
Vor Begeisterung ganz aus dem Häuschen ist Tim Flannery über
"The Ancestor's Tale", in dem der Zoologe und
Charles Simonyi Professor of the Public Understanding of Science in Oxford,
Richard Dawkins, die Evolution
rückwärts erzählt und zwar im Stil von Chaucers "Canterbury Tales"! "Einer der interessantesten Aspekte",
findet Flannery, "ist Dawkins Sicht auf die Bedeutung der
Mode in der Evolution. Für Dawkins ist sie nichts Flüchtiges, sondern entscheidend für die Ausbildung neuer Spezies. Dies erklärt er mit seinen Überlegungen zum
aufrechten Gang. Dawkins glaubt, dass unsere Vorfahren nur bei bestimmten Gelegenheiten aufrecht gingen (wie Gorillas und Schimpansen auch heute noch ), doch dann, in der Linie, die zu uns führte, 'kam die Mode des aufrechten Gangs auf, und zwar so
plötzlich und launisch, wie Mode dies nun mal tut. Es war ein
Gimmick... Ein bewunderter oder dominanter Affe erlangte
sexuelle Attraktivität und sozialen Status durch seine ungewöhnliche Virtuosität, auf zwei Beinen zu stehen. Andere imitierten diese Angewohnheit und es wurde
cool, das Ding...'"
Weiteres: Richard Davenport-Hines
feiert zwei Familiengeschichten, die ziemlich eindrücklich den
"viktorianischem Sadismus" schildern:
Christopher Simon Sykes "The Big House" und
Alexander Waughs "Fathers and Sons": "Sir Tatton Sykes senior, ein robuster Mann vom Lande, der jeden Morgen
Hammelfett auf Stachelbeertorte, dunkles Bier und Sahne frühstückte,
peitschte seinen ältesten Sohn dafür aus, dass er so
weibisch war, eine Zahnbürste zu besitzen und seine Hemden öfter als zweimal in der Woche zu wechseln. Sir Tatton Sykes junior wurde ein
erbärmlicher, hoffnungsloser Hypochonder, dessen Leben von einer Reihe unangenehmer Obsession beherrscht wurde, darunter eine exklusive
Milch-Pudding-Diät. Seine erschreckend unglückliche Ehe kulminierte in einem wilden Gerichtsprozess und einem unglaublichen Akt rachsüchtiger Gewalt von Sir Tatton gegen seinen einzigen Sohn Mark. Sir Tattons Zeitgenosse Arthur Waugh, ein Arzt aus Somerset, war ein
Sadist, der, als er einmal eine Wespe auf der Stirn seiner Frau sah, mit der
Elfenbeinspitze seiner Peitsche zuschlug, um sicherzugehen, dass sie auch ja gestochen werde. Die Muster seiner Grausamkeit überlebten in seinen Ahnen:
Evelyn Waughs Gefühlskälte erscheint kaum normal, und
Auberon Waughs eingefleischte Verachtung trug auch nicht gerade zum menschlichen Glück bei."
Weiteres: Ronald Wright
lüftet einige Geheimnisse der Osterinseln, rätselt aber weiter darüber, warum die Bewohner ihre Bäume gefällt haben. David Hawkes
stellt Gregory M. Colon Semenza Buch "Sport, Politics and Literature in the English Renaissance" vor.