Magazinrundschau - Archiv

The Times Literary Supplement

327 Presseschau-Absätze - Seite 22 von 33

Magazinrundschau vom 25.10.2004 - Times Literary Supplement

Mit zusammengebissenen Zähnen gesteht der frühere Berater des US-Außenministeriums Edward N. Luttwak Seymour Hersh zu, gute Arbeit zu leisten, legt in seiner Besprechung zu Hershs "Chain of Command" ("Die Befehlskette") aber Wert auf die Feststellung, dass sich vor dem Reporter die Armee um die Vorgänge in Abu Ghraib kümmerte (um My Lai natürlich auch!). Und: "In seinem Eifer, die schmutzigen Geheimnisse unter dem Teppich der Regierung zu finden, sieht Hersh nicht, was darüber passiert. Zurecht kritisiert er Rumsfeld, Cheney und ihre Unterlinge dafür, Präsident Bush zur Invasion des Irak überredet, unmögliche Ziele verfolgt und jeglichen professionellen Rat ignoriert zu haben. Aber er berichtet nicht, dass sie nichts mehr zu sagen haben in wichtigen Irak-Angelegenheiten, die werden jetzt alle vom State Department und Botschafter Robert Blackwell entschieden."

Jane Caplan diskutiert ausführlich das neue Werk "The Dictators" des Historikers Richard Overy, eine vergleichende Studie zu "Hitlers Deutschland und Stalins Russland". Profund und lebendig ist das Buch geschrieben, versichert Caplan, aber wie jede vergleichende Studie lasse auch "The Dictators" unter den Tisch fallen, was nicht in ihr Konzept passe. "So verwendet Overy, wahrscheinlich aufgrund seiner Entscheidung, Stalins Nationalitätenpolitik mit dem rassistischen Genozid der Nazis zu vergleichen, keinerlei Aufmerksamkeit auf die landwirtschaftliche Kollektivierung."

Nicht zufrieden ist Ferdinand Mount mit einem voluminösen Band über den abtrünnigen Labour-Politiker Roy Jenkins. Besprochen werden außerdem Nigel Osbornes Stück "The Piano Tuner" am Linbury Theatre und zwei Bücher, die den Konsum in seiner politischen Bedeutung ausleuchten.

Magazinrundschau vom 18.10.2004 - Times Literary Supplement

Ritchie Robertson ist zwar nicht ganz davon überzeugt, dass Elfriede Jelinek (homepage) eine große Schriftstellerin ist, aber, schreibt er, "sie ist oft eine lohnende und heilsame", und am besten sei sie als Satirikerin, als Übertreibungskünstlerin zu lesen. "Die Ehre des Nobelpreises sollte nicht nur als Anerkennung ihrer Arbeit und ihrer ungeheuer oppositionellen Haltung verstanden werden, sondern als nachträgliche Geste gegenüber einem distinguierten österreichischen Salon der Abgewiesenen, dem auch Rilke, Hofmannsthal, Musil, Broch, Karl Kraus, Joseph Roth und Ingeborg Bachmann angehörten."

Unter "intellektuellem Schock" steht Jonathan Rose nach der Lektüre von Alastair J. Reids "United We Stand", eine Neuschreibung der Geschichte der britischen Gewerkschaften: "Reid einen Revisionisten zu nennen, wäre unpassend, er ist ein unerbittlicher und oft brillanter Neudenker." Reid plädiert dem Rezensenten zufolge dafür, dass sich die Gewerkschaften wieder mehr ihrem "traditionellen" Kampf für Freiheit und Demokratie verschreiben als Gleichheit und Planung.

Weitere Artikel: John Ryle schließlich feiert die aufregende, exzellent gestaltete Ausstellung "Sudan - Past and Present". Der in Reading Philosophie lehrende Galen Strawson (mehr hier) wendet sich im auszugsweise zu lesenden Aufmacher gegen die verbreitete These, dass wir - als menschliche Wesen - in Narrativen leben und dies gut so ist. Seamus Perry schreibt über die letzten Arbeiten von William Blake.

