9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Geschichte

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 19.07.2019 - Geschichte

Der 20. Juli sollte ein offizieller Feiertag sein, fordert die Literaturagentin und Verlegerin Elisabeth Ruge, Enkelin des deutschen Widerstandskämpfers, Fritz-Dietlof von der Schulenburg, im SZ-Interview mit Joachim Käppner. Der Widerstand spiele für die Identität unserer demokratischen Gesellschaft allerdings schon seit Kriegsende 1945 keine Rolle, meint sie: "Die meisten Deutschen hatten sehr wenig Interesse, sich von den Überlebenden aus dem Widerstand den Spiegel vorhalten zu lassen und anzuerkennen, dass Widerstehen eben doch möglich gewesen war. In den Gerichten saßen viele ehemalige Nazis, und es brauchte Ausnahmepersönlichkeiten wie den Staatsanwalt Fritz Bauer, damit der Widerstand nicht weiterhin als Verrat eingestuft wurde. Später, in der linken Erinnerung seit den 68ern, gab es so ein Gefühl: Wenden wir uns dem Widerstand zu, speziell dem des 20. Juli, dann wenden wir uns von den Opfern des NS-Staates ab."

Eine Gedenkstätte für die im Zweiten Weltkrieg im ukrainischen Babij Jar 65.000 Ermordeten ist längst überfällig, schreibt in der NZZ der Historiker Bert Hoppe. Aber es gibt Einwände gegen das geplante Babij Jar Holocaust Memorial Center: Auf einem jüdischen Friedhof baue man nicht, heißt es; das Projekt werde zudem von russlandnahen ukrainischen Milliardären unterstützt, klagt Wolodomir Wiatrowich, Leiter des ukrainischen Instituts für nationales Gedenken im Gespräch mit Hoppe. Aber: "Wiatrowich ist selbst umstritten, weil er die Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), die anfangs mit den Deutschen kollaborierte und deren Angehörige zahlreiche Kriegsverbrechen verübten, vorrangig als Befreiungsbewegung darstellt. Die Beteiligung Einheimischer am Judenmord solle durchaus erforscht werden, so beteuert Wiatrowich nun, und die polnischen Gesetzentwürfe, Äußerungen über eine mögliche Mitschuld von Polen am Holocaust zu bestrafen, bezeichnet er als 'destruktiv'. Aber es sei ebenso notwendig, den Holocaust in die Gesamtgeschichte der Ukraine im Zeitalter der beiden totalitären Regime einzubetten. Das Verhalten der Menschen im Zweiten Weltkrieg lasse sich nicht verstehen, wenn man die Hungersnot von 1932/33 und den Großen Terror von 1937/38 ausblende."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 18.07.2019 - Geschichte

Die Zeit widmet in ihrem Feuilleton mehrere Seiten dem Widerstand gegen Hitler. Christian Staas überlegt, warum sich die Deutschen mit den Widerständlern immer noch so schwer tun: "Bis heute gerät auf schwankenden Boden, wer den 20. Juli mit dem demokratischen Selbstverständnis der Bundesrepublik in Einklang bringen will - auch wenn es ein schöner Gedanke ist, den Linda von Keyserlingk-Rehbein äußert: dass allein schon in der breiten Allianz, die sich im Kampf gegen Hitler zusammenfand, etwas Demokratisch-Pluralistisches liegt. Doch sowenig sich der 20. Juli als ein 'Aufstand der Junker' abtun lässt, so wenig will er zu modernen Demokratie-Vorstellungen passen. Dass er den Deutschen keine Ruhe lässt, hat auch damit zu tun. Aber warum sollten sie mit dieser Geschichte zur Ruhe kommen?"

Karl Heinz Bohrer hat eine andere Erklärung: "Nicht umsonst ist zu hören, es gebe in Berlin keine Gesellschaft mehr, weil das jüdisch-intellektuelle, aber auch das aristokratische Element fehle. Dazu hatten Ironie, Aggressivität, aber auch Pathos und Allüre gehört. Bei Figuren wie Adam von Trott zu Solz, Helmuth James von Moltke oder Peter Yorck von Wartenburg ist dieser privilegierte kulturelle Stil besonders auffallend und distanzheischend."

Außerdem: Die Zeit-Redakteure Elisabeth von Thadden, Jens Jessen und Maximilian Probst, alle drei mit Widerständlern verwandt, unterhalten sich über den Wert von Erinnerungen.

