Magazinrundschau - Archiv

Outlook India

338 Presseschau-Absätze - Seite 33 von 34

Magazinrundschau vom 08.07.2002 - Outlook India

Das Magazin bringt ein "Science & Technology"-Special. Ein Thema, bei dem Inder wehmütig werden, verfügt der Subkontinent doch einerseits über eine beachtliche Manpower auf diesem Gebiet, muss aber andererseits mitansehen, wie die besten, von Mutter Indien genährten "brains" in den Westen und bevorzugt in die USA abwandern. "If the European migration to the US, including that of its scientists, dominated immigration history in the first half of the 20th century", erklärt Chidanand Rajghatta in einem Leader, "Asians took over in the second half". Worauf eine Liste berühmter Indian-Americans folgt (darunter die beiden Nobelpreisträger Subrahmanyan "Chandra" Chandrasekhar und Hargobind Khorana) und dann die Hoffnung "that knowledge has no human boundaries, and someday there will be a payback". Angeschlossen ist eine Reihe von Einzelporträts, vom indischstämmigen Zellbiologen in Texas (hier) bis hin zum "Professor of Computer Sciences" in Berkeley (hier).

Mit Misstrauen verfolgt Prem Shankar Jha die schleichende Wachablösung an der Spitze der indischen Regierungspartei BJP, die dem Popularitätsverlust von Premier Vajpayee geschuldet ist. Es sei zweifelhaft, schreibt er in seinem Beitrag, ob das Auswechseln des Finanz- und des Außenministers sowie die Ernennung des Hindu-Populisten L.K. Advani zum Stellvertreter Vajpayees der Regierung zum Vorteil gereiche. "Advani's formal appointment as deputy PM gives him a veto power over decision-making on important policy issues. While this had existed for some time, its formalisation has reduced the prime minister of India to the status of a lovable figurehead."

Zum Schluss noch ein Artikel für Verschwörungsfreunde. Landete Apollo 11 tatsächlich auf dem Mond, oder waren all die Bilder und Filme getrickst, aufgenommen in der Wüste von Nevada, um die Russen auszustechen? Zwölf Hinweise darauf trägt das Magazin zusammen, so den auf die berühmten Fußabdrücke von Armstrong, die es derart gut umrissen auf dem Mond mit seiner vollkommen Trockenheit eigentlich nicht geben dürfte. Und die unbekannte dritte Person, die sich im Visier eines der Astronauten spiegelt? Der junge George Lucas?

Magazinrundschau vom 01.07.2002 - Outlook India

Der Titel untersucht die "Krise des Hinduismus". Soutik Biswas stellt klar, dass der Hinduismus "eher eine Lebenseinstellung ist als eine Art des Denkens", die sich politisch instrumentalisieren lässt, und verurteilt den neuen " jehadi Hinduism" des "Hindutva-Mobs". Seit dem Erstarken der Rechten, schreibt er, müssten die Gläubigen daran erinnert werden, dass ihre Religion eine Weltsicht sei: "a set of beliefs about the divine order, the metaphysics of dharma that explains the human condition and gives the community an ethic, and a variety of quotidian practices dealing with purity, pollution, death and marriage. That Hinduism is necessarily amorphous and complex and it has never had a 'church' or, as sociologist M.N. Srinivas says, 'a clearly defined body of dogma'." An den liberalen Kräften, Hindu-Führern und Organisationen, sei es nun, "to come out of the shadows and appropriate the ideological space that is possibly rightfully theirs".

Zwei andere Artikel befassen sich mit dem Pressewesen im Land: Bhavdeep Kang erörtert die politischen und ökonomischen Implikationen eines von der Regierung Vajpayee ohne langes Federlesen durchgesetzten Beschlusses, der ausländischen Investoren den Zugang zu indischen Printmedien erleichtert, und vermutet dahinter die Absicht, den großen Zeitungskonsortien, zu denen auch die regierungskritische Times of India gehört, Konkurrenz und auf lange Sicht einen Maulkorb zu verpassen. Und Balbir K. Punj kritisiert noch einmal die Usancen politischer Berichterstattung, die immer mehr dem Sensationsjournalismus gleicht, wo Lügen feilgeboten und Existenzen zerstört werden. Als Beispiele nennt Punj das indische Online-Magazin tehelka.com, das Korruption dramatisiert oder fingiert habe, und Arundhati Roys blutrünstige Schilderungen der Gujarat-Ereignisse (im Outlook vom 6. Mai), die sich z. T. als falsch erwiesen haben.

