
"Wenige Denker stehen unter stärkerem
Ideologieverdacht als der Begründer der bürgerlichen Ökonomietheorie",
Adam Smith, dabei war er im Grunde ein
Aufklärer, schreibt Haziran Zeller, der in der
Welt die Lektüre der neu herausgegeben
"Philosophischen Schriften" empfiehlt, die neben zwei erstmals auf Deutsch erschienenen Essays auch "Die Theorie der moralischen Gefühle" enthalten: "Die Deutschen sind an den kategorischen Imperativ Immanuel Kants gewöhnt, dessen
Pflichtstrenge die Sinnlichkeit nicht gerade aufwertet; darum klingt die Leitidee der
Gefühlsethik in ihren Ohren leicht frivol, aber tatsächlich vertritt Smith in seiner Moralphilosophie die Auffassung, dass sich das Gute als ein emotionaler Impuls gewissermaßen in unserem Körper regt.
Sympathie ist der Grundbegriff seiner Ethik, verstanden als Zuneigung, aber in einem anderen als dem uns vertrauten Sinn, nämlich als die Fähigkeit, sich in eine andere Person hineinzuversetzen und ihr Tun und Leiden nachzuempfinden."
In der
FR resümiert Klaus Walter die
Jahrestagung der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft, bei der zum Thema "
Jenseits der Binarität? Sexuelle Identitäten in der Herausforderung" diskutiert wurde. Von der mit dem Sigmund-Freud-Preis ausgezeichneten Historikerin
Dagmar Herzog lernt er hier, dass es hunderte Goethes und Freuds gibt, ganz neben erfährt er außerdem, dass der Andrang bei den
Kinder- und
Jugendlichen-
Praxen derzeit besonders groß ist: "Da fordern (und manchmal überfordern) Insta- und TikTok-befeuerte (Prä-)Teenager staunende Therapeut:innen mit empowernden, empowerten Performances ihr Recht auf Transition und kritisieren sie bei abschlägiger Behandlung dafür, dass sie als Cis-Personen von queeren Patient:innen profitieren."