In der taz erzählt Johannes Tuchel, Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin, in einem Essay von der Ablehnung und Ignoranz, die die Bundesrepublik dem Widerstand entgegenbrachte: "Die nationalsozialistische 'Rechtsprechung' galt in vollem Umfang weiter. Der Deutsche Bundestag konnte sich erst 1998 dazu entschließen, die Urteile des 'Volksgerichtshofs'" und der Sondergerichte aufzuheben. Und erst 2002 hob das deutsche Parlament die Urteile der Militärjustiz auf, erst 2009 auch die Urteile wegen sogenannten Kriegsverrates - einer von den Nationalsozialisten eingeführten Norm, die immer weiter ausgeweitet wurde." Tuchel berichtet auch, wie die AfD, Pegida und ihre Postillen sich des 20. Juli bemächtigen wollen.

Interessant liest sich in diesem Zusammenhang der taz-Artikel der Historikers Sven Deppisch, der darlegt, wie wichtig es sei, dass sich heutige Polizeischüler mit der Geschichte ihrer Institution im Nationalsozialismus auseinandersetzen.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 16.07.2019 - Geschichte

Die Hohenzollern wollen Schlösser und Kunstwerke zurück, um weiterhin leben zu können, ohne arbeiten zu müssen. Darüber ließe sich noch verhandeln. Aber nicht darüber, dass die Familie auch noch Mitspracherecht bei künftigen Ausstellungen zur preußischen Geschichte will, meint Andreas Kilb in der FAZ: "Damit ist die republikanische Schmerzgrenze erreicht. Es hat seinen Grund, dass das Haus Hohenzollern bei der offiziellen Darstellung deutscher Geschichte nicht mitreden darf. Sein letzter gekrönter Vertreter Wilhelm II. hat - nicht aus Blutdurst, sondern aus Fahrlässigkeit und Inkompetenz - das Deutsche Reich in den Ersten Weltkrieg getrieben und dafür mit dem Verlust seines Throns bezahlt. Und mehrere seiner Nachfahren haben mindestens zeitweise mit dem Nationalsozialismus paktiert." Im Tagesspiegel berichtet Thorsten Metzner inzwischen: "Der Preußenprinz lässt widersprechen - Die Sammlungen in Museen sollen für die Öffentlichkeit erhalten bleiben."

Die Ermittlungen zum Oktoberfestanschlag vom 26. September 1980 werden eingestellt, nicht gerade von Ergebnissen gekrönt. Dominik Baur unterhält sich in der taz mit dem Journalisten Ulrich Chaussy, der sich jahrzehntelang mit dem Attentat beschäftigt hat. Er sagt zum Beispiel, dass Franz-Josef Strauß kein Interesse daran hatte, die Nähe des Attentäters Gundolf Köhler zur Wehrsportgruppe Hoffmann allzu sehr zu thematisieren, denn das Attentat geschah kurz vor der Bundestagswahl, und Strauß hatte Innenminister Gerhart Baum attackiert, "weil er die Sicherheitsdienste mit seinem Bürgerrechtsgerede so verunsichert habe, dass die sich nicht mehr trauten, radikalen Gruppen den Puls zu fühlen. Wenn jetzt herausgekommen wäre, dass ausgerechnet die WSG Hoffmann mit dem Anschlag zu tun haben könnte, wäre das für die CSU der politische GAU gewesen. Schließlich war es Baum, der die Gruppe am 30. Januar 1980 verboten hatte, und es war Strauß, der sie jahrelang hat groß werden lassen und sich sogar noch über die Verbotsaktion lustig gemacht hatte: Man solle einen Mann, der sonntags auf dem Land im Kampfanzug spazieren geht, in Ruhe lassen."
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9punkt - Die Debattenrundschau vom 08.07.2019 - Geschichte

Jochen Staadt vom Forschungsverbund SED-Staat an der Freien Universität Berlin beleuchtet in der FAZ die Aktivitäten der Stasi in der Westberliner Studentenbewegung und kommt nochmal auf die Beiträge des Marburger Politologen Wolfgang Abendroth zur Gründung einer neuen kommunistischen Partei in Westdeutschland zu sprechen. Abendroth hatte mal als linker Kritiker der DDR angefangen, so Staadt: "Sein Meinungsumschwung über den SED-Staat setzte 1966 ein. Am 17. Juni 1967, zur gleichen Zeit als Rudi Dutschke in Berlin 'terroristische und bürokratische Methoden des Kommunismus' scharf angriff, sprach Abendroth in Frankfurt am Main über 'die Existenz eines funktionierenden und prosperierenden sozialistischen Staates auf deutschem Boden', der 'trotz aller bürokratischen Schranken' wegen der gleichzeitigen Wirtschaftskrise im Westen 'erstmalig nach dem Kriege' den 'westdeutschen Kapitalismus als System' in Frage stelle."
Stichwörter: Stasi, Abendroth, Wolfgang