In einer Buchbesprechung schließlich freut sich Urvashi Butalia über Amitav Ghoshs Prosasammlung "The Imam And The Indian" - "an eclectic mix of academic essays, general prose pieces, reflective and personal musings" -, die jeder Leser mit Interesse für das Wesen des Schreibens, der dichterischen Fantasie (und ihrer Grenzen) oder für die Verantwortung des Schriftstellers (für sein Thema etwa) "von vorn bis hinten" lesen sollte.

Magazinrundschau vom 24.06.2002 - Outlook India

Anita Pratap wird nicht müde, auf die Gefährdung der demokratische Grundordnung in ihrem Land aufmerksam zu machen. Wenn die beiden Prinzipien Demokratie und Multikulturalismus, die Indien vereint haben, beschädigt werden, warnt sie, wird Indien zerbrechen. "Gujarat ist ein klassisches Beispiel." Die Wahl des Moslems Abdul Kalam zum Staatspräsidenten hält sie für wenig hilfreich im Clinch zwischen den Ethnien: "Only BJP supporters can believe this 'masterstroke' will atone for their sins, appease the anguished Muslims and is guided by lofty ideals and not cynical, cold-blooded opportunism. This kind of tokenism will not impress the people it is meant to impress ... Only fearless intervention by influential, liberal Hindus can save India from the ruinous clutches of Hindutva."

Dabei ist Kalam ein ganz Sympathischer. Sheela Reddy stellt seine 1999 entstandene Autobiografie "Wings of Fire" vor, die weniger das äußere Leben von Indiens künftigem Premier als seine "spirituellen Erfahrungen" verhandelt, "oft banal, manchmal weise, aber stets aufrichtig". Schön auch, wenn das Buch Kalams Karriere als Raketen-Techniker als "seinen Weg zur spitrituellen Erleuchtung" nachzeichnet. Herausgekommen ist "a simple man, almost naive, but astute in his judgement of people and with tested leadership skills, at home with prime ministers and schoolchildren alike, but with no desire to please anyone but his God".

Besprochen wird auch ein Band, der 34 Interviews mit Salman Rushdie versammelt. "A Sourcebook of his Ideas" lautet der Untertitel des Buchs, und so stößt Malashri Lal auf jede Menge "gems", Juwelen, und kann sagen: "Rushdie is more than the sum of his novels and his imaginary homelands. This collection makes us privy to the man behind the words, his strengths and vulnerabilities uncovered as a chronicle of his life never told in this fashion."

Sanjay Suri schließlich überblickt die Kritiken zum Auftakt des Webber-Musicals "Bombay Dreams" in London und konstatiert etwas bitter: "The usual Indian indulgence of things Bollywoodish was seen little and shared less by the cool critics of British dailies."

Magazinrundschau vom 17.06.2002 - Outlook India

Das Titeldossier stellt Indiens zukünftigen Staatspräsidenten Avul Pakir Jainulabdeen Abdul Kalam vor. 71 ist er, emeritierter Technologie-Professor (Leiter des indischen Atomwaffen-Programms auch), Muslim, und ein echter Selfmademan, der sich eigentlich auf seinen Lebensabend als reisender Emeritus gefreut hatte. Seltsam ist das: Das Amt des Staatsoberhaupts scheint die Leute immer wie Donnerschlag zu treffen.

Sanjay Suri hat sich Andrew Lloyd Webbers Musical "Bombay Dreams" angesehen, das am 19. Juni in London Premiere hat: Alles sehr bunt, sehr spektakulär (donnernder Monsoon inklusive), mit zwei Worten: "straight Bollywood". Oder eben doppelt Bollywood, denn die Story handelt vom Aufstieg eines Underdogs aus den Bombay-Slums in die Glitzerwelt der indischen Filmindustrie. Bleibt die Frage, ob es dafür ein Publikum gibt jenseits der indischen Weltgemeinde. Um ein Renner wie die anderen Webber-Produktionen zu werden, meint Suri, müssten schon alle Anteil nehmen. "But to an Indian who can think of flights in hours and not rupees, London cannot have another attraction this summer to match this one." Webber selbst ist übrigens zuversichtlich. Im Interview erklärt er, er glaube an einen Hit, "like Cats".

