denn ihre Loyalität zu Ungarn sei fraglich. "Die Aussage über die 'Exportliteratur' scheint großer Blödsinn zu sein", meint Gustafsson. "Was wären denn
Exportthemen? Der Wert eines literarischen Werkes bemisst sich in erster Linie an dem universellen Charakter der Themen sowie an dem sprachlichen Niveau der Texte. Freilich gibt es auf dem literarischen Weltmarkt aktuelle Trends, zum Beispiel das "Exportgut"
skandinavischer Krimi. Was ist deren Geheimnis? Dass die Werke - zumindest am Anfang - etwas zeigen konnten, was dem Genre bis dahin fremd war, nämlich soziale Sensibilität. Diejenigen, die jetzt in Ungarn als 'Exportschriftsteller' bezeichnet werden, sind von Anfang bis Ende niveauvolle Autoren. Sie sind sehr unterschiedlich, wenn wir nur an Laszlo Krasznahorkai oder an Krisztina Tóth denken. Doch auch diese Qualitätsliteratur bedarf staatlicher Unterstützung, damit sie im Ausland erfolgreich sein kann, denn die
kleinen Sprachen sind enorm im Nachteil gegenüber der dominanten angelsächsischen Literatur. Wenn wir versuchen würden nach irgendwelchen ideologischen Inhalten 'zu exportieren', würde das in einem
riesigen Flopp enden." (Hintergrund: )