9punkt - Die Debattenrundschau vom 02.07.2019 - Geschichte

Angesichts von sechs Millionen von den Nazis ermordeten Juden gab es erstaunlich wenig Racheakte nach dem Ende des Dritten Reichs. Das erfährt Joachim Käppner (SZ) aus einem Vortrag des amerikanischen Historikers Mark Roseman auf einer Tagung des Münchner NS-Dokumentationszentrums über Gewalt in der Nachkriegszeit: "Die Gründe dafür sind vielschichtig, vor allem aber, so argumentiert Roseman überzeugend, lagen sie 'in der Natur des Holocaust selbst'. Die überwiegende Mehrzahl der Todesopfer und der Überlebenden waren Menschen, welche mit Gewalt nichts im Sinn gehabt hatten, von den orthodoxen Juden in Polen bis zu jüdischen deutschen Bürgern. ... Jene zutiefst traumatisierten Menschen, die das Grauen verarbeiten, nach ihren Angehörigen suchen und irgendwie weiterleben mussten, erwarteten Gerechtigkeit und Strafe, wenn überhaupt, von der internationalen Justiz. Zeugnis abzulegen, das war fortan und bleibt, solange es noch Augenzeugen gibt, ihr wichtigstes Anliegen."

Außerdem: In der NZZ lernt Andreas Breitenstein aus zwei Büchern über den Gulag und die "Generation des großen Oktobers" darüber nach, wie wenig der Opfer des Bolschewismus heute gedacht wird.
Stichwörter: Holocaust, Rache, Roseman, Mark

9punkt - Die Debattenrundschau vom 27.06.2019 - Geschichte

2003 machte Anonymas Tagebuch "Eine Frau in Berlin" Furore, in dem eine Berliner Journalistin von der Eroberung der Stadt durch die Rote Armee und vor allem von den Vergewaltigungen berichteten, denen Frauen ausgesetzt war. Die Historikerin Yuliya von Saal am Münchner Institut für Zeitgeschichte hat nun das Buch mit den Originalaufzeichnungen verglichen, und wie Maximilian Senfft in der SZ informiert, sind sie literarisch so stark bearbeitet, dass sie größtenteils nicht als authentisch gelten können: "Die reflexiven Passagen mit einem starken feministischen Akzent und Kritik an der Nazi-Männlichkeit hat Marta Hillers laut der Studie von Yuliya von Saal erst später für die Buchfassung ausgearbeitet. Einige Erlebnisse wurden durch fiktive Elemente verdichtet. 'An diesen Stellen weichen Tagebuch und Buchfassung massiv voneinander ab, so zum Beispiel, wenn aus einem Zahnarztbesuch ein angstbesetzter Besuch beim Gynäkologen wird, um eine ungewollte Schwangerschaft auszuschließen.' Wer also ein authentisches Zeitdokument aus den Trümmern Berlins lesen will, muss zu Marta Hillers' handschriftlichen Aufzeichnungen greifen, nicht zum literarisierten Tagebuch der 'Anonyma'."

In der FAZ erinnert Patrick Bahners daran, dass die Authentizität der Tagebücher schon früh angezweifelt wurde: SZ-Journalist Jens Bisky hatte Marta Hillers als Verfasserin und den Schriftsteller Kurt Marek als Mitautor enthüllt, der unter dem Pseudonym C.W. Ceram den Bestseller "Götter, Gräber und Gelehrte". Für Bahners steht jetzt nicht nur Walter Kempowski blamiert da, der als Gutachter für den Eichborn Verlag, die Echtheit bestätitgt hatte, sondern auch eine andere Idee: "Am Ende des Krieges stehe 'auch die Niederlage der Männer als Geschlecht', mit der 'männerbeherrschten Naziwelt' stürze 'der Mythos ,Mann'': Warum wollte man unbedingt glauben, dass die Namenlose ihre Erfahrung schon auf diese allgemeine Formel gebracht hatte, als sie noch in der Gewalt der sowjetischen Männer war? Von der Niederschrift einer Selbsttherapie sprach eine Rezension - mit der Pointe, dass die Therapie gleichzeitig mit der Verletzung gewesen sein soll. So beglaubigte das Buch von 1959 im Jahre 2003 eine Phantasie von der heilenden, ermächtigenden Kraft weiblichen Schreibens." (mehr zu den Blamagen hier, hier, hier und hier)

"Ich finde, dass es für unsere Gesellschaft gefährlich ist, wenn durch Mutmaßungen moralische Vorbilder demontiert werden", sagt Stauffenberg-Enkelin Sophie von Bechtolsheim im NZZ-Interview mit Marc Felix Serrao im Bezug auf Thomas Karlaufs Biografie ihres Großvaters (Unser Resümee). Als Held möchte sie ihren Großvater, dem sie nun ebenfalls eine Biografie widmet, dennoch nicht missverstanden wissen: "Man muss wissen, dass mein Großvater andere Menschen gerne aus der Reserve gelockt hat. Meine Großmutter hat dafür den Begriff Advocatus Diaboli benutzt. Für Historiker macht es das nicht einfach. Wenn Sie einzelne Sätze aus dem Kontext herauslösen oder Ironie nicht kenntlich machen, kann mein Großvater plötzlich wie ein Hardliner erscheinen. Auch dieser George-Sprech, den er ab und zu zeigt, dieses schwärmerische Pathos, dieser glühende Patriotismus wirken heute sehr fremd."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 21.06.2019 - Geschichte

