In der
Berliner Zeitung wird Nikolaus Bernau
blass vor Ärger beim Blick auf den Untersuchungsbericht zur
Berliner Staatsoper, der die "umfassende Inkompetenz Berlins" widerspiegele. Senat und Abgeordnetenhaus hätten das Desaster jederzeit stoppen können, die Informationen hatten sie. Statt dessen wurde "die auf drei Jahre geplante
Bauzeit ... mehr als verdoppelt. Der Berliner Anteil an den
Baukosten hat sich verzwanzigfacht. Die Hilfe des
Fördervereins kam nie zustande - obwohl sie den umstrittenen Umbau als 'Bürgerprojekt' legitimieren sollte. Das Baudenkmal der 1950er-Jahre wurde, obwohl es erhalten werden sollte, bis auf einige wenige Räume und die Fassaden weitgehend
neu errichtet. Der von Angela Merkel mitorganisierte
Bundeszuschuss von 200 Millionen Euro verpuffte zum Startgeld. Ganze Leistung, Berlin."
Auch Lorenz Maroldt geht im
Tagesspiegel die "
organisierte Unzuständigkeit" der Berliner Verwaltung, "die irgendwann und irgendwie immer in der
kollektiven Verantwortungslosigkeit mündet",
gewaltig auf die Nerven: "Wie das so läuft, zeigt das
Beispiel der gefährdeten Wahl. Dass es Schwierigkeiten geben könnte, ist seit langem bekannt, vor allem als Folge der Probleme bei den überforderten Bürgerämtern. Die Senatskanzlei sagt, dafür ist der Innensenator zuständig. Der Innensenator sagt, dafür sind die Bezirke zuständig. Die Bezirke sagen, ihnen fehlen die Leute. Die SPD sagt, darum muss sich der CDU-Innensenator kümmern. Die CDU sagt, daran ist der SPD-Senat unter Wowereit und Sarrazin schuld. Tja, da kann man nichts machen."