Bei den Buchvorstellungen schließlich stoßen wir auf "A Princely Impostor", eine Arbeit des renommierten indischen Historikers (er arbeitet am Centre for Studies in Social Sciences in Kalkutta) Partha Chatterjee, die spannende Lektüre verspricht. Ausgehend von einem authentischen Fall aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts rekonstruiert Chatterjee den mysteriösen Tod, das vermeintliche Wiederauftauchen und den jahrelangen Prozess um die Existenz eines hohen indischen Würdenträgers (des Kumars von Bhawal) und untersucht die nationalistische Bewegung in jener Zeit sowie ihre Einflüsse auf Recht und Gesetz in Britisch-Indien. Der Fall entpuppt sich letztlich als "a very complicated negotiation between competing notions of truth" - jene der Zeitgeschichte und jene des Gesetzes. Beide, heißt es in der Besprechung, verfügten über Wege der Beweisführung, die womöglich nicht objektiv, aber ebenso wenig willkürlich seien.

Magazinrundschau vom 10.06.2002 - Outlook India

Das Titeldossier befasst sich mit den internationalen diplomatischen Bemühungen und der langsam fruchtenden Peacemaker-Rolle der USA im Kaschmir-Konflikt. "Krieg hätte nichts dergleichen erreicht," schreibt Anita Pratap in einem Essay, "das sollte die Falken zum Nachdenken bewegen". An den bereits entstandenen Schäden änderte das freilich wenig: "Bracketed with Pakistan, India too is now seen as a dangerous, unstable part of the world where medieval mindsets coexist with nuclear weapons. A volatile Molotov cocktail of a region where politicians, bureaucrats, military experts and even ordinary civilians talk loosely of N-war and mutual destruction. It's not just an unquantifiable thing like our image that has been damaged. A very quantifiable thing, such as our economy, will reel under the impact of two things-the consequences arising out of the evacuation of foreigners and the six-month-long high alert military mobilisation on the border."

Dass Krieg ganz schlecht ist fürs Geschäft bestätigt übrigens ein anderer Artikel. Nicht nur die indo-amerikanische Business-Gemeinde ist betroffen: Reiseagenturen verzeichnen Buchungsrückgänge bis zu 70%.

Im Kulturteil wird eine Monumental-Studie über Indiens widersprüchliche Atompolitik vorgestellt. Das Buch eines "Falken", für den, wie der Friedensforscher P. R. Chari mit Bedenken konstatiert, eine nukleare Bedrohung Indiens nicht allein von Pakistan ausgeht. Auch dem "Eigensinn" der USA und der "Streitlust" Chinas, so die starken Worte des Autors, sei zu begegnen, by "securing the decisive military capability featuring thermonuclear weapons and intercontinental ballistic missiles on a war footing".

Besprochen wird auch "The Tin Drummer's Odyssey", ein Materialband mit Kritiken Interviews und Essays zu und von Günter Grass (der in Indien wirklich sehr geschätzt wird) und zugleich ein Panegyrikon, dem vor lauter Harmoniebedürfnis leider "die Widersprüche zwischen den politischen Ansichten und den literarischen Texten" des Nobelpreisträgers entgehen.

Magazinrundschau vom 03.06.2002 - Outlook India

Orientalism pays! Soviel ist sicher. Die Frage, für wen, beantwortet Sanjay Suri, der sich mit dem plötzlichen Interesse der Briten an der indischen Filmindustrie und der Vermarktung von Bollywood-Stars auf der Insel befasst: "It's beginning to seem like something of a British national plan to go for the money Bollywood can produce for them. The British Film Commission (BFC) has staff dedicated to selling Britain for Bollywood filming. Last year, 23 foreign films were made in Britain, and of these 12 were Indian ... So, this is the Indian summer where Britain is discovering Bollywood. Or, is it? It's actually the season of discovering a new business. It's not about those films at all, it's about those watching them."

Ein anderer Artikel des Magazins kritisiert den gedankenlosen Umgang mit alter tamilischer Tempelarchitektur im Süden Indiens. Ausbesserungen und "Verschönerungen" mit Zement, Sandstrahlung sowie riesige Granitplatten, auf denen sich die Geldgeber solcher Arbeiten verewigen lassen, zerstören zunehmend die historische Substanz, heißt es. Was als rituelle Tempel-Weihe gilt und wie ein Dienst an den Gläubigen aussieht, ist in vielen Fällen eher eine systematische Zerstörung nach dem Motto "Was die Zeit kann, können wir schon lange".