Magazinrundschau vom 11.10.2004 - Times Literary Supplement

"The Plot Against America" zählt für Michael Gorra nicht zu Philip Roths fünf besten Büchern. Niemand anderes hätte es allerdings überhaupt gewagt, einen Roman über ein faschistisches Amerika zu schreiben, gibt Gorra zu bedenken. Das Buch sei "lebendig, Seite für Seite. Aber es lässt einen nicht mit offenem Mund zurück wie Roths jüngste Romane, und dies könnte paradoxerweise am Thema liegen. Roth arbeitet oft damit, dass wir unsere Köpfe ungläubig schütteln, aber dieses Buch verlangt das Gegenteil. Es muss alles so glaubwürdig sein, sowohl der politische Schwenk des Landes als auch unser Verständnis der vom Erzähler geschilderten Welt vor Lindbergh als amerikanische Norm."

Nach Achilles kommt nun Alexander der Große in Kino. Victor Davis Hanson liest vier Neuerscheinungen über den Soldatenkönig, und merkt, wie Alexander nicht mehr als Held, sondern als "cleverer, aber gestörter Betrüger" dargestellt wird. Elizabeth Archibald nimmt aus Helen Coopers Untersuchung der romantischen Motive in der englischen Literatur des Mittelalters "erhellende Einsichten" mit. Zwei einander widerstrebende Absichten entdeckt Kathryn Hughes in Elisabeth Kehoes Geschichte der drei amerikanischen Jerome Schwestern, die auf der Suche nach Geld und Adel das London der 1870er Jahre unsicher machten. Leider viel zu selten konzentriert sich die Autorin auf die interessante Geschichte des untergehenden englischen Adels, seufzt Hughes, zu oft erzähle sie nur die etwas platte Story von drei guten, jungen, schönen Mädchen, die nur ein wenig Liebe suchen.

Magazinrundschau vom 04.10.2004 - Times Literary Supplement

Der Schriftsteller Navid Kermani beschreibt in einem online leider gekürzten Artikel das Erfolgsgeheimnis Osama bin Ladens: die Sprache. "Als ich Osama bin Ladens erste Video-Botschaft nach dem Beginn der Luftoffensive gegen Afghanistan gesehen habe, war ich von dem exquisiten Arabisch beeindruckt, das er sprach. Nicht ein einziges Mal verfiel er in Dialekt, wie das üblich ist in der modernen Generation arabischer Führer, und er verwechselte auch nicht die komplizierten Beugungsendungen, ein Fehler, den sogar Intellektuelle machen. Er wählte ein antiquiertes Vokabular, das gebildete Araber aus der religiösen Literatur und der klassischen Poesie kennen, und er vermied Neologismen. Es war tatsächlich das steife, puritanische, konformistische, künstliche Arabisch, dass ich oben beschrieben habe, aber es war makellos. Und so, als ich bin Ladens Video sah, merkte ich, wie ich zum ersten Mal in seinen Bann gezogen wurde."

Thomas Dixon fragt sich nach der Lektüre zweier Aufsatzsammlungen und einer Monografie, zu was unsere Gefühle gut sind. Beherrschen Sie uns oder benutzen wir sie? Keith Miller liest zwei Bücher über Massenmedien, Fernsehen und die Gesellschaft und findet keines überzeugend. Richard Hoggarts maßlose Kritik missfällt ihm besonders: "Die Massenmedien in der Massengesellschaft bieten Hoggart eine lange Liste an Dingen, die seiner Meinung nach falsch laufen in England. Kultureller Relativismus, Starverehrung, (...) und zu wenig Flughafenlounges." Recht freundlich dagegen bespricht John Keegan Elizabeth Büttners Untersuchung eines Themas, das die Briten wohl übersehen haben, "weil es direkt vor ihrer Nase lag": die verwickelte Situation der Kinder britischer Beamter in Indien, die zur Erziehung nach England geschickt wurden.

