
Ah, endlich! Nicholas Thompson and Fred Vogelstein
erzählen die Geschichte über
Googles fehlgeschlagener
Werbe-Kooperation mit Yahoo. Microsoft hat es, unterstützt von Anzeigenkunden und mächtigen Firmen wie AT&T, geschafft, dass Google das Geschäft abblasen musste, weil das Justizministerium deutlich signalisiert hatte, dass es Google sogar ohne Yahoo als
potentiellen Monopolisten sieht. Vorausgegangen war eine Kampagne von Microsofts Strategen
John Kelly und dem einflussreichen Verbeberater
Michael Kassan. "Kelly bat Kassan, mit seinen Kontakten zu sprechen und eine Opposition gegen Google aufzubauen. Kassan versicherte ihm, er wisse genau, wie das zu machen sei. Google erwecke große
Angst und Misstrauen unter den Anzeigenkunden. 'Google hat eine falsche Vorstellung davon, wie es wahrgenommen wird' versicherte er Kelly. 'Wir können eine einfache und klare Geschichte erzählen.' Und die lautete so: Google beherrscht 70 Prozent des Anzeigenmarktes in der Internetsuche und Yahoo 20 Prozent. Jetzt wollen diese beiden Firmen ein Geschäft zusammen machen. Das würde Anzeigenkunden weniger Einfluss auf die
Anzeigenpreise geben, und sie würden am Ende mehr bezahlen müssen." Die Kampagne hatte Erfolg: Google zog sich notgedrungen von dem Deal mit Yahoo zurück. Sagt Kassan: "Vor neun Monaten wünschte sich jeder, Google zu sein. Jetzt steht ihnen
Monopolist übers Gesicht geschrieben."
Die Geschichte hat noch einen zweiten Strang, den Thompson und Vogelstein am Rande erwähnen: An der Kampagne gegen Google hatte sich auch der Telekommunikationskonzern
AT&T beteiligt. Er klagt Google außerdem an, mit seiner
Datenschnüffelei die Privatspäre zu verletzen, die dem Konzern so sehr am Herzen liegt, dass er sie gerne
vor gefährlichen Informationen bewahrt.
AT&T ist ein
mächtiger Gegner der
Netzneutralität (gleich schneller Internetzugang für alle) und ein großer Verfechter des
Zweiklassen-Internets (schnelle Datenübertragung für extra zahlende Kunden, langsame Datenübertragung für die nichtzahlenden, d.h. Privathaushalte und kleine Firmen, mehr dazu auf EU-Ebene
hier). Google war lange - schon aus purem Eigennutz - ein
gleichmächtiger Befürworter der Netzneutralität, scheint inzwischen aber dem Druck nachzugeben, wie das
Wall Street Journal kürzlich berichtete.
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