In der
Welt beschreibt Sven Felix Kellerhoff die Hintergründe zum offenbar vorzeitigen Abgang des 2011 als Chef des Deutschen Historischen Museums installierten
Alexander Koch. Zum Teil liegt die Misere an Koch selbst, so Kellerhoff, der weder die Dauerausstellung grundlegend erneuern noch eigene aktuelle Ausstellungen produzieren konnte. "Vielleicht floss einfach zu viel Energie des Chefs, aber auch der Belegschaft, in
Kämpfe gegeneinander. Orchestriert wurde dieser eskalierende Konflikt von interner Kritik, die an Medien durchsickerte. Die
Frankfurter Allgemeine Zeitung nannte das DHM beispielsweise einen 'Fall von Geschichtsvergessenheit' und kritisierte
anhand von Interna die von Koch initiierten Sonderausstellungen als allzu konservativ."
Dass auch im Haus selbst etwas im Argen liegt,
erfährt man im
Tagesspiegel von Bernhard Schulz und Christiane Peitz: "Der
Vorgänger Kochs, der bis zum Erreichen der Altersgrenze amtierende
Lebenszeitbeamte Hans Ottomeyer, hinterließ ein Haus in Wagenburgmentalität. Die Abteilungsleiter der großen und räumlich auf drei Gebäude verteilten Museumsverwaltung hatten sich offenbar
eingeigelt, Ottomeyer schien hinter jeder Vorzimmertür einen Abtrünnigen zu wittern. Geschichten von Briefzensur drangen nach außen, gepaart mit Andeutungen von
Nepotismus. Ein Neustart war fällig." Der ist jetzt erst mal misslungen.