
Der Titel untersucht die
"Krise des Hinduismus". Soutik Biswas
stellt klar, dass der Hinduismus "eher eine
Lebenseinstellung ist als eine Art des Denkens", die sich politisch instrumentalisieren lässt, und verurteilt den neuen " jehadi Hinduism" des "Hindutva-Mobs". Seit dem Erstarken der Rechten, schreibt er, müssten die Gläubigen daran erinnert werden, dass ihre Religion eine
Weltsicht sei: "a set of beliefs about the divine order, the metaphysics of dharma that explains the human condition and gives the community an ethic, and a variety of quotidian practices dealing with purity, pollution, death and marriage. That Hinduism is necessarily
amorphous and complex and it has never had a 'church' or, as sociologist M.N. Srinivas says, 'a clearly defined body of dogma'." An den liberalen Kräften, Hindu-Führern und Organisationen, sei es nun, "to come
out of the shadows and appropriate the ideological space that is possibly rightfully theirs".
Zwei andere Artikel befassen sich mit dem
Pressewesen im Land: Bhavdeep Kang
erörtert die politischen und ökonomischen Implikationen eines von der Regierung Vajpayee ohne langes Federlesen durchgesetzten Beschlusses, der
ausländischen Investoren den Zugang zu indischen Printmedien erleichtert, und vermutet dahinter die Absicht, den großen Zeitungskonsortien, zu denen auch die regierungskritische
Times of India gehört, Konkurrenz und auf lange Sicht einen
Maulkorb zu verpassen. Und Balbir K. Punj
kritisiert noch einmal die Usancen
politischer Berichterstattung, die immer mehr dem Sensationsjournalismus gleicht, wo Lügen feilgeboten und Existenzen zerstört werden. Als Beispiele nennt Punj das indische Online-Magazin
tehelka.com, das
Korruption dramatisiert oder fingiert habe, und
Arundhati Roys blutrünstige Schilderungen der
Gujarat-Ereignisse (im
Outlook vom 6. Mai), die sich z. T. als falsch erwiesen haben.
In einer
Buchbesprechung schließlich freut sich Urvashi Butalia über
Amitav Ghoshs Prosasammlung "The Imam And The Indian" - "an eclectic mix of academic essays,
general prose pieces, reflective and personal musings" -, die jeder Leser mit Interesse für das Wesen des Schreibens, der dichterischen Fantasie (und ihrer Grenzen) oder für die
Verantwortung des Schriftstellers (für sein Thema etwa) "von vorn bis hinten" lesen sollte.