Magazinrundschau vom 27.09.2004 - Times Literary Supplement

Die Postkarte ist der perfekte Botschaftenträger, stellt Tom Phillips fest, zu gut, als dasss die Politik sie links liegen lassen könnte. Aus Tim Jon Semmerlings Studie "Israeli and Palestinian Postcards" lernt Phillips, wie das im Nahen Osten funktioniert. "Man könnte erwarten, dass die grimmigen Auseinandersetzungen dieses Konflikts manchmal auf den Postkartenbildern auftauchen, aber Semmerling zeigt überzeugend, dass wenn Israel zu dem Besucher sagt 'Nehmen Sie irgendeine Karte', es sicher geht, dass sogar die unschuldigste Präsentation eines Volkstanzes oder Basars eine Ideologie transportiert. Statistisch gesehen sind die Karten für die Palästinenser schlechter gemischt, da der Hauptpostkartenvertrieb von einem einzelnen israelischen Verlag kontrolliert wird, dessen ironischer Name (Palestine Photo Rotation Company, oder Palphot) von der Gründung durch zwei jüdische Immigranten nach Palästina herrührt."

Nach der Lektüre der gesammelten Erzählungen von Isaac Bashevis Singer bricht Michael Andre Bernstein eine lesenswerte Lanze für den umstrittenen Autor. "Die Hauptanschuldigung war immer, dass Singer das Shtetl-Leben verleumdet, indem er seine privaten Obsessionen, vor allem seine Faszination am Sex und dem Dämonischen, der Beschäftigung mit den wahren Problemen der polnischen Juden vorzieht. Dieser Vorwurf ist zum größten Teil richtig und gleichermaßen unerheblich."

In den weiteren Besprechungen kritisiert Oliver Herford William Righters Biografie von Henry James als unschlüssig wie unfertig, während Richard A. Fortey Simon Lambs Buch über die geologische Bedeutung der Anden als "bestechende Mischung aus persönlichem Abenteuer und wissenschaftlicher Erklärung" lobt.

Magazinrundschau vom 13.09.2004 - Times Literary Supplement

Adam Ashforth wundert sich, dass der Name Tsietsi Mashinini, der am 16. Juni 1976 in Soweto als "brillanter und charismatischer Student" den Widerstand gegen die Apartheid angeführt hatte, so sehr in Vergessenheit geraten ist. Deshalb begrüßt er auch "A Burning Hunger", einen "historischen Roman" von Lynda Schuster, der "dem Leser die Möglichkeit gibt, mit dem Blick auf ein Familienleben einen Eindruck von den Kräften zu bekommen, die die Geschichte eines gesamten Landes formen". Allerdings stört er sich an dem Vorwort, in dem Schuster den Kampf gegen die Apartheid zu einer Geschichte von "Gefangennahme, Folter, Exil, Trennung und Verlust" auf der einen Seite, von "Würde, Mut und Stärke" auf der anderen verklärt: "Das ist aufgeblasener Unsinn. Selbst die Wahrheitskommission fand die moralische Landschaft des Anti-Apartheid-Kampfes etwas komplexer." Aber im Buch selbst, versichert Ashforth, "kann der Leser die durch ihren Prolog auferlegten Demütigungen vergessen".

Weiteres: Jeremy Treglown arbeitet sich durch die Familienverhältnisse der "Naughty Nine" Garmans, doch auch Cressida Connollys Biografie "The Rare and the Beautiful" hat ihm nicht erklären können, warum die "Garmans nicht so berühmt sind wie die Mitfords", wo doch Kathleen die Frau des amerikanischen Bildhauers Jacob Epstein wurde, Douglas der Liebhaber von Peggy Guggenheim, und sowohl Lorna wie auch Laurie Lee den Künstler Lucian Freud beglückten.

Claude Rawson kann sich für die Bibliografie begeistern, die Dirk F. Passmann und Heinz J. Vienken in "The Library and reading of Jonathan Swift" zusammengestellt haben. Und David Horspool bespricht Jonathan Coes "The Closed Circle".

