Das
Einheitsdenkmal wird nun doch nicht gebaut. Das geht für Lothar Müller in Ordnung. Auch wenn es klingt, "als knauserten die Deutschen wieder einmal an der falschen Stelle", schreibt er in der
SZ. "Aber manche Denkmäler werden durch
die Leere, die der Verzicht auf sie erzeugt, mehr als aufgewogen. Das ist hier der Fall, und es ist keine Katastrophe. Eine politische Idee war da, eine
ästhetische Idee, die ihr angemessen hätte Rechnung tragen können, mochte sich nicht prompt einstellen. Da ist es besser, das Ganze sein zu lassen." Ähnlich sieht es Andreas Kilb in der
FAZ. Matthias Dell
vermutet im
Dradio Kultur auch Kostenkalkül hinter der Entscheidung, im
Tagesspiegel erkennt Bernhard Schulz gar auf deutschen Selbsthass.
In der
Berliner Zeitung fasst sich Nikolaus Bernau an den Kopf über das total vermurkste
Eingangsgebäude zur Museumsinsel, das sich zur teuersten und blamabelsten Baustelle Berlins ausweitet: "Jahrelang waren hier nur Wasserbecken zu sehen, eine
Lachnummer der deutschen Baugeschichte. Inzwischen sind die Baukosten von 2006 schon sehr hoch angesetzten 73 Millionen Euro auf derzeit offiziell 134 Millionen Euro gestiegen. Keiner wagt, diese Summe zu garantieren oder gar, ob der letztlich mit kaum 4600 Quadratmetern Nutzfläche gar nicht so große Bau jemals wirklich dazu dienen kann, wie geplant 3,5 Millionen Besucher im Jahr auf das Neue Museum und das Pergamonmuseum zu verteilen."