Außerdem stellt Sheela Reddy ein Romandebüt vor, das die authentische Geschichte der emanzipierten Haremsdame Nur Jehan erzählt, Gerson Da Cunha resümiert das Filmfest von Cannes, und das Titeldossier (hier der Leader) befasst sich mit der Bedrohung durch Pakistans taktische Atomwaffen, liebevoll "baby nukes" genannt. In einem kurzen Interview erklärt Verteidigungsminister Yogendra Narain, wie Indien auf einen Krieg vorbereitet ist. In Bezug auf Atomwaffen fällt der Satz "Surgical strikes are the realistic option."

Magazinrundschau vom 27.05.2002 - Outlook India

Wird es Krieg geben? Im Titeldossier des Magazins entlarvt Nitin A. Gokhale die Drohungen von Seiten Indiens als "rhetorisch", weil "Krieg im konventionellen Sinne niemals die erste Option war". Es sei unwahrscheinlich, dass eine "ausgewachsene Offensive" den "Cross-Border-Terrorismus" in Kaschmir beenden würde. "Moreover, political and diplomatic assessments suggest that India's image of a restrained, mature country will be tarnished if it initiated hostilities across the Line of Control (LoC) and the International Border (IB). In that, it would lose much of its diplomatic advantage. Finally, the army was told that the primary objective as of now was to hold peaceful and fair elections in Jammu and Kashmir."

Bleibt die Möglichkeit eines "begrenzten Krieges" - wenn es so etwas gibt. Anita Pratap hat so ihre Zweifel: "If it's war, it cannot be limited. If it is limited, it's not war. And limited for whom? They tell us India will limit her punitive strike against Pakistan by attacking jehadi camps in PoK. But will Pakistan's response to this attack be limited?" Und die Effektivität? Gleichfalls fragwürdig, meint Pratap in ihrem Beitrag: "Undoubtedly, Pakistan harboured, trained, armed and funded these jehadis. But are we absolutely certain that Musharraf still exercises complete control over these bigoted madmen? ... If jehadis have now acquired a momentum of their own, would punishing Pakistan solve our terrorist problem?"

Im Kulturteil gibt es ein flammendes Lob auf Sanjay Leela Bhansalis in Cannes präsentierten Film "Devdas" (nach einem Roman von Sarat Chandra Chattopadhyay), der durch eine gefühlige Liebesgeschichte und "hypnotische Üppigkeit" besticht. Und Lektüreempfehlungen zu Amit Chaudhuris Debütband "Real Time" - Erzählungen, in denen es u.a. um die Bedingungen von Kunst und Kunstschaffenden geht, und zu einem hagiographischen Buch über den indischen Cricketstar Sachin Tendulkar, das der "gebeutelten indischen Moral" aufhelfen soll.

Magazinrundschau vom 21.05.2002 - Outlook India

In Outlook wird die Schriftstellerin Arundhati Roy scharf attackiert. Die Schilderungen Roys von den Ereignissen in Gujarat und ihre Vorwürfe gegen hinduistische Vereinigungen wie den Vishwa Hindu Parishad (Outlook vom 6. Mai) seien übertrieben, wo nicht gelogen, behauptet Balbir K. Punj in einem Beitrag: Handelte es sich bei Gujarat wirklich um ein "Pogrom", wie Roy schreibt? Der Verlust von 900 unschuldigen Leben von Moslems und Hindus, so Punj, sei definitiv kein Genozid an irgendeiner Gemeinschaft, sondern vielmehr ein weiteres schändliches Ereignis in der langen, unglücklichen Kette kommunaler Ausschreitungen in Indien. Dämonisierungen wie diejenige Roys seien überhaupt erst schuld an einem makabren Vorgehen wie in Godhra (dem Gujarat folgte). "Die bei den Ausschreitungen tatsächlich Beteiligten müssen für ihre abscheulichen Verbrechen bestraft werden, aber was ist mit denen, die sich an der Wahrheit und an Indien vergangen haben, indem sie seinen Ruf in der Welt ruinierten?" In einem Brief, den das Magazin ebenfalls abdruckt, entschuldigt sich Roy übrigens in aller Form für die unbeabsichtigten Falschinformationen in ihrem Artikel.