Magazinrundschau vom 06.09.2004 - Times Literary Supplement

Völlig erschöpft resümiert Keith Miller das Edinburgher Fringe Festival: "Es fällt schwer, nicht wie ein Intourist-Führer zu klingen, der eine Reisegruppe durch die Höhepunkte eines Fünf-Jahres-Plans führt: 1.695 Shows an 230 Orten, nicht berechnet all die Musikanten, Gaukler und Dudelsackpfeifer auf den Straßen. Wenn man all die Mimen aneinander legen würden, könnten sie vormachen, wie sie alle in eine Telefonzelle passen, die allerdings die Größe von Angkor Wat haben müsste. Die Spesen der akkreditierten Journalisten würden zusammen die Jahresmitgliedschaft von ganz Burkina Faso im Groucho Club ausmachen." Wie also Durchblick bewahren? "Als einzige sinnvolle Strategie erscheint mir, festzulegen, was man nicht tun sollte: keine Shows, zu denen man von Männern auf Stelzen oder Frauen in BHs eingeladen wird, oder von irgendjemandem mit einem bemalten Gesicht, keine Shows, bei denen der Produzent mit der Hauptdarstellerin verheiratet ist; keine Studenten-Aufführungen von Mamet." Peter Zadeks "Peer Gynt" fand Miller trotz einer gewissen "teutonischen Brutalität" gar nicht übel.

Clive James bemüht sich, Isaiah Berlins Briefen von 1928-1946 irgendwie "Lehrreiches" abzugewinnen, auch wenn sich Berlin darin mehr mit der Rivalität der beiden Oxford Colleges Balliol und All Souls beschäftigt als mit der Weltlage.

Besprochen werden außerdem David Lodges leider recht "undramatischer" Roman "Author, Author" über Henry James und Paul Murrays Bram-Stoker-Biografie "From the Shadow of Dracula", die zu Freude des Rezensenten Stokers Roman nicht noch einmal als "inzestuöse, nekrophile, oral-anal-sadistische" Fantasie interpretiert, sondern historisch.

Magazinrundschau vom 23.08.2004 - Times Literary Supplement

Muss das sein? Noch eine Glenn-Gould-Biografie? Die von Kevin Bazzana schon, meint die kanadische Pianistin Angela Hewitt: "Ich wage zu bezweifeln, dass es jemals eine gründlichere und unterhaltsamere als diese geben wird. Sie werden überrascht, vielleicht sogar abgestoßen sein von Goulds Pillenschluckerei (mehr als 2.000 in den letzten neun Monaten), seiner Hypochondrie (Gould verklagte Steinway & Son wegen angeblicher Körperverletzung, weil ihm der Cheftechniker zur Begrüßung auf die Schulter geklopft hatte), und von seinem gespenstischen kreativen Output, Aber Sie werden auch verzaubert sein von seinem Sinn für Humor, von seiner Liebe zu Natur und Kreatur (sein Erbe wurde zwischen der Toronto Humane Society und der Heilsarmee aufgeteilt), von seinen in den Wahnsinn treibenden Angewohnheiten und seiner - darf ich's sagen? - Kanadischkeit".

Weiteres: Anna Ritchie feiert die umfassende Studie "The Art of the Picts" von George und Isabel Henderson. Diese sei nicht nur die erste und wichtigste ihrer Art, sondern auch ein großes Vergnügen: gelehrt, einnehmend und wunderschön geschrieben. Allen Mythen zum Trotz waren die Pikten übrigens keine "kleingewachsenen, ganzkörpertätowierten Halbwilden", sondern normalgroße kultivierte Kelten, die wir bloß noch nicht verstehen.