Welt-Autor Thomas Schmid geht in einem lesenswerten Essay in seinem Blog nochmal dem "Rätsel der Münchner Räterepublik 1918/19" nach - es hat mit Preußen zu tun: "Es ist der Erste Weltkrieg, der (...) München in einen rasanten Veränderungsstrudel reißt. Viele junge Bayern waren 1914 wenig begeistert ins Feld gezogen, der Krieg gilt als eine preußische Angelegenheit. Nicht zu Unrecht argwöhnen manche, Berlin werde das Kriegsregiment nutzen, um Bayern noch mehr von seiner Selbstständigkeit zu rauben. Früh sehnen sich breite Bevölkerungskreise nur noch nach Frieden. Die militärischen Erfolgsmeldungen beeindrucken viele Bayern von Anfang an kaum." Diese Stimmung, so Schmid, bildet den Grundstoff füür die Revolutionsbereitschaft in einer Stadt mit wenig Proletariat.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 20.06.2019 - Geschichte

Vor fünf Jahren forderte Ta-Nehisi Coates in einem Essay für den Atlantic Reparationen an Schwarze in Amerika als Wiedergutmachung für Sklaverei und Rassismus. Nun sprach er im Kongress, wo ein Ausschuss die Frage der Reparationen prüfen soll, und wendete sich gegen das Argument, dass heutige Bürger nicht für Verbrechen von vor 150 Jahren zur Rechenschaft gezogen werden könnten: "Diese Zurückweisung offenbart eine seltsame Theorie des Regierens, die darin besteht, dass Amerikaner nur generationenweise verantwortlich seien. Aber die Vereinigten Staaten bezahlten noch bis in dieses Jahrhundert Renten an Nachfahren von Bürgerkriegssoldaten. Wir respektieren Verträge, die vor 200 Jahren geschlossen wurden, obwohl niemand mehr lebt, der diese Verträge zeichnete. Viele von uns würden es lieben, wenn sie nur für Dinge besteuert würden, für die sie individuell verantwortlich sind. Aber wir sind amerikanische Bürger und also an ein kollektives Projekt gebunden, das über unsere persönliche Reichweite hinausgeht."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 08.06.2019 - Geschichte

25 Jahre nach dem Völkermord in Ruanda kann taz-Reporter Francois Misser das Land kaum wiederekennen. In der einst völlig verwüsteten Hauptstadt Kigali prägen jetzt todschicke Hotels und Kongresszentren die Skyline, berichtet Misser, aber auch die menschliche Landschaft habe sich verändert: "Früher, bis 1994, sprach man von Hutu, Tutsi und Twa als ethnischen Identitäten, festgeschrieben auf den Personalausweisen, was die systematische Jagd auf Tutsi während des Völkermordes einfach machte. Unter der neuen RPF-Regierung wurden diese Begrifflichkeiten amtlich abgeschafft. Umgangssprachlich hielten neue Kategorien Einzug: 'Sopecya', die Tutsi-Überlebenden; 'Dubai', die aus der Diaspora zurückgekehrten Tutsi-Exilanten; 'Tingi Tingi', die aus dem Kongo zurückkehrenden Hutu-Flüchtlinge. Auch das ist längst obsolet. Fast 60 Prozent der heutigen Bevölkerung Ruandas wurde überhaupt erst nach dem Völkermord geboren."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 06.06.2019 - Geschichte

D-Day vor 75 Jahren. Die Agentur Magnum bringt auf ihrer Website einige Fotos von Robert Capa, der die Landung auf Omaha Beach begleitete:




Ulrich Ladurner besucht für die Zeit das Valle de los Caídos, wo General Franco ein gigantisches Mausoleum für sich bauen ließ, das er mit einem 150 Meter hohen Kreuz krönte. Aber seine Überreste sollen umgebettet werden, und seitdem gibt es in Spanien Streit: "Achtzig Jahre nach dem Bürgerkrieg und fast 45 Jahre nach dem Ende der Franco-Diktatur hat sich Spanien noch immer nicht mit der Vergangenheit ausgesöhnt. Der Streit um die Exhumierung Francos ist nur der vorläufige Höhepunkt einer langen und schmerzhaften Wahrheitsfindung. Der 'Pakt des Vergessens', den die Politiker in den Siebzigerjahren geschlossen hatten, war mit der Zeit löchrig geworden. Es zeigte sich, dass man den Umgang mit der Geschichte nicht auf Dauer untersagen kann."