
In seinen Block-notes
erklärt Bernard-Henri Levy, weshalb er auf einen Sieg von
Barack Obama setzt. Er sieht dafür drei Gründe: Erstens habe sich Amerika gewandelt, drittens sei er schlicht gut und zweitens "kein gewöhnlicher
Schwarzer": "Nicht einmal ein 'Mischling'. Im Gegensatz zu einem Jesse Jackson oder Al Sharpton, im Gegensatz zu einer Condi Rice, die, wie erstere, Nachfahrin von Sklaven ist und daher als solche Trägerin der Erinnerung an die Rassentrennung, ist er der Sohn eines
Kenianers. Ein
gewaltiger Unterschied. Weil der Spiegel, den er Amerika vorhält, nicht mehr der jener finsteren Zeiten ist. Das Bild, das er widerspiegelt, ist nicht mehr das einer alten und im Grunde unerträglichen Schuld. Barack Obama kann sie beseitigen, weil er der erste Afro-Amerikaner ist, der dank seiner Geburt zu einem Schritt über die beiden Stände hinaus fähig ist, die man hier 'Bürgerkrieg' nennt - und der erste, der deshalb nicht die Karte der Verurteilung, gar der Verdammung spielen kann, sondern der
Verführung und, wie er unablässig wiederholt, der
Versöhnung."
Anlässlich des Erscheinens seines Essays "La tentation de l'impossible" (Gallimard) über Victor Hugo und dessen Roman "Les Miserables"
spricht Mario Vargas Llosa in einem Interview über sein Interesse an Hugo und die
Rolle der Literatur und des Schriftstellers in gefestigten Demokratien. "In offenen Gesellschaften, Demokratien, ist der Schriftsteller jemand geworden, der ein
alternatives Leben anbietet. Die Literatur lässt einen träumen, den Alltag verlassen, stellt aber auch
Fragen. Sie verunsichert Sie in ihren Gewissheiten. Ich glaube, dass es weniger Freiheit in der Welt gibt, die von den Medien erzeugt wird, als Freiheiten, welche die Literatur erschafft."