Weiteres: James Campbell rühmt Muriel Sparks schottischen Humor, von dem er auch in der Gesamtausgabe "All the Poems of Muriel Sparks" nicht genug bekommen konnte ("What's Faith? /Edinburgh, Leith,/ Portobello, Musselburgh,/ and Dalkeith). Lesley Chamberlain schließlich empfiehlt Margaret Drabbles romantisch-postmodernen Roman "The Red Queen".
Stichwörter: Gould, Glenn, Toronto

Magazinrundschau vom 16.08.2004 - Times Literary Supplement

Ein wenig unbehaglich wurde es Alexander Masters bei der Lektüre von Philip Balls "Critical Mass", in dem der Wissenschaftsjournalist so etwas wie eine "Physik der Gesellschaft" skizziert. "In der Welt der Physik ist das ein alter Hut, in der Soziologie aber ein alarmierender Newcomer." Interessant findet Masters aber doch, was zum Beispiel Dirk Helbing und Peter Molar von der Universität Stuttgart festgestellt haben, nämlich dass Studenten nie auf bereits ausgetretenen Pfaden über den Rasen laufen, nie in direkter Linie und nie über den Mittelpunkt. Um keine Missverständnisse in Bezug auf derartige Intelligenz aufkommen zu lassen: Genau so verhält sich Flüssigkeit.

Nur in Auszügen zu lesen ist Nicholas Jenkins' Hymne auf den schillernden Dichter Stephen Spender, über den John Sutherland jetzt eine "luzide und umsichtige" Biografie geschrieben hat. Harold Love stellt zwei Neuerscheinungen vor, die sich mit der ungeklärten Herkunft des angeblichen Shakespeare-Stückes "Perikles" befassen. Michael Caines sinniert über den stetig steigenden Hang zum Aberglauben und die vermehrt anzutreffende Paraskevidekatriaphobia, wie die Angst vor einem Freitag, den 13. neuerdings und fachmännisch genannt wird.

Magazinrundschau vom 02.08.2004 - Times Literary Supplement

Fische, die ihr Geschlecht ändern, lesbische Schimpansen, männliche Gänse, die ihr Leben mit einem anderen Gänsemännchen verbringen - ja, es gibt sie, die "sexuell diversen Lebewesen", und sie alle bevölkern das Buch "Evolution's Rainbow" der Biologin Joan Roughgarden, die, selbst transsexuell, der "Testosteron-getränkten" darwinistischen Lehre der sexuellen Selektion (aggressive Männchen suchen sich zwecks Nachwuchsproduktion liebevolle Weibchen) die Normalität von Homo- und Transsexualität im Tierreich entgegenhalten will. Jerry Coyne findet diese Auflistung von "Ausnahmen" sehr sympathisch, aber nicht überzeugend. Auch Roughgardens Ansatz hält er für falsch: Die stärkste Abneigung erfahre sexuelle Vielfalt schließlich von denen, die nicht einmal Darwin gelten lassen.

Im Aufmacher feiert Gaden S. Robinson einen Meilenstein, ach was, ein Meisterwerk der Ameisenforschung: es handelt sich um Edward O. Wilsons Studie über die Gattung Pheidole, von der es wahrscheinlich weltweit 1.500 Arten gibt (darunter auch die Pheidole harrisonfordi, hier ein Bild), womit sie noch vor der Camponotus zu den artenreichsten Gattungen der Welt zählt. Den Erfolg der Gattung erklärt Robinson mit der offenbar bestens funktionierenden Arbeitsteilung zwischen Kriegern und der "Wegwerf-Kaste" kleiner, leichter billig hergestellter und kurzlebiger Arbeiter.

Außerdem: Michael Bentley kann dem neuen Bob-Woodward-Buch "Plan of Attack" zwar einige tolle Zitate abgewinnen (etwa General Tommy Franks Beschimpfung der Joint Chiefs of Staff als "Title X Motherfuckers"), trotzdem fehlt ihm Carl Bernstein als Co-Autor und mithin Beißreflex, Drama, Analyse. Sehr delikat findet Paddy Bullar Peter Ackroyds neues Buch "Lambs of London", das die Biografien der Humoristen Charles und Mary Lamb ("Tales from Shakespeare") sowie des Shakespeare-Fälschers William Henry Ireland verbindet. Und David Horspool schließlich bespricht Bücher über die Tour de France von Tim Hilton ("One More Kilometre and We're in the Schowers") und Matt Rendell ("A Significant Other").