Außerdem: Die Cover Story beschreibt das "Geduldsspiel", das Indien mit Pakistan spielt: Das Militär wolle zwar Krieg, der Druck durch die Vereinigten Staaten und Pakistans nukleare Abschreckung seien aber (gottlob!) zu groß. Es gibt einen Nachruf auf den großen Urdu-Dichter und Aktivisten Kaifi Azmi, und besprochen werden Bharati Mukherjees Roman "Desirable Daughters" - eine "bezaubernde, witzige und einfühlsame" Familiensaga um indische Immigranten in den USA - sowie eine ungewöhnlich kritisch geführte Analyse des indisch-pakistanischen Kriegs um den 21000 Fuß hoch gelegenen Stützpunkt Sachen in Kashmir.

Magazinrundschau vom 13.05.2002 - Outlook India

Indien hat Gujarat, Europa hat Haider, Le Pen und bis vor kurzem Pim Fortuyn. Aber es hat dem Subkontinent auch etwas Entscheidendes voraus, meint Anita Pratap in einem Beitrag für das Magazin: "Why is Europe so determined to crush radical right-wingers who are campaigning on an agenda of jingoism, racism, hate doctrine and intolerance? (Sounds familiar?) Simply because this agenda has already been tried and tested by Hitler and Mussolini with disastrous consequences, plunging Europe to war and ruin. Mainstream Europeans don't want to flirt with that danger ever again. They realise that grave social and economic problems can be tackled only through sound, effective policies. Right-wing demagogues and divisive politics strike emotional chords and may even yield short-term gains, but they inevitably push a nation to disaster. There is much for us to ponder over French President Jacques Chirac's warning: 'The history of democracy shows that every time the extreme right succeed in taking power legally, things ended very, very, very badly.'"

Außerdem: Der Aufmacher ist der Fußballweltmeisterschaft gewidmet. In einem Interview verrät die für Film und Fernsehen zuständige Ministerin Sushma Swaraj, wie das indische Kino den Weltmarkt erobern will (in Cannes z.B. mit einer Hommage an den Filmemacher Raj Kapoor). Ein Artikel sieht in dem Bombenanschlag von Karachi einen Protestakt gegen Musharrafs Entscheid, den Krieg gegen den Terror mitzukämpfen. Wir lesen ein Porträt des Selfmademannes und Hotelmagnaten Mohan Singh Oberoi und erfahren, wie gekonnt Rohinton Mistry in seinem Roman "Family Matters" das langsame Sterben eines Familienoberhaupts in Bombay erzählt.

Magazinrundschau vom 06.05.2002 - Outlook India

(Coverdatum 13.5.02) Mit außergewöhnlicher Schärfe kritisiert der Schriftsteller Amitav Ghosh in einem Essay die Haltung der indischen Regierung angesichts der jüngsten Pogrome gegen die muslimische Minderheit: "The recent carnage in Gujarat is not just a fresh chapter in the subcontinent's annals of horror: it may well prove to be the prologue to horrors yet-undreamt-of. In the aftermath of the slaughter, it has become clear that the machinery of state and possibly even the financial apparatus of the commercial world were bent to the task of instigating and supporting mob violence. In other words, two of the most important forces of order in society were turned to exactly the opposite purpose: undermining peace and promoting violence ... one of the least remarked but most important foundations of government lies in the ethical authority that is vested in it ... it was in this sense that Hegel called the modern state a 'conscious ethical institution'. This unacknowledged duty is in fact one of the invisible pillars of legitimate government: it was precisely on ethical grounds that Mahatma Gandhi challenged, and eventually toppled, the British Raj. In publicly endorsing the actions of a mob, the present government has undermined the Indian state's ethical claims to legitimacy."

Der Journalist M. J. Akbar hat ein "eher seltsames" Buch über den Heiligen Krieg und den Konflikt zwischen Islam und Christentum geschrieben, wie P. B. Mehta in einer Rezension dieser Ausgabe erklärt: "Although it engagingly recounts the potent and recurring power associated with jehad at various times in Muslim history, it does not expand the theme. The preface promises to 'explain the origins and nature of the battle and the battlefield' in the aftermath of 9/11. The book does neither, unless one's convinced that just recounting the hold jehad has over the Muslim imagination explains ten centuries of geopolitics."

Vorgestellt wird auch eine zweibändige Anthologie mit "kenntnisreich und elegant" ins Englische übersetzten Telugu-Dichtungen (die Rezensentin empfiehlt sie insbesondre den "Rushdies und Naipauls unserer Zeit"), und in der Rubrik Kino geht S. Anand den rätselhaften Suizidfällen unter den Starlets der tamilischen Filmindustrie Kollywood nach.