In der
SZ kritisiert Rudolf Neumaier das geplante
neue Bundesarchivgesetz: "Als Archivar könnte man sich
leicht entmündigt fühlen von dem neuen Gesetz. Die Frage nach der Hoheit über Akten, die in laufenden Verwaltungsprozessen nicht mehr gebraucht werden, aber für zeithistorische Forschung relevant sein könnten, beantworten die neuen Regeln tendenziell
gegen die Archive - und damit gegen die gebotene Nachprüfbarkeit von Regierungsentscheidungen und Verwaltungshandeln."
In
Russland wird die Kunst mehr und mehr vom Staat gegängelt. Vom jüngsten Fall
berichtet im
Standard Herwig G. Höller: Es geht um das 1992 gegründete
Staatliche Zentrum für zeitgenössische Kunst (GZSI) in Moskau, das ursprünglich einmal das russische Centre Pompidou werden sollte. Der Kurator musste gehen, die Leitung hat der Militär und Putin-Apparatschik
Sergej Perow übernommen: "Als einen der ersten Schritte verkündete er die
Schließung des wichtigsten Ausstellungssaals in Moskau, zudem beschloss er die
formale Auflösung des GZSI als eigenständige Rechtsperson. Gleichzeitig scheiterte eine seit langem vom Zentrum geplante Retrospektive
polnischer Performancekunst an Perows Einspruch: Der neue Direktor wollte eine historische Arbeit des bekannten Künstlers Jerzy Beres (1930-2012) wegen möglicher 'Verletzung der Gefühle von Gläubigen' nicht zeigen. 'Skandale sorgen nicht dafür, dass zeitgenössische Kunst stärker geliebt wird', begründete er dies in einem Interview."