
Lisa Katayama
stellt Hiroyuki Nishimura vor, einen der erfolgreichsten und ungewöhnlichsten
Internet-Unternehmer Japans: ein Slacker, dessen technisch sehr schlichte Community-Site
2channel 500 Millionen Seitenabrufe hat, die Video-Website
Nico Nico Douga - bei der die Nutzer, anders als bei
YouTube, schriftliche Kommentare auf den Videos selbst anbringen können - verzeichnet sogar doppelt so viel. Katayama erklärt das sehr Japan-spezifische Geheimnis des Erfolgs: "Bei 2channel kann jeder einen Thread starten, jeder kann Beiträge schreiben - man muss sich weder registrieren noch einloggen. Es gibt
keine Zensoren, keine Filter, keine Altersüberprüfung, keine Abstimmungen, die den einen Thread oder Kommentar nach oben bringen. 'Ich habe einen Freiraum geschaffen und was die Leute damit anfingen, das war ganz ihnen überlassen', sagt er. 'Bei den großen Anbietern gab es so etwas nicht, also musste ich das machen.' Die Japaner, die einander jeden Morgen wortlos auf dem Weg zur Arbeit begegnen, stellten plötzlich fest, dass sie über vieles reden wollten. Hier konnten sie sich streiten, beschimpfen, beschweren, beleidigen, konnten ihre Meinung äußeren, frei assoziieren, Späße machen und es genießen, sich durch die Beiträge der anderen unterhalten zu lassen - und das alles als
völlig anonymes Kollektiv."
Außerdem: Evan Ratliff hat sich in den brasilianischen Dschungel begeben, wo er den wegen Biopiraterie angeklagten
Biologen Marc van Roosmalen besuchte und das Schwimmen in von Anacondas bewohnten Gewässern nicht scheute. Herausgekommen ist dabei das Porträt eines nicht ganz unproblematischen Rebellen und wohl noch
problematischerer Gesetze gegen Biopiraterie.