Ein Denkmal zur Erinnerung an die
deutsche Okkupation Polens und die dort begangenen Verbrechen ist nun fest beschlossen,
berichtet Klaus Hillenbrand in der
taz. "Schon im nächsten Jahr könnte der Bau beginnen, wenn es nach ihm ginge, sagte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) auf einer dazu einberufenen Historikerkonferenz in Berlin. Für die Realisierung des Denkmals stehen 5 Millionen Euro zur Verfügung. Das gemeinhin Polen-Denkmal genannte Objekt soll in unmittelbarer
Nähe des Kanzleramts entstehen, dort wo sich einst die Kroll-Oper befand. Hier verkündete Adolf Hitler am 1. September 1939 den Beginn des deutschen Überfalls auf Polen." Das ebenfalls geplante "
Deutsch-Polnische Haus" verzögert sich nach Hillenbrand allerdings noch.
Hillenbrand äußert in seinem Artikel die Sorge, dass nach Polen auch
andere Länder kommen könnten, in denen die Deutschen ebenfalls gewütet haben wie die Barbaren. Ein Kandidat wäre etwa
Griechenland, über dessen Leiden im Krieg die Deutschen so gut wie gar nichts wissen. Hier berichtet Michael Martens in der
FAZ über eine
ziemlich aggressive Stimmung gegenüber deutschen Repräsentanten - kurz vor dem Besuch des deutschen Außenministers Johann Wadephul. Es sind Fotos von einer
Massenerschießung in dem Ort Kaisariani aufgetaucht, der allen Griechen aus dem Geschichtsunterricht bekannt ist - und natürlich so gut wie keinem Deutschen. Die
Friedrich-Ebert-Stiftung wollte dazu eine Veranstaltung organisieren und hat sich dabei offenbar ziemlich ungeschickt angestellt - es gab wilde Proteste, und die Veranstaltung musste abgesagt werden. "Worum es bei der Sache aus griechischer Sicht eigentlich geht - und zwar parteiübergreifend von links bis rechts -, kommt in einem Zeitungsartikel in einem einzigen Satz zum Ausdruck: 'Während Deutschland jede Diskussion über Entschädigungen verweigert, veranstaltet die Friedrich-Ebert-Stiftung im Goethe-Institut eine Tagung mit den Fotos der Hingerichteten!' Deutsche Politiker bekunden inzwischen in Griechenland
regelmäßig Reue ob der deutschen Verbrechen der Besatzungszeit... Doch in Griechenland will man keine Entschuldigung,
sondern Entschädigung, insbesondere für eine dem Land 1942 auferlegte Zwangsanleihe von fast 480 Millionen Reichsmark."
Simone Neuhäuser von der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss erinnert in der
FAZ an
Lucie von Pückler-Muskau, eine Dame der höchsten Gesellschaft in Berlin um 1800 - und Beeinflusserin ihres Gatten und Gartenkünstlers Fürst Pückler, mit dem sie in einer sehr modernen Beziehung lebte: "Die Schönheit '
verlandschafteter'
Gärten liebte sie seit Langem. Aber nicht nur die Parkomanie teilte das Paar, auch die Leidenschaft für Oper, Theater, französische Literatur, kostbare Raumausstattungen und höchste Kochkunst. Die Vernunftehe schloss echte Zuneigung nicht aus, beide waren sich sehr zugeneigt - sie wurde seine 'Schnucke', er war ihr 'Lou'."