Google Books hat jetzt freie Fahrt, aber hat Google an Google Books
überhaupt noch Interesse? Zuverlässig ist der Dienst jedenfalls nicht,
schreibt Klaus Graf in seinem
Archivalia-Blog, der zeigt, dass bestimmte Snippets aus alten Büchern, die er er einst über Google fand,
heute verschwunden sind: "Offenkundig hat Google die Anzahl der zu einer Suchanfrage angezeigten Snippet-Bücher
drastisch reduziert! Ich möchte diese Verschlechterung der Recherchequalität durchaus dramatisch nennen. Die verschwundenen Schnipsel gaben höchst wichtige Hinweise für die Forschung, sie ermöglichen es, entlegene Belege aufzufinden."
Überall wird über "
Hate Speech" geklagt, und darüber, dass die Internetplattormen nichts dagegen tun. Aber es ist nicht so, dass Google und Facebook von deutschen Behörden
nicht schon belämmert werden, schreibt Constanze Kurz in ihrer
FAZ-Kolumne: "Letztes Jahr stellten deutsche Stellen über
elftausend Ersuchen allein an Google, die mehr als
achtzehntausend verschiedene Accounts betrafen. Dieses Jahr betrafen die Anfragen allein im ersten Halbjahr schon über dreizehntausend Accounts, wie der gerade veröffentlichte Transparenzbericht zeigt."
Gravierende Gedanken über
Demokratie-Gefährung durch Internet macht sich ebenfalls in der
FAZ die Regensburger Politologin
Barbara Zehnpfennig: "Die Tendenz,
negative Emotionen massiv zu verstärken, ohne zugleich zur Suche nach konstruktiven Lösungen zu animieren, ist sicher eines der Probleme, die mit der politischen Meinungsbildung via Internet verbunden sind. Doch es ist nicht einmal das gravierendste Problem. Noch gewichtiger scheint zu sein, dass die Verlagerung der politischen Meinungs- und möglicherweise auch Entscheidungsfindung in die Internetkommunikation zur
Delegitimierung des demokratischen Systems beitragen könnte." Auf
Zeit online sieht der Autor
Henning Ahrens das ähnlich und
fordert einen "digitalen Verhaltenskodex", den er nicht näher präzisiert.