Das Kreuzberger Kunstquartier Bethanien hat im Rahmen des Nordwind-Festivals aus Kopenhagen eine Ausstellung unter dem Titel "
Märtyrermuseum" übernommen, die zwar nur noch bis morgen läuft, aber nun
gewaltiges Aufsehen erregt, weil die
französische Botschaft in Berlin dagegen protestiert hat. Denn hier werden etwa auch Bataclan-Attentäter als "Märtyrer" gezeigt. Selbst der
Guardian bringt einen ausführlichen Ticker und zitiert aus einem Statement der Künstler: "Das Künstlerkollektiv verteidigte die Schau und betonte, dass man gegen jede Art der Gewalt oder des Terrorismus sei und dass es sich hier nur um einen erweiterten Blick auf den Gebrauch des Begriffs 'Märtyrer' handle. 'Alle Märtyrer in dem Kunstwerk sind entweder durch einen
Staat,
Religion oder
Organisationen zu Märtyrern erklärt worden. Keiner der Märtyrer wurde von den Künstlern ernannt', sagen die Künstler in einem Statement." Das Statement auf der Website des veranstaltenden Nordwind-Festival
liest sich etwas anders. Der
Tagesspiegel berichtet bisher nur sehr kurz zu der Affäre.
Der Streit um den Moderator und Verschwörungstheoretiker
Ken Jebsen (unsere
Resümees) scheint in der Linkspartei noch nicht ausgestanden zu sein,
berichten Anna Lehmann und Erik Peter in der
taz. Jebsen sollte zur Freude einiger Parteimitglieder am 14. Dezember im Kino Babylon-Mitte mit einem Preis ausgezeichnet werden. Der der
taz eng verbundene Autor Mathias Bröckers, der ein ganzes Buch über Jebsen geschrieben hat, sollte die Laudatio halten. Und in der Linkspartei scheint es so
viele Jebsen-Anhänger zu geben, dass man bei der Vorstandssitzung einen Beschluss gegen "
Aktivitäten von Rechtspopulisten, Nationalisten, Verschwörungstheoretikern und Antisemiten" fassen musste, dem aber zwölf von dreißig Mitgliedern nicht zustimmten!
Außerdem: In der
SZ beschreibt Michael Kohler den Streit um die
abgesagte Max-Stern-Ausstellung in Düsseldorf.