Winfried Nerdinger, der Präsident der Bayerischen Akademie hatte der
SZ ein Interview gegeben, in dem er gegen die Behandlung der Kunst in der Coronakrise protestierte und die Aktion #
allesdichtmachen verteidigte. Eine Gruppe von Akademiemitgliedern protestierte daraufhin in der
SZ (
Unser Resümee). Jetzt hat
Georg M.
Oswald, Direktor der Abteilung Literatur, die Akademie zusammen mit
Friedrich Ani,
Dagmar Leupold,
Jonas Lüscher,
Norbert Niemann und
Albert Ostermaier verlassen. Im
SZ-Interview mit Nils Minkmar erklärt er: "Nach unserer Auffassung ist es zwingend notwendig, dass der Präsident, bevor er mit Erklärungen an die Öffentlichkeit geht, sich ein
Stimmungsbild in der Akademie macht. Und mehr als das, dass er die Mitglieder zur Diskussion einlädt. Aber er besteht darauf, seine Statements ohne eine solche vorhergehende Diskussion abzugeben. Ständig öffentlich mit Positionen in Verbindung gebracht zu werden, von denen man zuvor
noch nie etwas gehört hat, ist kein Zustand."
Ebenfalls in der
SZ kann Nils Minkmar mit Blick auf den soeben vom Bund beschlossenen
Kultur-
Sonderfonds über
2,
5 Milliarden Euro kaum fassen, dass der großen Koalition solch ein "
kulturpolitisches Meisterstück" gelungen sein soll: "Der Witz des Sonderfonds liegt in der langen, stillen Vorbereitung und in der guten Zusammenarbeit der verschiedenen politischen, kulturellen und administrativen Akteurinnen und Akteure. In der Pressekonferenz konnten sich Scholz und Grütters gar
nicht genug gegenseitig loben und die Häuser, Branchen und alle anderen gleich mit. Schwang ein
schlechtes Gewissen mit, weil die ersten Hilfsversuche so viel erbitterte Kritik ausgelöst haben? Deutschland war eine Kulturnation, lange bevor es zum Nationalstaat wurde."